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Wissenswertes Wasser

Die United Nations veröffentlichten im Januar 2026 einen wegweisenden Report unter dem Titel „Global Water Bankruptcy“, der darstellt, dass Wasser immer knapper wird und Trockenheit in vielen Teilen der Welt zur Standardsituation wird. So drastisch ist die Lage in Deutschland nicht. Aber auch hierzulande gibt es zum Schutz von Wasser und zur Regulierung der Benützung von Wasser zahlreiche Gesetze sowohl auf nationaler wie auf lokaler Ebene. Dazu kommen noch EU-Vorgaben. Die Golfanlage ist in diesem Gefüge ein eher kleiner Nutzer und muss schon beim Bau der Anlage Wassergenehmigungen einholen. 

 

Für Medien, Golfer aber auch Nicht-Golfer wird die Wassernutzung auf Golfanlagen immer mehr zum Diskussionsthema. Golfanlagen werden dabei häufig als Wasserverschwender dargestellt.  Wie aber ist die Wassernutzung von Golfanlagen wirklich einzuordnen und welche Informationen sind für den Golfer wichtig, um an einer Diskussion über das Thema mit dem richtigen Hintergrundwissen teilnehmen zu können. Hier sind die zehn wichtigsten Punkte, die Sie wissen müssen. 

 

  1. Golfanlagen tragen zur Grundwasserneubildung bei, weil Regenwasser im Boden versickert. Außerdem spielen Golfplätze mit ihren großen unversiegelten Flächen eine wesentliche Rolle im sogenannten Schwammstadtprinzip. Der Boden saugt sich bei großer Nässe mit Feuchtigkeit voll und gibt diese dann konstant wieder an seine Umgebung an.
  2. Golfplätze weltweit können mit sechs Wasserarten beregnet werden: Trinkwasser, Grundwasser, recyceltes Wasser, Wasser aus Seen, Flüssen oder Bächen, gesammeltes Oberflächenwasser, entsalzenes Wasser.
  3. In Deutschland sind Grundwasser sowie Wasser aus Seen, Flüssen oder Bächen die am häufigsten verwendeten Ressourcen. Eine Minderheit der Golfanlagen benützt Trinkwasser oder Klärwasser.
  4. Als wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Alternative der Zukunft gilt das Sammeln von Oberflächenwasser. Hier wird Regenwasser oder Drainagewasser aus dem Platz in Speicherseen zwischengelagert, so dass es bei Dürrephasen verwendet werden kann.
  5. Wer seinen Urlaub in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Spanien, Kalifornien oder auf Mallorca verbringt, spielt auf Golfplätzen, die zum allergrößten Teil mit Klärwasser oder entsalzenem Wasser beregnet werden. Damit wird Wasser zu einem echten Kostenfaktor, der sich auf Mitgliedschaften und Greenfees auswirkt. Das durchschnittliche Budget für Bewässerung auf diesen Anlagen kann man zirka bei Werten zwischen 800.000 und 1,4 Millionen Euro ansiedeln. Wer 200 Euro für ein Greenfee in Abu Dhabi ausgibt, zahlt eben auch das Wasser mit.
  6. In Deutschland sind die Kosten für Wasser derzeit vergleichsweise gering. Die Berechnung für die Entnahme von Grundwasser unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. In Bayern wird ab Juli 2026 zum Beispiel ein Wasserentnahmeentgelt von 0,10 Euro pro Kubikmeter Grundwasser erhoben.Beim Bezug von Trinkwasser gelten die Tarife des jeweiligen Wasserversorgers. In Hamburg kostet Trinkwasser aktuell beispielsweise rund 2,19 Euro brutto pro Kubikmeter.Golfanlagen, die nachwievor mit Trinkwasser beregnen, müssen also mit hohen Kosten rechnen, die den Etat belasten.
  7. Weltweit hat sich auf Golfanlagen der Trend zur Reduzierung des Wasserverbrauchs auf Golfanlagen durchgesetzt. Der Verbrauch in Deutschland ist abhängig von klimatischen Bedingungen und dem Wetter, aber auch dem Boden. Sandiger Boden speichert Wasser schlechter als Lehmboden. Hinzu kommt die Beregnungspolitik im Club: Bei einer wassersparenden Golfplatzpflege werden im Sommer auch bräunlichere Fairways akzeptiert. Dies reduziert den Verbrauch erheblich. In Deutschland kommen Golfanlagen mit sandigem Boden zum Teil mit weniger als 30.000 Kubikmeter Wasser im Jahr für 27 Löcher aus. Zum Vergleich: Top-Anlagen in Palm Springs oder Nevada, die mit Grundwasser oder Wasser aus Flüssen beregnen, benötigen für 18 Löcher häufig über 400.000 Kubikmeter.
  8. Behörden in Deutschland senken seit einigen Jahren die zulässigen Entnahmemengen für Golfplätze. Bei starken Dürren besteht auch die Möglichkeit, die Bewässerung von Golfplätzen komplett zu verbieten.
  9. Die kritischste Fläche in Sachen Beregnung ist für jeden Golfclub das Grün:Ein Grün ist kein natürlich entstandenes Gebilde sondern ein technischer Bau, der teuer ist und bei einem Neubau durchaus über 100.000 Euro pro Grün kosten kann. Wer Grüns auf Dauer nicht beregnet, kann die Grasnarbe absterben. Dadurch ist kein Spielbetrieb mehr möglich und es kommt zu massiven wirtschaftlichen Einbussen und Reparaturkosten. Das bedeutet: Grüns müssen auch bei Dürre in einem gewissen Umfang beregnet werden. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch und kostspielig, ist der Fall bei Abschlägen.
  10. Wassermanagement ist aus den vorab genannten Gründen für Golfanlagen ein überlebenswichtiges Thema. Investitionen in moderne Beregnungsanlagen, Speichermöglichkeiten die Ausbildung der Greenkeeper und die Kommunikation zu den Mitglieder sind sehr wichtig. Golfanlagen, die sich frühzeitig um das Thema kümmern, können auch in Zukunft erfolgreich am Markt bestehen. Golfanlagen, die das Thema Wassermanagement vernachlässigen, können auf Dauer Qualitäts- und Kostenprobleme bekommen. 

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