Stürmischer Auftakt
Helsingborg/Schweden – Seit 1986 steht die European Amateur Championship als Gradmesser für die stärksten Talente der Welt im Kalender. Wer hier besteht, darf sich nicht nur in die Siegerliste mit Namen wie Rory McIlroy, Jon Rahm oder Sergio García einreihen, sondern macht auch einen gewaltigen Schritt auf dem Weg zur Profikarriere. Der diesjährige Austragungsorthat es in sich: Der Tournament Course des Vasatorps Golfklubb wurde nicht nur mehrfach als bester Golfplatz Schwedens ausgezeichnet, sondern fordert mit seinem von Links-Golf inspirierten Design höchste Präzision, strategisches Denken und jede Menge Nervenstärke. Nicht umsonst gilt die sogenannte „Amen Corner“ auf dem Platz nahe Helsingborg als Schlüsselstelle jeder Runde. Das Layout mit hügeligen Fairways, schnellen Grüns und geschickt platzierten Wasserhindernissen sorgt dafür, dass in Vasatorp nur ein Athlet bestehen kann, der in allen Bereichen seines Spiels sehr reif ist.
Annika Sörenstam, Seve Ballesteros und Greg Norman, alle als Nummer eins der Weltrangliste, konnten auf diesem Platz Siege erringen.
144 Hoffnungen, 42 Nationen
Das Teilnehmerfeld ist auch in diesem Jahr wieder sehr stark besetzt: 144 Athleten aus 42 Nationen, davon elf Spieler aus den Top 50 der World Amateur Golf Rankings werfen ihren Hut in den Ring. Mit dabei sind unter anderem der Südafrikaner Christiaan Maas (WAGR 4), der amerikanische Titelverteidiger Tommy Morrison (5) sowie Filip Jakubcik aus der Slowakei (9).
Aus deutscher Sicht haben acht Athleten den Weg über den großen Belt in den Süden Schwedens gemacht, um sich mit der kontinentalen Spitze zu messen. Dabei dürften die Erfahrungen aus dem Vorjahr durchaus Motivation liefern: Tim Wiedemeyer und Wolfgang Glawe hatten 2024 bis zum Finaltag realistische Chancen auf den Titel, verpassten aber letztlich doch knapp das Podium.
England stellt mit 20 Teilnehmern das größte Aufgebot. Gastgeber Schweden tritt mit zwölf Kandidaten an. Für Frankreich geht unter anderem Hugo Le Goff an den Start, der jüngst mit dem Gewinn der traditionsreichen Lytham Trophy auf sich aufmerksam machte. Auch die USA sind erneut prominent vertreten: Zehn Amerikaner begleiten Titelverteidiger Tommy Morrison nach Europa, darunter mehrere Spieler, die im US-College-Golf starke Auftritte hatten.
Ein Viertel der Teilnehmenden ist 18 Jahre oder jünger, weniger als zehn Prozent der Starter sind älter als 25 Jahre.
Der Stellenwert einer EM wird beim Blick in die Siegerliste deutlich. Neben den Siegern McIlroy (2006) und García (1995) schrammten Ludvig Åberg (2021) und Viktor Hovland (2018) knapp am Titel vorbei.
Die Europameisterschaften sind stets ein besonders beachtetes Turnier. Drei Titelgewinne konnten Deutsche Athleten feiern. 2008 gewann Stephan Gross in Dänemark. 2019 sowie 2020 sicherte sich Matti Schmid jeweils den Titel in Österreich und der Schweiz. 2020 hatte Schmid gerade in Hilversum mit der deutschen Mannschaft den Titel bei der Team-EM geholt, als er im Finale der Einzel-EM auf Nick Bachem traf, der ebenfalls einer der „Helden von Hilversum“ ist. Außer Bachem gewann auch noch Max Röhrig im Jahr 2014 die Silbermedaille.
The Open lockt
In der aktuellen Auflage liegt viel Spannung in der Luft. Wer darf bei der 153. Open Championship als Europameister antreten? Nur der Sieger ist direkt qualifiziert. Doch auch die Plätze zwei bis fünf sichern sich die Teilnahme an der Final Qualifying Stage der Open.
Die European Amateur Championship 2025 startet unweit der Ostsee im Süden Schwedens mit wirklich schweren Bedingungen auf dem ohnehin schon anspruchsvollen Platz des Vasatorps GK von Helsingborg. Bester Deutscher nach der Auftaktrunde ist Tim Wiedemeyer, der mit einer 72 (Even Par) auf dem elften Platz steht. An der Spitze teilen sich drei Athleten mit 70 (-2) Schlägen die Führung: Jack Gilbert aus den USA, Gerardo Gomez aus Mexiko und Kayun Mudadana aus Australien.
„Der Platz hat sich heute super schwer und sehr lang gespielt. Es war sehr windig. Ich habe echt gut gespielt und lag lange Zeit zwei unter Par. Aber dann kamen die letzten sechs Löcher. Die waren richtig hart und ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung heute“, zeugt das Fazit von Tim Wiedemeyer davon, wie schwierig die Bedingungen am ersten von vier Wettkampftagen waren.
Am zweiten Tag wird es deutlich tiefere Scores geben, denn der Wind wird sich halbieren.






