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Doppelter Heimsieg: Die Teams aus dem G&LC Berlin-Wannsee nutzen ihren Heimvorteil, gewinnen jeweils deutlich und reisen mit beiden Mannschaften zum Final Four. | © DGV/Kirmaier

Wannsee feiert doppelten Heimsieg, Meister Hösel muss runter

So nah liegen Freud und Leid manchmal beieinander. Auf der Terrasse des G&LC Berlin-Wannsee feierten die Männer aus dem Berliner GC Stolper Heide den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Nord. „Das habt ihr großartig gemacht. Ihr könnt richtig stolz auf euch sein, als Aufsteiger gleich die Liga gehalten zu haben“, sagte Annette Pleß. Die Präsidentin war zum fünften und letzten DGL-Spieltag an den Wannsee gereist und unterstützte das Team gemeinsam mit ihrem Vize Jurek Schwarz als Caddy. Es hat sich gelohnt. Am Ende setzt sich Stolpe (-1) im Duell mit Meister Hösel (+11) durch, der nach dem Titel im Vorjahr nun runter muss in Liga zwei.

 

Und während sie draußen noch mit Champagner auf ihren Coup anstießen und feine Pasta speisten – und zudem den 27. Geburtstag von Spieler David Rauch feierten, zog Hösels Coach Dawie Stander im Clubhaus eine ziemlich schwierige Bilanz. „Das ist wirklich sehr hart. 2025 waren wir noch ganz oben und haben Unfassbares erreicht, jetzt heißt es für uns Abstieg. Das ist sehr bitter und ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, was das alles für uns, für mich und für den Club bedeutet“, so Stander. Aber auch in der tiefen Enttäuschung blieb der Südafrikaner Sportsmann und Gentleman, gratulierte seinem Kollegen Uli Zilg und schaut bereits nach vorn: „Wir werden das jetzt analysieren. Es ist wie im richtigen Leben. Wer weiß, wofür dieser Rückschlag gut sein wird. Neues kann und wird entstehen.“

Stolpe-Coach Zilg schnaufte derweil mindestens einmal sehr tief durch. „Dieser großartige Spieltag macht uns heute hier alle sehr glücklich. Um es mit einem Wort zusammenzufassen: Erleichterung. Vor der Saison wussten wir aufgrund von personellen Veränderungen nicht genau, was das Jahr bringen wird. Jetzt haben wir es geschafft, und ehrlich gesagt habe ich nach dem wirklich schwachen vierten Spieltag von uns schon meine Zweifel gehabt. Aber die Mannschaft hat Charakter bewiesen und im Finish am Wannsee wirklich grandios performt. Wir bleiben verdient drin und freuen uns schon auf mindestens ein weiteres Jahr in Liga eins“, so Zilg. Am Ende belegte Stolpe mit gesamt -1 sogar den dritten Rang hinter Gastgeber Wannsee (-25) und Spitzenreiter Hubbelrath (-20). Hamburg landete mit +3 auf Rang vier – vor dem enttäuschten Absteiger aus dem GC Hösel. In der Geschichte der DGL hatte es das noch nie gegeben, dass der amtierende Meister absteigt.

Auch Wannsee-Frauen bärenstark

Der Abstieg in der 1. Bundesliga Nord der Frauen war bereits vor dem Finale am Wannsee besiegelt. Für die Frauen aus dem Düsseldorfer GC ist das Abenteuer nach nur einem Jahr wieder beendet. Die Mannschaft von Coach Maximilian Alsmeyer nutzte den vorerst letzten Auftritt im deutschen Oberhaus, um sich bereits auf kommende Aufgaben vorzubereiten. „Wir haben das heute noch einmal genossen und einige Dinge ausprobiert. Dass wir in dieser Saison nicht so performen konnten, wie wir uns das gewünscht hatten, lag auch an den Ausfällen einiger Leistungsträgerinnen, die uns aus privaten Gründen das eine oder andere Mal fehlten“, so Alsmeyer. Zudem sei das DGC-Team, das sich den Hashtag #spaghettieis zu eigen gemacht hat, vor allem in den Vierern hinter den Erwartungen zurückgeblieben. „Wir werden über die Herbst-/Winter-Saison hart an uns arbeiten, mit neuer Energie ins Jahr 2027 starten, um dann 2028 wieder hier auf diesen tollen Plätzen in der 1. Bundesliga spielen zu dürfen“, so Coach Alsmeyer.

