Schenk siegt einhändig, Henseleit in Form und ein Titel für Woods junior
Stürmisch war es im Finale der Bermuda Championship. So stürmisch, dass die Spieler aus Pitching-Wedge-Distanz bisweilen ein Eisen 5 in die Hand nahmen, um den Ball bei Gegenwind irgendwie flach in Richtung Fahne zu bekommen. Am besten zurecht kam mit diesen Bedingungen unter dem Strich Adam Schenk, der das vorletzte Turnier der PGA-Tour-Herbstserie nach einer 71 und einem Gesamtergebnis von -12 gewinnen konnte. Es war die Titelpremiere beim 243. Start für den 33-Jährigen aus Indiana. Der Lohn: 1,08 Millionen US-Dollar sowie eine Tour-Karte bis einschließlich 2027.
Der Sieg hatte sich nicht wirklich angedeutet. Denn Schenk, ausgestattet mit einem soliden Spiel vom Abschlag bis zum Grün, hatte in diesem Jahr vor allem mit dem Putting seine Probleme. Top-Ergebnisse bei der Sony Open (T6) und beim Byron Nelson (T5) standen 15 verpasste Cuts gegenüber. Das Straucheln auf dem Grün hatte zur Folge, dass sich der Amerikaner teilweise nur mit einer Hand am Putter zu Werke ging. „Ich sollte mir all meine Gedanken beim Putten aufschreiben, damit ich sie mir in zehn Jahren ansehen und mich darüber amüsieren kann”, erklärte er.
Kommende Woche endet mit der RSM Classic der FedExCup Fall und damit das Rennen um die Kategorien für die kommende Saison. Für Thomas Rosenmüller (T29 auf Bermuda) und Jeremy Paul ((T46) aus dem National Team Germany wartet in Georgia die letzte Chance, sich zumindest unter die Top 125 des FedExCup zu verbessern, die einen “Conditional Status” auf der PGA Tour erhalten. Dazu ist ein Top-Ergebnis nötig. Gleiches gilt für Stephan Jäger, der auf die Top 60 schielt, die mit Starts bei zwei Signature Events belohnt werden. Matti Schmid (T34 auf Bermuda, 64 im FedExCup) wird beim letzten Fall-Series-Turnier nicht mehr antreten.
Grant dominant, Zahlen von 1 bis 6
Auf der LPGA Tour dominierte Linn Grant das The Annika nahezu nach Belieben: 52 fehlerfreie Löcher in Serie, ein souveräner Finaltag mit einer 65er Runde und am Ende ein verdienter Drei-Schläge-Sieg vor Jennifer Kupcho. Für die 25-jährige Schwedin war es nicht nur ihr zweiter LPGA-Titel, sondern auch erneut ein Triumph vor den Augen von Gastgeberin Annika Sörenstam, zu der sie seit Kindertagen aufblickt.
Hinter Grant sorgten mehrere Spielerinnen für besondere Momente: Kupcho hielt gut dagegen, während Gaby Lopez sich mit vier Birdies auf den letzten sechs Löchern noch auf Rang drei schob. Spektakulär war auch Brooke Matthews’ „Traumkarte“ mit Ass, Eagle und der kompletten Zahlenfolge von 1 bis 6 – samt Sportwagen-Leasing und Ticket zum CME-Finale. Seit längerem steht auch fest, dass Esther Henseleit beim lukrativen Saisonfinale mit von der Partie sein wird. Die Norddeutsche aus dem Elite Team Germany beendete die Generalprobe formstark auf Position 15.
Cink mit doppeltem Erfolg
Stewart Cink hat die Saison der PGA Tour Champions mit einem glänzenden Finale abgeschlossen: Der 52-Jährige gewann die Charles Schwab Cup Championship in Phoenix und sicherte sich damit zugleich den Gesamtsieg im Charles Schwab Cup. Cink, der auf der PGA Tour acht Turniere gewann – darunter die Open Championship 2009 im Stechen gegen Tom Watson – zeigte auch in Phoenix seine Routine und Stabilität. Mit konstantem Spiel über alle vier Tage hinweg setzte er sich gegen ein starkes Teilnehmerfeld durch und krönte eine herausragende Saison.
Mit einer abschließenden 67 bei insgesamt 20 unter Par hielt Cink Verfolger Steven Alker auf Distanz, der als Führender in die Finalrunde gestartet war, jedoch mit einem Bogey am Par 5 der 18 seinen Titelhoffnungen den entscheidenden Dämpfer verpasste. Für Cink war es bereits der dritte Saisonsieg und der vierte Triumph auf der Champions Tour – eine weitere Bestätigung seiner starken Form seit dem Wechsel auf die 50-plus-Tour.
Für Bernhard Langer (T14) endete die Saison erstmals seit 2007 ohne einen Titel, dafür konnte der 68-Jährige in Arizona in drei von vier Runden Ergebnisse notieren, die sein Alter unterboten. Alex Cejka beendete das finale Turnier der Saison sechs Schläge hinter dem Sieger auf Rang sechs.
McIlroy liefert Spektakel, Fitzpatrick siegt
Matt Fitzpatrick krönte die Saison der DP World Tour mit seinem dritten Sieg bei der DP World Tour Championship, nachdem er Rory McIlroy im Stechen bezwang. McIlroy lieferte zuvor einen magischen Moment, als er auf der 18 ein Eagle erzielte, um das Playoff zu erzwingen – doch ein Wasserball im Stechen kostete ihn den Turniersieg, nicht jedoch den Gesamterfolg: Der Nordire sicherte sich zum siebten Mal die Saisonwertung und zog damit an Seve Ballesteros vorbei.
Die Saison war für ihn ohnehin herausragend, geprägt vom Masters-Triumph zum Career Grand Slam, starken Siegen und dem Ryder-Cup-Erfolg. Auch aus deutscher Sicht gab es Grund zur Freude: Nicolai von Dellingshausen überzeugte bei seiner Premiere in Dubai mit stabilen Runden und einem 22. Platz, der eine starke Saison des National-Team-Germany-Spielers würdig abschloss.
Erfolg für Charlie Woods
Charlie Woods hat erneut für Aufsehen gesorgt: Nur einen Monat nach der siebten Rückenoperation seines Vaters Tiger führte der 16-Jährige seine Benjamin School aus Palm Beach mit der besten Runde des Tages – einer 68 – zum zweiten Titel bei der FHSAA Class 1A. Für Woods junior setzt sich damit eine beeindruckende Phase im Junior Golf fort: Er rangiert aktuell auf Platz neun der AJGA-Rangliste und wurde jüngst ins Rolex Junior All-American First Team berufen. Ebenfalls bemerkenswert war jedoch die Anwesenheit seines Vaters, der nach einer Bandscheibenoperation wieder öffentlich auftauchte und mit spazierte – ein positives Zeichen, auch wenn es weiterhin keinen Zeitplan für die Rückkehr in den Profisport gibt.








