Viele Erkenntnisse und ein starker Abschluss
Cannes/Frankreich - Ein Ausbildungsturnier mit vielen wertvollen Erkenntnissen und insgesamt guten Ergebnissen führte die Jungen des Junior Team Germany an die Côte d’Azur. Beim Quadrangular traf die deutsche Auswahl auf die Mannschaften aus Spanien, Irland und Gastgeber Frankreich. Jahr für Jahr wird in diesem Vergleich zwar mit großem Ehrgeiz um den Sieg gespielt, der Schwerpunkt liegt aber klar auf dem Prozess der Verbesserung, auf taktischen Anpassungen und auf der Weiterentwicklung im Matchplay.
Bundestrainer Pascal Proske betreute das Team gemeinsam mit Mental-Coachin Antonia Eberhard und Physio Matthias Althoff. Für Deutschland waren Max Franck vom GC Bayreuth, David Süntzenich vom GC Hubbelrath, Lauri Diener vom Hamburger GC, David Fuchs vom GC St. Leon Rot, Konrad Feth vom Lübeck Travemünder GK und Bjarne Murr vom GC St. Leon-Rot am Start. Die sechs Jungen erfüllten die Vorgaben des Bundestrainers in vielen Bereichen und konnten neben wichtigen Entwicklungsschritten auch schon in den Ergebnissen überzeugen.
Spanien
Zum Auftakt wartete mit Spanien direkt ein sehr starker Gegner. Deutschland kam hervorragend in den Wettkampf und lag nach den Vierern mit 2,5:0,5 in Führung. Vor allem David Süntzenich und Bjarne Murr harmonierten sehr gut und machten auf dem 16. Grün mit 4&2 den Punkt klar. Auch Lauri Diener und Max Franck brachten ihr Match vorzeitig nach Hause und gewannen auf dem 17. Grün mit 2&1. Gerade in den Vierern, die aus deutscher Sicht eher nicht als die größte Stärke galten, war das ein sehr erfreulicher Auftritt. Das deutsche Team brachte die Bälle am Vormittag gut von der Teebox ins Spiel, vermied Fehler und setzte den Plan auf diesem Platz sehr diszipliniert um.
Am Nachmittag kippte das Bild allerdings. In den Einzeln unterliefen der deutschen Mannschaft zu viele Fehler, vor allem bei den Abschlägen. Spanien nahm diese Einladungen dankend an, ging in mehreren Matches früh in Führung und ließ sich den Vorteil im weiteren Verlauf kaum noch nehmen. Deutschland lief dadurch zu lange einem Rückstand hinterher und konnte sich von den Fehlern zu Beginn der Runden nicht mehr erholen. Als die Spanier in der Schlussphase merkten, dass sie insgesamt vorne lagen, erhöhten sie noch einmal den Druck. Lauri Diener schaffte es in seinem Einzel dennoch, das Match noch zu drehen und mit 3&2 zu gewinnen. In einer weiteren Partie lag die Wende in Reichweite, ehe der spanische Gegner mit Birdie und Eagle die Entscheidung erzwang. So stand am Ende eine 3,5:5,5 Niederlage, aus der das Team aber viele wichtige Erkenntnisse mitnahm.
Irland
Im zweiten Duell gegen Irland setzte die deutsche Mannschaft die Lehren aus dem Auftakt sichtbar um. Schon in den Vierern gelang mit einem 2:1-Vorsprung ein guter Start in den Tag. Anschließend zeigte das Team auch in den Einzeln eine reife Vorstellung. Zwar wurde es zwischenzeitlich enger, doch zwei deutliche Siege sorgten früh für eine günstige Ausgangslage. Ausschlaggebend war unter anderem, dass Deutschland von der Teebox deutlich stabiler agierte und die Bälle wesentlich besser ins Spiel brachte. Auch taktisch hatte das Trainerteam an den richtigen Stellschrauben gedreht. Lauri Diener und David Fuchs hatten es besonders eilig und setzten jeweils bereits auf Grün 14 den Schlusspunkt unter ihre Matches. Max Franck holte mit seinem 2auf-Sieg den noch fehlenden Punkt zum Gesamterfolg. Damit belohnte sich die Auswahl des Junior Team Germany für einen konzentrierten und spielerisch deutlich verbesserten Auftritt.