Ihren Heimvorteil mal so richtig ausnutzen konnten die Frauen aus dem G&LC Berlin-Wannsee. Die Mannschaft des Trainergespanns Mario Hansch und Daniel Mertl setzte sich mit satten 30 Schlägen Vorsprung auf Tabellenführer Hamburg (+34) durch. Dahinter landeten Hubbelrath (+51), Hösel (+64) und Düsseldorf (+84). „Wir sind alle sehr glücklich und stolz auf unsere Mannschaft, die das hier wirklich toll gemacht hat. Wir waren in einer guten Ausgangsposition, aber jetzt haben wir Gewissheit und freuen uns auf das Final Four, in dem mit St. Leon-Rot ein starker Gegner auf uns wartet, der aber in der Vergangenheit nicht so richtig gerne gegen uns gespielt hat“, zog Wannsee-Frauencoach Hansch Bilanz. Er konnte im Einzel am Samstag auf Tour-Spielerin Alexandra Försterling zurückgreifen, die ihren Heimatclub gerne unterstützte und den Wannsee-Express in die Spur brachte.

Hamburg gratuliert

Der starken Leistung der Berlinerinnen zollte auch Hamburgs Coach Luis Schmid Respekt. „Glückwunsch, sie haben den Spieltag zu Hause hochverdient gewonnen und durch die Bank sehr gutes Golf gezeigt. Wir werden in den kommenden Tagen etwas durchschnaufen, alles etwas sacken lassen und dann in die Analyse gehen und unsere Matchplay-Skills trainieren. Im Final Four wartet mit Stuttgart ein sehr starker Gegner auf uns. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in zwei Wochen am Riedhof und werden bereit sein.“ Das Highlight des Jahres in München findet dann ohne die Frauen aus dem GC Hubbelrath statt. Deren Trainer Jakob Voß erklärt: „Wir hatten eine Mini-Chance vor dem letzten Spieltag, aber Berlin-Wannsee war im Heimspiel einfach zu stark. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten Bilanz ziehen und ermitteln, was wir in der Saison 2027 besser machen können. Luft nach oben sehe ich auf jeden Fall.“

 

Die Würfel sind gefallen in der 1. Bundesliga Nord. Während die Mannschaft aus Hösel schon in den Autos saß, um das Finale der Fußball-WM zu Hause anzuschauen oder im Radio zu hören, saßen die Männer aus dem Berliner GC Stolper Heide noch auf der Terrasse zusammen und feierten. So nah liegen Freud und Leid beieinander. Für Gastgeber Berlin-Wannsee hätte es ebenso kaum besser laufen können. Der Club reist mit beiden Teams zum Final Four – und hat richtig Bock auf Edelmetall, denn in den vergangenen beiden Jahren waren die Wannseer zweimal leer ausgegangen. Diese Serie soll 2026 reißen. „Wir sind hungrig“, so Wannsee-Sportdirektorin Miriam Hiller.

Weitere Stimmen

Max Tscherner, Trainer Berlin-Wannsee Männer: „Es war eine tolle Saison mit der Krönung am Schluss, an dem wir unseren Heimspieltag dominiert haben. Wir haben eine gute Mischung aus jung und alt gefunden, die für die Zukunft hoffen lässt. Wir freuen uns auf den ersten Tagessieg seit drei Jahren und werden hochmotiviert zum Riedhof fahren, wo wir im Matchplay einiges reißen wollen.“

 

Alexander Schmitt, Trainer Hubbelrath Männer: „Es war ein guter letzter Spieltag für uns, an dem wir einiges ausprobieren konnten. Zumal: Zwei Spieler mussten wir am Sonntag ersetzen, weil sie zu internationalen Turnieren im Einsatz sind. Großen Respekt an Berlin-Wannsee, die ihren Heimspieltag optimal genutzt haben. Wir freuen uns aufs Final Four, in dem mit Habsberg ein schwer auszurechnender Gegner wartet. Matchplay hat seine eigenen Gesetze, aber wir reisen mit der Rekord-Marke von 24 Punkten nach München und werden bereit sein.“

 

Christian Niemietz, Sportvorstand Hamburger GC Falkenstein Männer: „Wir haben eine gute Teamleistung gebracht und hatten einige Youngster am Start, die ihren ersten DGL-Einsatz hatten. Das wird für die Zukunft helfen. Wir sind jetzt Dritter geworden und damit einen Platz besser als im Vorjahr. Das motiviert uns für die Saison 2027, in der wir wieder gemeisam mit den Damen ins Final Four wollen.“

 

 

Endergebnis 1. Bundesliga Nord Frauen > > >

 

 

Endergebnis 1. Bundesliga Nord Männer > > >

 

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