Top Ten knapp verpasst: Deutschland bei WM auf Rang zwölf
St. Catharines/Kanada – Mit einem Gesamtscore von 580 Schlägen (+4) schloss das deutsche Team die inoffizielle Team-Weltmeisterschaft der Mädchen auf dem zwölften Platz ab. Am Finaltag waren die Bundesadler gemeinsam mit Schweden und den USA unterwegs – zwei Teams, die in der Schlussrunde etwas tiefer scorten und dadurch im Klassement noch vorbeizogen.
Nach dem starken „Moving Day“ hatte die Top Ten gelockt. Die Ausgangslage war vielversprechend, doch die Runde über den traditionsreichen St. Catharines G&CC forderte am Abschlusstag erneut konsequentes Course-Management, präzise Längen- und Windkontrolle sowie Geduld auf den sehr gut verteidigten Grüns. In Summe stand am Ende eine solide WM-Woche mit vielen lehrreichen Impulsen.
Renner als Beste Deutsche auf Rang 19
Sophie Renner vom Stuttgarter GC Solitude brachte zum Abschluss eine 75 (+3) ins Recording und belegte damit Rang 19 in der Einzelwertung. Fünf Bogeys waren an diesem Tag zu viel, die beiden Birdies kompensierten die Schlagverluste nicht vollständig.
„Ich bin heute grundsätzlich sehr gut aus der Teebox herausgekommen und habe mich erstmal in ordentliche Ausgangssituationen gebracht. Aus diesen konnte ich dann allerdings relativ wenig Zählbares machen. Ich hatte heute wegen des Winds Probleme, die richtigen Längen zu treffen und habe mir so trotz vieler Grüntreffer noch viele sehr lange Putts gelassen. Dadurch habe ich mir heute leider nur wenige Chancen erarbeitet und konnte meinen Bogeys nur recht wenig entgegensetzen. Die gesamte Woche betrachtet würde ich aber sagen, bin ich trotzdem sehr zufrieden und sehr dankbar für diese Chance, eine Woche in einem so starken Feld zu sein. Ich konnte hier auf alle Fälle viel mitnehmen und neue Dinge lernen. Es hat sich im Laufe der Woche auch schon vieles entwickelt, was ich schon hier in Kanada anwenden konnte“, bilanzierte die 17-Jährige.
Maier-Borst stabil – drittes Mal in Folge 74
Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot erwischte mit Bogey und Doppelbogey einen holprigen Start, stabilisierte ihr Spiel danach aber und unterschrieb – wie schon an den beiden Tagen zuvor – eine 74 (+2). Zwei Birdies und ein weiteres Bogey ergaben in der Summe erneut +2 für den Tag; mit gesamt +6 landete die Kurpfälzerin auf Platz 28.
„Die Runde war ganz ähnlich zu denen der letzten Tage. Ich hatte auf jeden Fall Startprobleme. Die verlorenen Schläge waren schwierig, zurückzubekommen, aber ich habe dann meinen Rhythmus auch wieder gefunden. Mein langes Spiel war wieder sehr solide. Dennoch habe ich auf den Par-5-Löchern ein paar Chancen liegen lassen. Grundsätzlich ist eine Weltmeisterschaft immer eine schöne Woche. Man kann wirklich sehr, sehr viel mitnehmen, weil die Bedingungen hier so ganz anders sind. Das sind wir in Deutschland so nicht gewohnt. Und man sieht wirklich sehr viele, sehr, sehr gute Spieler, die in jungen Jahren schon auf einem sehr hohen Niveau sind. Das ist natürlich auch immer sehr inspirierend. Deswegen blicke ich sehr glücklich auf diese Woche zurück. Klar hätte ich mir auch ein bisschen mehr erhofft, aber dafür, dass nicht alles glatt gelaufen ist, war es trotzdem eine sehr solide Woche. Grundsätzlich nimmt man hier einfach viel für die Zukunft mit, egal ob für das College oder im Profilager. Man kann hier einfach immer super viel lernen“, sagte die 17-Jährige.
Steiner mit Lichtblicken
Antonia Steiner (GC Hubbelrath) kämpfte auch am Finaltag mit der Scorepflege. Fünf Bogeys und zwei Doppelbogeys ließen sich trotz zweier Birdies nicht neutralisieren; die 79 (+7) bedeutete im Endklassement Rang 52 bei gesamt +20.
„Ich konnte von diesem Turnier viel mitnehmen, da die Bedingungen sehr gut waren. Vor allem im kurzen Spiel konnte ich mich weiterentwickeln, zwar noch nicht wirklich sichtbar in den Scores, aber ich konnte viel dazu lernen“, ordnete die Rheinländerin ein.
In der Teamwertung hatte Deutschland nach vier Runden +4 in den Büchern. Der Platz – ein klassischer Parklandkurs mit altem Baumbestand, Höhenunterschieden und ondulierten Grüns – spielte sich erneut lang, und der Wind machte die Längenkontrolle anspruchsvoll. Renner überzeugte über die Woche mit sauberem langen Spiel und einer klaren Steigerungskurve (75/71/68/75), Maier-Borst präsentierte Stabilität (72/74/74/74) und zeigte, wie wertvoll verlässliche „Pars“ im Teamformat sind, während Steiner am Finaltag zwar punktuell Birdies setzte, aber insgesamt noch nicht das volle Potenzial abrufen konnte.
Fazit der Bundestrainerin
Bundestrainerin Frauen/Nachwuchs Esther Poburski zog ein positives, zugleich realistisches Resümee: „Ich fahre hier ganz glücklich und zufrieden weg. Wir konnten während des Turniers noch neue Akzente setzen und neue Varianten lernen, die wir zuvor so in der Anwendung noch nicht brauchten. Die Mädels haben sich durch die ganze Woche hindurch sehr professionell präsentiert. Wir haben hier Bedingungen vorgefunden, die wir so noch nicht kannten, speziell das Gras um die Grüns herum und das Rough. Dadurch wurden die Schläge aus der Teebox und die Approaches umso wichtiger. Speziell die Course-Management-Fähigkeiten mussten akribisch ausgeführt werden. Die Spielerinnen haben wahnsinnig viel mitgenommen aus den letzten sieben Tagen. Die ondulierten und gut verteidigten Grüns haben uns mal wieder unsere Achillesferse aufgezeigt – das Putten. Auch hier konnten wir wichtige Fortschritte machen, weil Plätze zum Glück auch ausbilden. Die Möglichkeit, mit am Bag zu sein, hat mir geholfen, die Mädels in ihrer Entscheidungsfindung zu erleben und besser beurteilen zu können.“
Mit einem ordentlichen Abschluss und wertvollen Lerngewinnen geht eine intensive WM-Woche am Lake Ontario zu Ende – mit klaren Hinweisen, wo bereits viel stimmt und wo die nächsten Prozentpunkte schlummern.
Ergebnis Deutschland
Team: 580 Schläge (+4), Platz 12
Sophie Renner: 75 (+3) am Finaltag, Platz 19 gesamt
Sofia Maier-Borst: 74 (+2) am Finaltag, Platz 28 gesamt
Antonia Steiner: 79 (+7) am Finaltag, Platz 52 gesamt









