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Heimspiel: Beim Solheim Cup 2015 in St. Leon-Rot waren die beiden deutschen Spielerinnen Caroline Masson (l.) und Sandra Gal die Publikumslieblinge. | © Getty Images

Von Esterl bis Henseleit: Die deutsche Story vor dem Event 2026

Elisabeth Esterl

Erste deutsche Spielerin beim Solheim Cup war die Bayerin Elisabeth Esterl. Das ist mehr als 20 Jahre her; wegen der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA änderte das Turnier seinen Rhythmus. So startete mit Esterl am 12. September 2003 erstmals eine Deutsche im Barsebäck Golf & Country Club (Schweden) für Europa – und das recht erfolgreich, denn Esterl gewann den Vierer am Freitag an der Seite von Sofie Gustafson gegen das US-Duo Mallon/Jones mit 3&2 und teilte im Vierer am Samstag zusammen mit der Dänin Iben Tinning den Punkt. Im Einzel war sie gegen Laura Diaz beim 5&4 für die Amerikanerin jedoch chancenlos. Europa siegte dennoch souverän mit 17,5:10,5. 

Bettina Hauert

2007 fand der Solheim Cup erneut in Schweden, genauer im Halmstad GK statt. Mit Bettina Hauert war zum zweiten Mal eine deutsche Spielerin im Feld. „Das war ein großartiges Event. In Erinnerung bleibt da sicher, wie du durch den Tunnel ans Tee kommst und die Zuschauer dich anfeuern. Da kommt eine Energie rüber, das kann man sich kaum vorstellen. Auf der anderen Seite dann die riesengroße Enttäuschung, dass wir verloren haben“, erinnert sich Hauert. Die Damen aus den USA siegten deutlich mit 16:12. Zwei Jahre später dann das selbe Ergebnis in Chicago, allerdings ohne deutsche Beteiligung.

Sandra Gal

2011 folgte die Revanche in Irland. Bei Dublin gab Sandra Gal ihr Debüt im Solheim Cup. Die damals 26-jährige Düsseldorferin hatte vor dem großen Duell mit den USA die KIA Classic gewonnen und ihren größten Triumph auf der LPGA Tour gefeiert. Wohl mit ein gewichtiger Grund, dass sie sich über einen Captain's Pick für Team Europa qualifizierte. Gal steuerte einen halben Punkt zum 15:13-Sieg für ihre Mannschaft bei.

Caroline Masson

2013 startete die sehr erfolgreiche Solheim-Cup-Karriere von Caroline Masson. Beim Event in Colorado verlor sie zwar ihr Einzel gegen die bärenstarke Lexi Thompson, holte aber 2,5 Zähler für Team Europa, das vielleicht zu den besten gehörte, die es beim Solheim Cup je gegeben hat. Die Gäste ließen den USA beim 18:10 nicht den Hauch einer Chance. Masson war nicht nur vierte deutsche Spielerin, die jemals an einem Solheim Cup teilnehmen durfte, sie hat auch insgesamt vier Turniere auf dem Konto, denn sie gehörte auch 2015 beim Heimspiel in St. Leon-Rot, 2017 in Iowa und 2019 in Schottland zum Team Europa. Keine deutsche Spielerin hat mehr Solheim-Cup-Teilnahmen als Caroline Masson.

 

Apropos Heimspiel: Der Solheim Cup 2015 war natürlich so etwas wie das Highlight aus schwarz-rot-goldener Sicht. Zum ersten Mal fand das Event auf deutschem Boden statt. Der GC St. Leon-Rot erwies sich als würdiger Gastgeber, tausende Zuschauer strömten auf die Anlage im Rhein-Neckar-Kreis und unterstützten die Europäerinnen um Kapitänin Carin Koch. Im Team: Sandra Gal und Caroline Masson, die im Vierer am Freitagnachmittag gemeinsam unterwegs waren und die Massen bewegten. Die beiden deutschen Damen konnten den Heimvorteil nicht nutzen und verloren das Duell nach hartem Kampf und dramatischen Entscheidungen gegen Team USA hauchdünn mit 13,5:14,5. Dieses Match sollte als das spannendste und knappste in die Geschichte des Solheim Cup eingehen.

Sophia Popov

2021 fand der Solheim Club im Inverness Club (Ohio) statt. Und auch da war mit Sophia Popov eine Deutsche am Start. Sie hatte sich durch ihren sensationellen Major-Sieg ein Jahr zuvor bei der AIG Women's Open ins Rampenlicht gespielt und vertrat ein Jahr später die Farben Europas beim Ryder Cup. Die Athletin kommentierte das so: „Für mich wird ein absoluter Traum wahr.“ Obwohl es Popov nicht gelang, einen Punkt beizusteuern, siegte Team Europe denkbar knapp mit 15:13. Damit war sie nach Esterl, Hauert, Gal und Masson erst die fünfte deutsche Spielerin, die an einem Solheim Cup teilnehmen durfte.

Beim Solheim Cup 2023 in Andalusien (Finca Cortesin) war keine deutsche Spielerin für Europa am Start; 2024 kehrte die Veranstaltung (nach der Verschiebung durch Corona von 2020 auf 2021) wieder in die geraden Jahre zurück. 

Esther Henseleit

Nach ihrem bisher erfolgreichsten Karriere-Jahr mit Silber bei den Olympischen Spielen in Paris erspielte sich die Hamburgerin Esther Henseleit einen Startplatz im europäischen Solheim-Cup-Team 2024. In Virgina müssen sich die Gäste Team USA zwar mit 12,5:15,5 geschlagen geben, aber Henseleit gab ein großartiges Solheim-Debüt und berichtete von einem „wahr gewordenen Traum“ und einem „unvergesslichen Erlebnis“. Die Spielerin aus dem Elite Team Germany war damit die sechste Deutsche bei einem Solheim-Cup-Event. 

 

Und 2026? In den Niederlanden (Bernardus Golf/7. bis 13. September) wollen die Europäerinnen den Kristallpokal zurückerobern, nachdem sie ihn 2024 in Virginia verloren hatten. Fürs Team qualifizieren sich Spielerinnen über das LET Solheim Cup Ranking (zwei Plätze) sowie die Weltrangliste (sechs Plätze) oder werden von Kapitänin Anna Nordqvist gepickt (vier Spots). Mit Henseleit hat Team Germany nicht nur ein heißes Eisen im Feuer.

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