Rosenmüller überzeugt, Schefflers Serie reißt und eine magische 59
Es war eine durchweg sehr solide Vorstellung von Matti Schmid bei der Scottish Open. Der zweimalige Europameister war nach seinem Heimspiel in München-Eichenried weiter nach North Berwick gereist – und zeigte mit vier Runden unter 70 Schlägen im Renaissance Golf Club einmal mehr, dass er auch in einem mit Weltklassespielern gespickten Feld sehr gut mithalten kann. Am Ende stand ein geteilter 21. Rang zu Buche.
Während Nicolai von Dellingshausen nach zwei starken Runden am Wochenende leider auf den 52. Rang zurückfiel, holte sich Tom Kim an der Nordseeküste seinen ersten Sieg seit 2023. Der Südkoreaner, der zuletzt kaum noch Top-Ergebnisse einspielen konnte und aus den Top 100 der Weltrangliste gefallen war, setzte sich mit zwei Schlägen Vorsprung vor Min Woo Lee durch.
„Ich hatte ein paar harte Jahre“, gestand er. „Ich musste eine Menge Demütigungen hinnehmen und habe dabei viel über mich selbst gelernt. Ich versuche immer noch, mich weiterzuentwickeln, immer noch dazuzulernen – ich habe noch einen langen Weg vor mir. Aber diesen Sieg wollte ich den Menschen widmen, die die ganze Zeit hinter mir standen, mit mir gekämpft und mit mir gefeiert haben.“
Scheffler & Korda: Die Cut-Serien reißen
Für Scottie Scheffler, den aktuell besten Spieler der Welt, endete das Turnier völlig überraschend bereits am Freitag mit einem verpassten Cut. Es war das erste freie Wochenende seit 78 Turnieren. Zuletzt hatte er bei der St. Jude Championship 2022 den Sprung in die Finalrunden verpasst. „Ich habe nicht das Gefühl, so schlecht gespielt zu haben“, erklärte er. „Dieser Platz kann teilweise einfach hart sein.“
Nelly Korda und der Evian Resort Golf Club – es ist noch nicht die ganz große Liebe. Auch die Nummer eins der Damen war bei der Amundi Evian Championship am Wochenende nicht mehr mit von der Partie. Die 27-Jährige hatte zuvor 34 Turniere in Folge den Cut geschafft. In ihren vergangenen zehn Starts hatte sie vier Siege, darunter zwei Majors, gefeiert und neunmal die Top Ten erreicht.
Evian: Playoff-Sieg für Ryu
Wie gut Haeran Ryu den Ball aktuell trifft, wurde auch beim Major in Frankreich deutlich. Die Südkoreanerin setzte sich nach Runden von 66, 68 und 60 Schlägen – neuer Major-Rekord für die niedrigste Runde – an die Spitze des Feldes und kämpfte sich durch einen holprigen Finaltag. Am Ende setzte sich die 25-Jährige, die vor zwei Wochen bereits die Womens PGA Championship gewonnen hatte, im Stechen gegen Brooke Henderson aus Kanada durch. „Es fühlt sich wie ein Traum an“, kommentierte sie. „Vor zwei Wochen hatte ich noch keinen Major-Sieg, jetzt zwei in Folge. Ich kann es kaum glauben.“ Von den deutschen Spielerinnen hatte es keine ins Wochenende geschafft.
Ebenfalls formstark unterwegs ist aktuell Thomas Rosenmüller. Nach Platz sechs beim Heimspiel in München ging es für den Athleten aus dem Elite Team Germany bei der ISCO Championship in Kentucky erfolgreich weiter. Vor allem dank einer 65 im Finale – der besten Schlussrunde des gesamten Feldes – verbesserte er sich beim Parallel-Event zur Scottish Open noch auf den zehnten Rang. Stephan Jäger, der von Position drei in die Schlussrunde gestartet war, fiel durch eine 72 leider auf den 15. Rang zurück.
Johnson holt erstes Senioren-Major
Auch die Senioren hatten in dieser Woche ein Major-Highlight im Kalender. Bei der Kaulig Companies Championship gab es einen klaren Sieger: Zach Johnson schloss das Turnier im Firestone Country Club mit 67, 67, 63 und 68 Schlägen ab und spielte in seiner eigenen Liga. Am Ende hatte der ehemalige Masters-Sieger bei seinem ersten Major-Erfolg auf der PGA Tour Champions sechs Schläge Vorsprung auf Boo Weekley.
Bernhard Langer und Alex Cejka teilten sich den 20. Rang.
Spektakel bei der German Challenge
Für die deutschen Golffans war bei der German Challenge powered by VcG Spektakel geboten. Am Freitag wurden die Zuschauer beim Turnier der HotelPlanner Tour im Wittelsbacher GC Zeugen einer historischen Leistung: Lars van der Vight, der sich im vergangenen Jahr über starke Leistungen auf der Pro Golf Tour eine Spielberechtigung gesichert hatte, machte mit einem Par auf der 18 die vierte 59er-Runde der Geschichte der HotelPlanner Tour perfekt. Die 13 unter Par legten den Grundstein für seinen ersten Sieg auf der Tour. Mit insgesamt -17 setzte sich der Niederländer gegen den Franzosen Julien Sale (-16) sowie Landsmann Wouter De Vries und den Australier Quinton Croker (beide -15) durch.
Aus deutscher Sicht sorgte Hurly Long für das beste Ergebnis. Dank einer starken Schlussrunde von 67 Schlägen verbesserte sich der 30-Jährige noch auf den geteilten fünften Platz. Mit einem Gesamtergebnis von 13 unter Par feierte der Olympiateilnehmer von Tokio nach einer schwierigen Phase mit zahlreichen verpassten Cuts sein erstes Spitzenergebnis der Saison.
„Ich spiele schon seit einer Weile eigentlich ganz gut, aber mental hat es noch nie so richtig zusammengepasst“, kommentierte Long. „Jetzt habe ich meiner Meinung nach wieder etwas gefunden – und schön, dass es gleich geklappt hat. Ich spiele einfach gerne in Deutschland, mit Familie und Zuschauern vor Ort, und ich mag den Platz hier sehr.“








