Slam Dunk, alte Garde und deutsches Duo über Par
So abwechslungsreich wie das Wetter an der nordirischen Küste in Portrush war, so bunt gemischt ist die Spitzengruppe nach der ersten Runde der 153. Open Championship. Von Sonnenschein über Regen bis hin zu starken Böen war am ersten Tag alles dabei. In Kombination mit schwierigen Fahnenpositionen sahen sich die Spieler einer ordentlichen Herausforderung gegenüber. Die besten Tagesleistungen waren 67er-Runden (-4), die von fünf Spielern aus fünf unterschiedlichen Nationen ins Clubhaus gebracht wurden: Jacob Skov Olesen (Dänemark), Haotong Li (China), Matt Fitzpatrick (England), Christiaan Bezuidenhout (Südafrika) und Harris English (USA).
Während alle fünf Führenden herausragendes Golf zeigten, sorgte der US-Open-Champion Fitzpatrick für einen der Höhepunkte der Auftaktrunde im Royal Portrush Golf Club. Auf Loch 16 gelang dem 30-Jährigen ein sensationeller „Slam Dunk” zum Birdie. Auf dem Par 3 landete sein Abschlag kurz links im hohen Gras, doch Fitzpatrick ließ den schwierigen Chip leicht aussehen. „Ein bisschen Glück, ganz klar“, sagte Fitzpatrick über den Zauberschlag, der direkt im Loch verschwand. „Manchmal braucht man das einfach. Er kam nur etwas härter heraus, als ich erwartet hatte, und auf der perfekten Linie.“ Mindestens genauso beeindruckend war Lis Bilanz in Runde eins. Er blieb nämlich gänzlich ohne Bogey.
Wenn der erste Tag eines gezeigt hat, dann, dass das Treffen der Fairways in Royal Portrush nicht oberste Priorität genießt. Scottie Scheffler traf nämlich nur drei der 14 Fairways und unterschrieb dennoch eine 68 (-3). Auf eine Nachfrage entgegnete Scheffler: „Ich fand eigentlich, dass ich ziemlich gut gedrivt habe. Ich weiß nicht, was ihr da seht. Wenn es seitlich regnet, ist es gar nicht so einfach, den Ball auf dem Fairway zu halten, ob ihr es glaubt oder nicht.“ Der Weltranglistenerste teilt sich Platz sechs mit den Engländern Matthew Jordan und Tyrrell Hatton sowie Sadom Kaewkanjana aus Thailand.
Ein besonderes Bild ergab sich zu einem früheren Zeitpunkt der ersten Runde der Open Championship, als mit Phil Mickelson und Lee Westwood zwischenzeitlich zwei Spieler der älteren Generation auf den vorderen Plätzen des Leaderboards zu finden waren. Die beiden LIV-Spieler präsentierten sich vor allem auf den ersten Löchern von ihrer besten Seite. Westwood lag nach zwölf Löchern vier unter Par und brachte letztlich eine 69 (-2) ins Clubhaus. Damit teilt der Engländer, dem noch immer ein Major in seiner Titelsammlung fehlt, Rang zehn unter anderem mit den Höjgaard-Zwillingen sowie Westwoods Landsmann Justin Rose. Mickelson teilt sich Platz 20 mit einem Ergebnis von -1. Ihm gelang unter anderem ein Hole-out aus dem Bunker. Ebenfalls bei -1: Lokalmatador Rory McIlroy sowie der letzte Portrush-Champion, Shane Lowry.
Trotz guter Anfangsphasen konnten die beiden deutschen Teilnehmer nicht vorne mitspielen. Stephan Jäger eröffnete seine Runde mit einem Birdie auf der Eins, notierte in der Folge jedoch unter anderem ein Doppel-Bogey auf der Sieben. Vor allem im langen Spiel zeigte sich der Münchner etwas wacklig, konnte jedoch immer wieder dank starker Up-and-Downs das Par retten. Die Statistik „Strokes Gained: Around the Green” führte der zweifache Vater mit einem Wert von +3,35 sogar an. Mit einer 72 (+1) geht Jäger als geteilter 45. in den zweiten Tag.
Sein Elite-Team-Germany-Kollege Matti Schmid benötigte einen Schlag mehr und teilt sich nach einer 73 (+2) Rang 70. Für den gebürtigen Regensburger ging es mit einem Birdie auf Loch zwei gut los, eine Bogey-Serie von Loch sechs bis neun warf den ehemaligen Sieger der Silbermedaille als bester Amateur bei der Open jedoch zurück. Sowohl für Jäger als auch für Schmid geht es am Freitag also in erster Linie um den Cut.








