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Wegen unzuverlässiger Informationen im Yardage Book disqualifiziert: Michael Brennan und sein Caddie. | © 2025 Getty Images

Unzulässiges Yardage Book: Profi disqualifiziert

Michael Brennan ist bei der Farmers Insurance Open am Donnerstag nach der ersten Runde disqualifiziert worden. Der 23-jährige US-Amerikaner hatte das Turnier in Torrey Pines mit einer 70 (zwei unter Par) auf dem North Course begonnen und lag damit auf dem geteilten 55. Rang. Am Abend gab die PGA Tour dann die Disqualifikation bekannt.

 

Grund dafür war ein Verstoß gegen die Musterplatzregel G-11: Brennan hatte nicht genehmigtes Green-Reading-Material verwendet und damit gegen die strengen Vorgaben zur Nutzung von Yardage Books verstoßen. Laut der PGA Tour dürfen während einer festgesetzten Runde ausschließlich von der Spielleitung genehmigte Yardage Books, Lochpositionsblätter sowie eine Übersichtskarte des Platzes in maximal DIN-A4-Größe genutzt werden.

Klar geregelt

Die Musterplatzregel G-11 regelt zudem detailliert, welche handschriftlichen Notizen erlaubt sind. Diese dürfen ausschließlich vom Spieler oder dessen Caddie stammen und müssen auf eigenen Beobachtungen beruhen, beispielsweise dem Rollen eines Balls, dem Gefühl für die Hangneigung oder allgemeinen Eindrücken auf dem Grün. Informationen aus externen Quellen oder spezielle Hilfsmittel zur Puttlinienanalyse sind ausdrücklich untersagt.

 

Die Strafstruktur ist klar definiert: Der erste Verstoß zieht eine Zwei-Schläge-Strafe nach sich, ein weiterer Verstoß führt zur Disqualifikation. In Brennans Fall wurde diese Schwelle überschritten.

 

Für den jungen Profi ist dieser Vorfall ein Rückschlag. Im vergangenen Herbst hatte Brennan mit einem Sieg bei der Bank of Utah Championship für Aufsehen gesorgt und sich damit eine zweijährige Spielberechtigung auf der PGA Tour gesichert. In der laufenden Saison war die Farmers Insurance Open sein dritter Start, nachdem er bei der Sony Open den Cut verpasst hatte und beim The American Express den geteilten 56. Platz erreicht hatte. „Das war zwar eine schmerzhafte Lektion“, schrieb Brennan, „aber ich freue mich schon auf die Party in der Wüste bei der Waste Management Phoenix Open nächste Woche.“

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Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:

Gute Informationen über die Grüns, das Gefälle darauf und die Lochposition sind etwas, das sich jeder Spieler wünscht. Konkurrierende Anbieter sind inzwischen in der Lage, sehr detaillierte Karten der Grüns herzustellen. Doch mehr Informationen bedeuten für einen Spieler bei der Vorbereitung auf seinen Schlag auch, dass er mehr zu lesen hat und mehr Zeit benötigt. Irgendwann dauert das Lesen der Notizen länger als das Einschätzen des Schlags ohne Notizen – selbst in einer Diskussion mit dem Caddie.

 

Um dies zu vermeiden, gibt es die Musterplatzregel, die es der Spielleitung erlaubt, die Informationen über die Grüns einzuschränken. Am einfachsten geschieht dies, indem nur Material zugelassen wird, das von der Spielleitung veröffentlicht oder zumindest freigegeben wurde. Eine solche einfache Regel war in diesem Turnier (und allen anderen Turnieren dieser Tour) in Kraft gesetzt worden. Es ist rätselhaft, warum ein Spieler auf die Idee kommt, regelwidrig Angaben von dritter Seite in den offiziellen Unterlagen zu ergänzen.

 

Unabhängig vom Motiv des Spielers lautet die Konsequenz jedoch „Disqualifikation“. Manche Dinge lernt man auf die harte Tour.

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