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Nils-Levi Bock (GC St. Leon-Rot) ist stark ins Turnier gestartet | © DGV

Zweimal Top Ten nach dem ersten Tag

Madrid/Spanien – Die spanische Amateurmeisterschaft der Herren, die Copa S. M. El Rey, wird 2026 zum 111. Mal ausgetragen. Gespielt wird vom 17. bis 22. März im Real Club de la Puerta de Hierro in Madrid. Im Feld stehen 120 Spitzenamateure aus zahlreichen Ländern Europas, die Titelverteidiger Hugo Le Goff (Frankreich) beerben wollen.

Aus Spanien sind 27 Spieler vertreten. Heimsiege der Spanier sind aber bei diesem so prestigeträchtigen Turnier in der jüngeren Vergangenheit eher die Ausnahme. Seit 2000 blieb die Trophäe nur dreimal in Spanien.
 

Das Turnier gilt als einer der traditionsreichsten und anspruchsvollsten Europas. Dazu tragen vor allem das Format, die internationale Besetzung und die prominente Siegerliste bei. Seit 2022 wird über sechs Tage gespielt: Nach der Zählspielqualifikation mit zwei Runden gehen nur die besten 64 Spieler in die Matchplays. Ab dem dritten Wettkampftag geht es im K.-O.-System bis zum Finale weiter.

Große Namen

In der Siegerhistorie finden sich unter anderem José María Olazábal, Darren Clarke und Sergio García. Deutsche Sieger fehlen bisher. Zweimal waren aktuelle Spieler des Golf Team Germany im Finale. 2020 hatte Jannik de Bruyn vom GC Hösel gegen José Luis Ballester im RCG de Sevilla mit 3&1 den Kürzeren gezogen. Dies war bisher der letzte spanische Erfolg.
2012 war in Alcanada Marcel Schneider ins Finale eingezogen, unterlag aber dem Briten Jack Hiluta mit 4&3.

Der Club

Austragungsort ist der Real Club de la Puerta de Hierro, einer der traditionsreichsten und exklusivsten Sportclubs Spaniens. Der Club entstand 1895 zunächst als Polo-Verein in Madrid und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer bedeutenden Adresse für Golf, Reitsport, Tennis und weitere Disziplinen. Seinen heutigen Namen erhielt er nach dem Umzug in die Nähe der historischen Puerta de Hierro, eines alten Madrider Tores.
 

Für die Entwicklung des Golfsports in Spanien spielte der Club eine wichtige Rolle. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden dort frühe Golfanlagen, später kamen weitere Plätze hinzu. An der Gestaltung waren renommierte Architekten beteiligt, darunter auch der legendäre Harry S. Colt. Über viele Jahrzehnte war Puerta de Hierro Schauplatz bedeutender nationaler und internationaler Turniere und wurde immer wieder für die Qualität und den klassischen Charakter seiner Plätze geschätzt.
 

Neben seiner sportlichen Bedeutung ist der Club auch historisch eng mit dem gesellschaftlichen Leben Madrids verbunden. Über Generationen hinweg galt er als Treffpunkt des Adels, des Diplomatenmilieus und der gehobenen Gesellschaft. Trotz Kriegszerstörungen und schwieriger Phasen wurde die Anlage nach dem Bürgerkrieg wieder aufgebaut und entwickelte sich erneut zu einem der angesehensten Clubs des Landes. Heute verbindet Puerta de Hierro sportliche Tradition, Geschichte und Exklusivität. Der Rahmen für ein Turnier vom Format der Copa S. M. El Rey könnte kaum stimmiger sein.

Erste Einschätzung des Coaches

André Sallmann betreut das deutsche Team in Madrid. 
Am Montag ging es morgens auf die Einspielrunde. Die war mit fünfeinhalb Stunden sehr zäh. „Das haben die Jungs aber sehr, sehr ordentlich gemacht und haben wirklich konzentriert durchgezogen“, hatte Sallmann hier schon ein gutes Gefühl, weil sich die Athleten intensiv den Platz erarbeiten konnten.
 

Der 6.466 Meter lange Course wird als Par 70 gespielt und begeistert den Coach: „Es ist ein absolut fantastischer Golfplatz. Hier riecht alles nach großer Tradition und ich persönlich liebe sowas so sehr. Der Platz ist perfekt gepflegt, die Grüns sind schnell, sehr groß und onduliert. Das ist dann wieder der Klassiker: Hier brauchst du die richtigen Winkel in die Grüns rein. Wenn man auf der falschen Seite das Grün verpasst, wird ein Up-and-down so gut wie unmöglich. Auf der ersten Wettkampfrunde haben die Jungs die Erkenntnisse der Proberunde wahnsinnig gut umgesetzt.“