Frankreich
Zum Abschluss gegen Gastgeber Frankreich gelang den Bundesadlern dann die beste Leistung der Woche. Schon in den Vierern wurde die Richtung klar vorgegeben, denn alle drei Matches gingen an Deutschland. Erneut halfen leichte taktische Anpassungen dabei, auf diesem Course möglichst wenige Fehler zu machen. Genau darin lag ein wesentlicher Schlüssel. Wer den Ball kontrolliert ins Spiel brachte und geduldig blieb, verschaffte sich klare Vorteile. Hinzu kam, dass diesmal auch einige wichtige Putts fielen. Diese Kombination erwies sich als äußerst wirkungsvoll. Besonders deutlich unterstrich Lauri Diener seine starke Form. Gemeinsam mit Max Franck gewann er gegen Paul Martin und Theo Lebrun mit 4&3. In den Einzeln ließ Deutschland ebenfalls nicht nach und setzte sich am Ende hochverdient mit 8:1 gegen Frankreich durch. Dieser klare Erfolg war Ausdruck einer Entwicklung, die sich über alle drei Spieltage abgezeichnet hatte.
Schlag des Turniers
Der Schlag des Turniers gelang David Fuchs. In seinem Match gegen Theo Archer lag er dormie 2auf, als es auf das 17. Tee ging. Der 16-Jährige, der 2016 beim Hamburger GC mit dem Golfsport begonnen hatte und inzwischen in der SLR Academy gefördert wird, lochte im Stile eines Großen aus 164 Metern mit dem Abschlag ein. Das Hole in one besiegelte den 3&1-Sieg des Wahl-Kurpfälzers.
Fazit des Bundestrainers
Entsprechend positiv fiel auch das Fazit des Bundestrainers aus. „Wir haben uns von Tag zu Tag, von Match zu Match immer gesteigert. Die Jungs haben wirklich gut gespielt und im letzten Duell verdient mit 8:1 gegen Gastgeber Frankreich gewonnen. Das ist dann schon echt stark und das habe ich so auch noch nicht erlebt. Der Plan ist gut aufgegangen und wir haben jetzt hier auch schon gesehen, dass wir international in Europa zumindest mit diesen vier Teams gut mithalten können. Wir sind konkurrenzfähig aufgestellt und freuen uns jetzt auf die kommende Saison. Wir hatten mit dem Turnier auf jeden Fall nochmal eine gute Trainingswoche, speziell für Matchplays, was wir in den kommenden Turnieren auch brauchen, wie zum Beispiel bei den French Boys, die jetzt als nächstes großes Turnier anstehen“, so Pascal Proske.
Der Platz
Der Austragungsort verlieh dem Quadrangular einen besonderen Rahmen. Der Old Course Cannes Mandelieu wurde 1891 eröffnet und zählt damit zu den ältesten Golfplätzen Frankreichs. Die ursprüngliche Anlage entstand auf Initiative des russischen Großfürsten Michel Michailowitsch. Später prägte der legendäre Architekt Harry S. Colt die weitere Entwicklung dieses traditionsreichen Kurses. Der Platz verläuft zwar flach, ist aber strategisch anspruchsvoll und verlangt präzises Course-Management. Eingebettet in einen weitläufigen Bestand alter Pinien liegt der Old Course nahe der Siagne und unweit des Mittelmeers. Charakteristisch sind die von Bäumen gesäumten Bahnen und die besondere Situation, dass der Fluss zwischen einigen Löchern per Fähre überquert wird. So bot der Platz nicht nur ein außergewöhnliches Ambiente, sondern stellte die Teams auch sportlich vor genau jene Aufgaben, an denen ein Nachwuchsteam wachsen kann.






