Starker Auftakt und ein Wunderschlag in Feldafing
Der GC Feldafing präsentiert sich zum Auftakt der Deutschen Meisterschaften AK 50 als echte Bewährungsprobe. Nach den Regenfällen der Vortage war der traditionsreiche Platz am Starnberger See zwar deutlich abgetrocknet, blieb mit seiner Länge und den stark ondulierten Grüns aber anspruchsvoll. Während die Frauen bereits am Morgen bei noch etwas kühleren Bedingungen starteten, gingen die Männer ab Mittag bei Sommerwetter mit Sonne und bis zu 28 Grad Celsius Grad auf die Runde.
Manon Harsch (Baden Hills G&CC), die aktuell führende Spielerin der Frauen, zeigte sich nach ihrer Auftaktrunde sehr zufrieden. Mit 75 Schlägen und insgesamt vier Schlagverlusten – darunter ein Doppelbogey – habe sie dennoch „sehr solide gespielt“. Vor allem ihr kurzes Spiel habe ihr dabei geholfen: „Das ist definitiv meine Stärke, und davon habe ich heute gelebt.“ Obwohl sie lediglich fünf Grüns getroffen habe, habe sie dies mit starken Scrambles gut kompensieren können.
Harsch erwähnt weiter: „Der Platz liegt mir, das habe ich schon nach der Proberunde gespürt. Ich kenne ihn noch von früher aus den Achtzigerjahren, auch wenn er inzwischen umgebaut wurde. Er ist lang und die Grüns sind ziemlich onduliert, das macht ihn anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es, ein gutes Gefühl im kurzen Spiel zu haben. Die Bedingungen waren heute wirklich optimal. Vor ein paar Tagen war es noch sehr nass, aber der Platz ist super abgetrocknet, und die Grüns waren bei uns – gerade auch dank unserer frühen Startzeit – sehr treu.“
Knappe Verfolgungsjagd bei den Frauen
Mit Blick auf die kommenden Tage bleibt Harsch objektiv. Die Führung nach der ersten Runde sei zwar ein schöner Moment, aber es wird noch viel Golf gespielt, bis diese Meisterschaft vorbei ist. Im Mittelpunkt stehe für sie ohnehin ein anderes Ziel: ein gutes Turnier spielen und zufrieden mit dem eigenen Spiel sein. Und ja, auch der Traum, erneut für die Nationalmannschaft zu spielen, ist mit im Bag dabei.
Hinter Harsch folgt Kristina Eich (GC Gut Lärchenhof) mit einer 76er Runde (+5) – und dazu einer recht bunten Scorekarte – in unmittelbarer Schlagdistanz, obwohl sie mit einem Doppelbogey auf Bahn eins einen denkbar holprigen Start erwischte. Auf Rang drei liegt Petra Fleischmann (GC Eschenried) nach einer 78 (+7), während sich Titelverteidigerin Silvia Wilms (Münchener GC) gemeinsam mit Clubkollegin Dr. Tanja Morant mit jeweils 79 Schlägen (+8) den vierten Platz teilt. Für Wilms ist der Start damit solide, aber noch ausbaufähig; bei zwei ausstehenden Runden bleibt die Titelverteidigerin auf dem selektiven Feldafinger Kurs klar in Reichweite zur Spitze.
Bielert dank spätem Birdie in alleiniger Führung
Im Feld der AK‑50‑Herren setzt Dr. Frank Bielert (GC Mülheim a.d. Ruhr) mit einer 71er Runde (Even Par) den Bestwert des Tages. Lange lag er in Co-Führung - erst an der letzten Bahn des Tages, Loch neun, konnte er sich dank Birdie in die alleinige Führung spielen. Dicht dahinter folgt Felix Banzhaf (Frankfurter GC) mit einer 72 (+1) auf Rang zwei.
Der früh gestartete Hesse stand für lange Zeit an der Spitze der Tageswertung, zeigte sich nach seiner Runde aber dennoch glücklich: „Ich bin zufrieden mit der Runde. Ich bin erst gestern spät angereist und konnte nur eine kurze Proberunde spielen. Die Runde heute war eher ereignisarm und solide, ich habe 15 Grüns getroffen und versucht, den Bäumen aus dem Weg zu gehen. Der Platz ist recht anspruchsvoll, das sieht man ja an den Scores – vor allem die Grüns mit ihren starken Wellen verlangen viel Aufmerksamkeit.“
Zu seinen Zielen erklärt er: „Ich gehe da demütig ran, für mich steht im Vordergrund, meine Leistung abzurufen – aber letztendlich will ich natürlich gewinnen.“ Mit Blick auf die Nominierung zur Nationalmannschaft und der Team-EM ergänzt Banzhaf: „Man will bei den Qualifikationsturnieren auf jeden Fall in unter die Top Ten, da gibt es nunmal eine Menge Punkte. Es gibt ja nicht so viele Turniere, bei denen man punkten kann.“
Marc Mazur mit Wunderschlag
In Schlagdistanz haben sich zudem Thorsten Brümmer (Bochumer GC) mit einer 73 (+2), Rodolfo Erico Junge (GC St. Leon-Rot) mit 74 Schlägen (+3) sowie Lokalmatador Maximilian Rehm jun. (GC Feldafing) und Thomas Biermann (Frankfurter GC) mit jeweils 75 (+4) in Position gebracht. Das Spitzenfeld liegt damit eng beisammen, schon kleine Schwankungen können an den kommenden Tagen große Auswirkungen auf das Leaderboard haben.
Für einen besonderen Moment sorgte Titelverteidiger Marc Mazur (GSV Düsseldorf), der mit einer 77 (+6) von einem geteilten 16. Platz in den zweiten Tag startet. An Bahn 10, einem Par 4, lochte er seinen zweiten Abschlag direkt ein – dank eines zuvor verlorenen ersten Balls „nur“ zum Birdie. Wäre dieser Schlag der erste Ball gewesen, hätte Mazur ein äußerst seltenes Hole-in-one auf einem Par 4 notiert. Trotz des durchwachsenen Gesamtscores bleibt der Titelverteidiger auf einem Platz wie Feldafing, auf dem starke Einzelrunden viel Boden gutmachen können, im erweiterten Kreis der Titelanwärter.
Am zweiten Turniertag wird die Startreihenfolge gedreht. Dann spielen die Männer ab 08:00 Uhr von den Abschlägen 1 und 10. Die Frauen gehen ab 13:00 Uhr in die Tee Boxes.






