Studien belegen Wirkung: Maßnahmen gegen langsames Spiel greifen
Es ist eines der viel diskutierten Themen der letzten Monate, ach was, eigentlich doch schon seit Jahren – das häufig zu langsame Spiel der Profis und die Frage: Was tun für mehr Tempo auf der Runde? Das Ziel der PGA Tour in dieser Angelegenheit ist unmissverständlich: die Spielgeschwindigkeit soll zunehmen. Dafür setzt man seit dieser Saison auf eine Kombination aus Techniktests, Regeländerungen und mehr Transparenz für Fans. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse veröffentlicht.
Entfernungsmesser im Einsatz: Ergebnisse einer ersten Studie
Wie Tour-Offizielle am Mittwoch mitteilten, wurden in den vergangenen Monaten zwei zentrale Maßnahmen getestet. Erstens: die Verwendung von Entfernungsmessgeräten auf der PGA Tour und der Korn Ferry Tour. Zweitens: Eine verschärfte Regelung bei Zeitüberschreitungen, zunächst auf der PGA Tour Americas und der Korn Ferry Tour.
Die Studie zur Nutzung von Entfernungsmessern hat bisher ergeben, dass sich die Zeit für Schläge aus dem Fairway im Schnitt um 5,1 Sekunden, aus dem Rough um 4,9 Sekunden reduzierte. Etwa 75 % der befragten Spieler und Caddies befürworten einen dauerhaften Einsatz. Über eine endgültige Einführung soll bald der jeweilige Spielerrat (Player Advisory Council) entscheiden.
Was schnellere Strafen bewirken
Parallel wurde das Strafsystem bei langsamer Spielweise angepasst. Bisher erhielt ein Spieler zunächst eine Verwarnung, erst bei einem zweiten Mal drohte ein Strafschlag. Jetzt wird unmittelbar beim ersten Vergehen ein Strafschlag verhängt. Die erlaubte Zeit liegt bei 40 Sekunden pro Schlag, in Ausnahmefällen bei 50 Sekunden. Diese Regeländerung zeigt laut Gary Young, Senior Vice President der PGA Tour, klare Wirkung: „Die Zahl der Zeitvergehen auf der Korn Ferry Tour ist im Vergleich zum Vorjahr drastisch gesunken – von zehn auf eins im gleichen Zeitraum“, so Young. „Die Spieler spüren den Druck. Niemand will auf die Uhr kommen – und wenn, dann so schnell wie möglich wieder runter.“
Fans können Rundenzeiten beobachten
Was ab dieser Woche neu ist: Fans können erstmals das Spieltempo auf der Website der PGA Tour live mitverfolgen. Die Durchschnittszeit pro Loch wird auf den Kurs- und Lochstatistikseiten veröffentlicht, die Zeit pro Gruppe für neun und 18 Löcher erscheint direkt bei den Scorekarten der Spieler. „Die Zuschauer haben in unserer Umfrage klar signalisiert, dass sie sich ein besseres Tempo wünschen. Wir nehmen das ernst – im Sinne der Fans, der Spieler und unserer Partner“, sagt Marketingchef Andy Weitz.
25 neue Kameraperspektiven für schnellere Entscheidungen
Eine weitere Neuerung ist der Ausbau des Video Review Centers. Neben den sieben Hauptübertragungsfeeds stehen den Regelhütern nun 25 zusätzliche Kameraperspektiven zur Verfügung. Diese helfen dabei, Regelentscheidungen schneller einzuleiten – etwa durch Hinweise an Schiedsrichter vor Ort. „Wir sparen im Schnitt etwa eine Minute pro Regelentscheidung“, sagt TV-Regelanalyst Mark Dusbabek. „Hochgerechnet auf 20 Situationen pro Turnier sind das fünf Minuten pro Runde – das ist ein klarer Zeitgewinn.“
Reduzierte Startfelder 2026
Auch strukturell stellt sich die Tour neu auf. Bereits beschlossen wurde eine Reduzierung der Startfelder ab 2026. Zudem wird die Zahl der für den FedEx-Cup zugelassenenSpieler von 125 auf 100 reduziert. Ziel: kürzere Rundenzeiten, kompaktere Turniere, effizientere Abläufe. Wie stark sich all diese Maßnahmen langfristig auf das Gesamtspieltempo auswirken, bleibt abzuwarten. Klar scheint: Einige der getesteten Neuerungen werden bleiben, andere werden hinzukommen. Veränderungen bei Technologie, Transparenz und Konsequenz sind vermutlich erst der Anfang. Damit das Spieltempo dauerhaft schneller wird.








