Sieben Anfängerfehler – und wie man sie vermeidet
Golf erlebt seit der Corona-Pandemie einen neuen Aufschwung. Viele, die früher nur am Rande mit dem Sport in Berührung kamen, stehen plötzlich mit Schläger und Bag auf der Range – und entdecken eine Leidenschaft, die im besten Fall Leben lang bleibt. Klar ist aber auch: Der Einstieg ist anspruchsvoller als in vielen anderen Disziplinen. In kaum einer Sportart werden so viele Meinungen geteilt, technische Details erklärt und schnelle Ratschläge gegeben wie im Golf. PGA-Pros, YouTube-Coaches, Equipment-Gurus – wer beginnt, muss zunächst filtern, was wirklich relevant ist. Dabei entstehen Fehler, die Anfänger oft ausbremsen. Sieben typische Stolperfallen haben wir für Sie zusammengetragen – und erklären Ihnen, wie man sie von Anfang an umgeht.
1. Golf ohne Pro lernen
Die wichtigste Grundlage: ein qualifiziertes Training. Viele Einsteiger versuchen es erst einmal auf eigene Faust oder lassen sich von Freunden „etwas zeigen". Die Gefahr dabei: Wer zu Beginn die falsche Bewegungen lernt, braucht später länger, um sie wieder zu korrigieren. Ein guter Golf-Pro analysiert nicht nur den Schwung, sondern vermittelt ihn so, dass er für den jeweiligen Menschen verständlich ist. Wichtig ist deshalb auch, dass es menschlich passt: Suchen Sie sich einen Golflehrer, dem Sie vertrauen, der mit seiner Aufmerksamkeit präsent ist und der verständlich erklären kann.
2. Verwirrung durch Social-Media-Videos
TikTok, Instagram & YouTube bieten unzählige Tipps – viele sind gut gemeint, aber längst nicht alle sind auch hilfreich für Anfänger. Ein Schwung, der für einen Tourpro funktioniert, kann für Einsteiger völlig ungeeignet sein. Wer gerade erst Basisbewegungen lernt, sollte sich nicht von jedem Trend beeinflussen lassen. Wichtig: Arbeiten Sie an den Grundlagen – und lassen Sie sich diese einfach vermitteln, nicht kompliziert. Zusätzliche Impulse führen häufig zu Verwirrung und Frust.
3. Zu früh teure Schläger kaufen
Individuelle Fittings können natürlich sinnvoll sein – aber nicht unbedingt im ersten halben Jahr. Golfanfänger entwickeln ihre Bewegung sehr schnell. Wer sofort mehrere tausend Euro in ein maßgeschneidertes Set investiert, riskiert, dass die Schläger schon nach wenigen Monaten nicht mehr passen. Besser geeignet für den Einstieg sind Paket-Sets oder gebrauchte Schläger – vorausgesetzt, die Länge passt. Sie bieten alles, was man benötigt, um solide Grundlagen zu schaffen. Sobald der Schwung stabiler wird, lohnt sich eine professionelle Anpassung.
4. Zu schnell auf dem Platz
Viele Neueinsteiger wollen so schnell wie möglich „richtig“ Golf spielen – also neun oder 18 Löcher absolvieren. Und manche finden Wege, auch ohne Platzreife abzuschlagen. Wer jedoch zu früh auf den Platz geht, überfordert sich oft: schwierige Lagen, weite Schläge, Druck durch schnellere Flights. Ein sinnvoller Aufbau sieht anders aus: Erst die Grundlagen auf der Range erlernen und festigen. Dann kurze Spielbahnen und Pitch-&-Putt-Plätze nutzen. Erst danach auf den großen Kurs – wenn Sie die Erlaubnis dafür erworben haben. Für eine nachhaltige Freude am Spiel ist das meistens der beste Weg.
5. Putten unterschätzen
Anfänger beschäftigen sich fast immer mit langen Schlägen. Dabei werden die meisten Schläge auf und um das Grün vergeben – unabhängig vom Handicap. Putten ist die einfachste Disziplin im Golf, braucht kaum Kraft und lässt sich überall üben, selbst im Wohnzimmer. Wer auf dem Grün solide spielt, spart mehr Schläge als jeder 220-Meter-Driver. Entwickeln Sie deshalb frühzeitig eine ein sicheres Gefühl beim Putten.
6. Falsches Verständnis vom Ballflug
Viele Einsteiger glauben, sie müssten den Ball „hochheben“ oder mit den Händen steuern. Dadurch entstehen getoppte Schläge, Slice und dünn getroffene Bälle. Die Wahrheit ist: Golf funktioniert fast immer andersherum. Der Schläger hebt den Ball automatisch durch die Neigung des Schlägerblattes. Ihre Aufgabe ist es, sauber zu schlagen und den Boden vor dem Ball zu touchieren. Wer lernt, dass guter Ballflug aus einem stabilen Körper, einer kontrollierten Rotation und einem soliden Eintreffwinkel entsteht, verbessert sein Spiel deutlich schneller.
7. Zu schnell zu viel wollen
Golf ist ein Spiel der kleinen Schritte. Niemand – wirklich niemand – spielt nach drei Monaten wie ein Profi. Anfänger haben jedoch oft das Gefühl, jede Runde müsse besser sein als die vorherige. Das führt zu Frust und unnötigem Druck. Golf belohnt diejenigen, die geduldig bleiben, kleine Fortschritte feiern und Niederlagen nicht zu ernst nehmen. Denn jeder Golfer kennt die verschiedenen Welten, die man erlebt: Erst landet der Ball im Rough, ein paar Minuten später gelingt ein Schlag, bei dem selbst Rory McIlroy anerkennend nicken würde.