Mit den Leistungen seiner Schützlinge war der Coach aus Norddeutschland sehr einverstanden: „Das war ein richtig guter erster Tag. Wenn wir morgen noch mal die gleiche Leistung abliefern, haben wir mindestens drei, hoffentlich sogar vier Deutsche in den Top 64. Dann wird es spannend! Im Matchplay kann man  hier vielleicht noch einen Touch aggressiver spielen.“


Tjelle Rieger

Zwei Deutsche rangieren nach der ersten Wettkampfrunde in der Top Ten. Einer davon ist der amtierende Deutsche Lochspielmeister Tjelle Rieger. Der 20-Jährige vom GC St. Leon-Rot brachte neben zwei Birdies auch noch einen Eagle unter. Die beiden Bogeys waren da leicht zu verschmerzen. Mit 69 (-1) geht Rieger von Platz sieben in die zweite Runde und war entsprechend happy mit seiner Leistung: „Ich bin sehr, sehr glücklich, wie ich den Golfplatz angegangen bin, wie ich ihn spielen wollte und vor allem auch mit den Golfschlägen, die ich gemacht habe. Ich bin damit sehr gut zurechtgekommen und bin alles in allem echt glücklich mit der Runde. Ich habe die Aufgabe, die das Turnier einem gibt, heute sehr gut bewältigt und freue mich sehr auf den zweiten Tag. Ich bin sehr confident.“

Nils-Levi Bock

Auch Riegers Clubkamerad Nils-Levi Bock hat eine Scorekarte mit 69 Schlägen unterschrieben. Drei Birdies und zwei Bogeys waren Ausdruck einer reifen Leistung. „Ich bin sehr happy mit dem Tag. Die Back Nine sind eher die anspruchsvolleren Löcher. Da habe ich noch ein, zwei kleine Fehler gemacht. Ich bin vor allem sehr happy mit dem Prozess, den ich heute hatte. Ich habe mich nicht von schlechten Schlägen unterkriegen lassen, sondern gewusst, dass ich gute Chancen auf den Back Nine bekommen werde. Auf den Back Nine habe ich dann meine Chancen genutzt und generell strategisch sehr schlau gespielt. Ich freue mich sehr auf morgen und hoffe, dass ich das Gelernte weiter anwenden kann, um mich noch weiter nach oben spielen zu können“, geht auch der amtierende Deutsche Meister voller Zuversicht in den zweiten Akt der Zählspielqualifikation.
 

Lob gab es für die Leistung auch von André Sallmann: „Nils-Levi hat das wahnsinnig ordentlich gemacht. Er war hochkonzentriert und hat eigentlich keine Fehler gemacht. Sein Putten hat mir gut gefallen.“

Wolfgang Glawe

Der Routinier unter den Bundesadlern lag nach fünf gespielten Löchern schon drei unter Par. Da sah es so aus, als ob Wolfgang Glawe den Platz auseinander nehmen wollte. Weitere Birdies gelangen dem Hubbelrather, der Deutschland in Vorjahr bei der Team-WM in Singapur vertrat, nicht. Drei Bogeys rutschten noch auf die Karte des Athleten, der in Mannheim-Viernheim geformt wurde.
 

Das Fazit des Tages fiel bei Glawe gewohnt sachlich aus: „Der Platz ist anspruchsvoll mit schweren und schnellen Grüns. Der Start in die Runde war gut, danach war es verbesserungsbedürftig. Aber es gibt weitere Runden, auf denen ich dies machen kann.“
 

André Sallmann war von Glawes Auftritt beeindruckt: „Wolfgang hatte den absoluten Blitzstart. Ich dachte, der spielt Platzrekord. Er hat die Back Nine, die eigentlich ein bisschen anspruchsvoller ist, klar unter Par gespielt. Dann gab es ein paar kleine Flüchtigkeitsfehler, aber er hat immer noch eine sehr solide Runde gespielt.“

Mit Even Par geht Wolfgang Glawe von Rang 18 in die zweite Runde.

Moritz Küls

Der vierte Deutsche im hochklassigen Feld dieser Copa S. M. El Rey ist Moritz Küls vom GC Neuhof. Der 17-Jährige brachte zwei Birdies in Serie unter, musste aber auch ein paar höhere Zahlen notieren. Mit seiner 78 (+8) liegt der  Hesse zunächst auf Rang 96 und muss am zweiten Tag einige Schläge aufholen, wenn er den Cut für die Matchplays machen möchte.

Der Neuhofer war mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden: „Ich bin heute überhaupt nicht mit den schnellen und ondulierten Grüns zurecht gekommen. Mein langes Spiel war ganz okay, aber ich hatte öfter längere Putts, so dass auch Dreiputts dabei waren. Im Short Game hatte ich keinen guten Touch. Ich hoffe, dass ich es morgen deutlich besser machen kann.“

 

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