Welcher Range-Typ sind Sie?
Der Anfänger
Du hast die Platzreife in der Tasche, bist aber noch nicht bereit für den Platz? Als Anfänger hält man sich gerne auf der Driving Range auf. Hier können keine Bälle verloren gehen und jeder Ball, der auch nur annähernd fliegt, wird als Erfolg verbucht. Genau so soll es auch sein. Hier kann das Gelernte ohne Druck und urteilende Blicke befreit geübt und ausprobiert werden.
Der Ambitionierte
Der Ambitionierte ist das genaue Gegenteil vom Anfänger – oder zumindest sieht er sich so. Der „Vielleicht verdiene ich ja doch irgendwann Geld mit Golf“-Typ. Hier wird niemals einfach nur ein Ball auf eine freie Fläche geschlagen. Hier passiert alles mit Struktur und einem Plan. In der hintersten Ecke der Driving Range, abgeschirmt von allen anderen und mit mindestens drei Körben Bällen ausgestattet, wird methodisch vorgegangen. Besondere Merkmale: Ein Alignment Stick und ein auf einem Stativ befestigtes Handy, um eine detaillierte Schwunganalyse durchzuführen. Der nächste Monatsbecher ist der erste von vielen.

Der Weitenjäger
Das Bag beinhaltet 14 Schläger. Beim Weitenjäger wird aber nur einer wirklich genutzt. Natürlich der Driver. Wer geht schon auf die Driving Range, um Wedges oder mittlere Eisen zu trainieren? Hier kann endlich ohne Rücksicht auf Verluste losgelegt werden. Die einzige Sorge, die dabei aufkommt, ist: „Ist die Range lang genug?” Natürlich ist sie das. Selbstüberschätzung steht beim Weitenjäger auf der Tagesordnung. Doch ein gut getroffener Drive bei 25 Versuchen reicht aus, um mit einem Grinsen nach Hause zu fahren – nur um auf der nächsten Runde wieder drei Bälle auf Loch eins zu verlieren. Aber Hauptsache, er ist weit geflogen.
Der Sparsame
Für eine Runde auf dem Platz ist keine Zeit, die Startzeiten sind belegt oder es ist schlicht kein Geld da, aber gegolft werden muss trotzdem. Es geht also auf die Driving Range. Wie viel kostet ein Token? 2,50 Euro? Der innere Schwabe meldet sich zu Wort und ist sich sicher: Ein Korb reicht. Und so wird sparsam mit den 25 Bällen umgegangen. Es vergehen zehn Minuten, bis der erste Ball geschlagen wird. Zwischen den Schlägen werden unzählige Probeschwünge durchgeführt. Man schaut ins Handy, beobachtet die anderen fleißigen Trainierenden oder setzt vielleicht sogar zu einem Drei-Meter-Sprint an, um einen Ball von der Range-Wiese zurückzuholen. Nur weil man für wenig Geld golfen will.
Der Ungeduldige
Leicht hektisch marschiert der Ungeduldige zur Range, schnappt sich seine Bälle und legt sofort los. Aufwärmen? Das braucht er nicht. Handy? Steckt noch in der Hosentasche. Jeansjacke? Die hat er nie besessen. Obwohl die Zeit nicht begrenzt ist, muss es sofort losgehen. Ist es die Lust zu golfen oder der Frust der letzten Runde, der ihn antreibt? Weder Sockets noch Dackeltöter halten ihn davon ab, umgehend den nächsten Ball auf die Matte zu legen und weiterzufeuern. Golfgenuss sieht anders aus. Und bevor er sich versieht, ist der Korb schon wieder leer.
Der Zielschießer
Schon einmal von Gamification gehört? Wenn das einfache Schlagen von Bällen nicht mehr ausreicht, müssen spieltypische Elemente in die langweilige Routine eingebaut werden. Auf einer Topgolf-Anlage ist das kein Problem. Auf der Driving Range im Heimatclub sieht es da schon eher anders aus. Doch der Zielschießer findet seinen Distanzpfosten oder Fahnenstock, den er abschießen möchte. Und dieses Vorgehen ist auch noch trainingswirksam. Schließlich wird auf dem Platz auch in Richtung eines kleinen Lochs gespielt. Der Spaß hört allerdings auf, wenn auf das Ballpicker-Fahrzeug gezielt wird. Hier heißt es dann: Game over!

Der Besserwisser
„Ich bin kein Trainer, aber …“ Hand hoch, wer noch nie auf der Driving Range so angesprochen wurde! (Hände bleiben unten.) Ob Freund oder Unbekannter – nur allzu gerne werden beim gemeinsamen Training ungefragt Tipps gegeben. Nur weil man den Ball gerade gut trifft oder am Wochenende erstmals unter 100 Schlägen geblieben ist, berechtigt dies noch lange nicht dazu, die Schwünge anderer analysieren und verbessern zu wollen. Dafür gibt es ausgebildete Trainer, die wirklich Ahnung von diesem Sport haben. Aber klar, Besserwisser gibt es überall, vor allem beim Golf.
Der Mittagspausierer
Die Mittagspause ist oft das Highlight eines Arbeitstags. Vor allem, wenn die nächste Driving Range nicht weit vom Arbeitsplatz entfernt liegt. Das Golfbag liegt ohnehin schon im Auto, sodass es zwischen den Meetings für eine halbe Stunde auf die Abschlagmatte gehen kann. Ob in dieser Pause Kraft getankt wird, steht auf einem anderen Blatt. Beim Korrigieren des Slices wird über die lästige Excel-Tabelle aber ganz gewiss nicht nachgedacht. Hier müssen andere, viel größere Probleme gelöst werden.

Der Nachwuchstrainer
Eltern bleibt oft nur wenig Zeit zum Golfen. Doch warum nicht den Nachwuchs mit auf die Driving Range nehmen? Der Hobby-Nachwuchstrainer verbindet das Elterndasein mit der schönsten Nebensache der Welt und darf in diesem Fall sogar mal Besserwisser sein – ganz ohne schlechtes Gewissen. Griffhaltung, Stand, Rückschwung. Kinder sind lernfähig, beweglich und begeisterungsfähig. Vor allem, wenn man ihnen zeigt, wie weit der Ball fliegen kann (Grüße an den Weitenjäger). Wenn die Golfbegeisterung jedoch nicht überschwappt, ist die Driving Range nicht der ideale Spielplatz für Golfmuffel.
Der Online-Lehrling
Das Internet ist voll von bahnbrechenden, lebensverändernden Trainingstipps. Der Online-Lehrling ist dem YouTube-Algorithmus verfallen und schaut sich ein Video nach dem anderen an, in der Hoffnung, endlich den Ball gerade fliegen zu lassen. Notfalls geht er dafür mit Gymnastikball und Poolnudel auf die Range. Die Lösung ist nah, der Online-Lehrling verzweifelt und er ist zu jedem Mittel bereit. Im letzten Video wurde ihm schließlich versprochen: „So werden Sie wirklich zum Longhitter!”








