Weltranglistenpunkte – aber mit einem Haken
Nach jahrelangem Ringen ist der Durchbruch geschafft: Ab der Saison 2026 wird LIV Golf erstmals mit Punkten für das Official World Golf Ranking (OWGR) berücksichtigt. Die Entscheidung der Weltranglisten-Organisation kommt jedoch mit deutlichen Einschränkungen und stößt bei der umstrittenen Liga auf massiven Widerstand.
Konkret erhalten bei LIV-Turnieren künftig ausschließlich die Top Ten (inklusive geteilter Plätze) Weltranglistenpunkte. Das OWGR stuft die LIV-Events als sogenannte „Small Field Tournaments“ ein. Begründet wird dieser eingeschränkte Punkteschlüssel damit, dass die Serie mehrere zentrale Kriterien weiterhin nicht erfüllt. Dazu zählen vor allem die geringe Feldgröße (unter der Mindestgrenze von 75 Spielern), das durchgängige No-Cut-Format sowie die aus Sicht des OWGR nicht ausreichend meritokratischen Zugangs- und Abstiegsmechanismen.
LIV Golf reagierte prompt und ungewöhnlich deutlich. In einem Statement sprach die Liga von einer „beispiellosen“ Entscheidung. Es sei nicht vermittelbar, dass ein elfter Platz genauso behandelt werde wie Rang 57, gerade Spieler, die konstant auf hohem Niveau agierten, aber knapp an den Top Ten scheiterten, würden benachteiligt. „Keine andere Tour in der Geschichte des OWGR war jemals einer solchen Beschränkung unterworfen“, hieß es weiter. Man sehe die Entscheidung lediglich als ersten Schritt auf dem Weg zu einem fairen und transparenten System.
OWGR-Präsident Trevor Immelman verteidigte den Beschluss. Der Prozess sei „komplex und herausfordernd“ gewesen. Das Ziel sei einerseits gewesen, die besten Spieler der Welt korrekt abzubilden, und andererseits, die Chancengleichheit gegenüber den etablierten Touren zu wahren. Die gefundene Lösung ermöglicht es zumindest den Top-Performern von LIV, Weltranglistenpunkte zu sammeln.
Nur zwei Top-50-Spieler
Sportlich bleibt die Auswirkung dennoch begrenzt. Während der Sieger eines LIV-Turniers mit rund 23 Punkten rechnen kann, gehen die meisten Spieler Woche für Woche leer aus. Zum Vergleich: Auf der PGA Tour oder der DP World Tour erhalten deutlich mehr als 40 Prozent der Starter Punkte. Entsprechend dünn ist die Präsenz von LIV-Profis in der Weltrangliste. Mit Tyrrell Hatton (Nr. 22) und Bryson DeChambeau (Nr. 33) sind aktuell nur zwei LIV-Spieler unter den Top 50 zu finden.
Die Entscheidung beendet eine Debatte, die LIV Golf seit dem Start im Jahr 2022 begleitet hat. Zwar ist die Liga nun offiziell Teil des OWGR-Systems, doch der „Haken” bleibt: Anerkennung ja, Gleichstellung nein.








