Rieger erreicht in Spanien Rang fünf
Madrid/Spanien – Der Real Club Puerta de Hierro hatte sich als perfekter Gastgeber und herausragender Platz gezeigt, um unter hohem Druck mit vielen Anforderungen konfrontiert zu werden und dadurch für die Athleten eine maximale Lernkurve zu ermöglichen.
Viertelfinale
Tjelle Rieger hatte sich mit ganz starken Leistungen über die Zählspielqualifikation und die ersten drei Runden Matchplay bis ins Viertelfinale vorgekämpft. Mitunter waren die Siege sehr deutlich, so dass der Hanseat, der im GC Ahrensburg mit dem Golf begonnen hat, inzwischen aber eine feste Größe beim GC St. Leon-Rot ist, mit großem Selbstvertrauen in das Duell mit dem Briten Tom Osborne gehen konnte.
Der Zweitplatzierte der letztjährigen Lytham Trophy steht im World Amateur Golf Ranking auf Position 220. Im Vorjahr hatte der Athlet des Lindrick GC in Spanien in der ersten Matchplay-Runde die Segel streichen müssen.
Ähnlich wie Tjelle Rieger war Osborne sehr souverän durch alle Matches gegangen und stand mit breiter Brust auf dem ersten Tee. Alles war für ein Duell auf Top-Niveau angerichtet und so ging es auch im ersten Drittel der Runde sehr ausgeglichen zu, auch wenn der Engländer zweimal in Führung gehen konnte. Rieger hatte jeweils eine gute Antwort parat und glich sofort wieder aus. Schon da war aber zu sehen, dass Osborne keine Geschenke verteilen würde. Für einen deutschen Lochgewinn war immer ein Birdie nötig. Der Brite hatte einen Zuckertag erwischt, wo einem Talent aus dem Kader von England Golf alles zuzutrauen ist. So kam es dann auch.
Auf Loch 7, einem relativ kurzen Par 4, verzog Tjelle Rieger seinen Drive ins Aus. Dieser Schlag kostete den Wahl-Kurpfälzer das Momentum, zumal Tom Osborne die Gunst des Moments nutzte, um sich mit vier Birdies in Serie abzusetzen. Diesem Zwischenspurt hatte der amtierende Deutsche Lochspielmeister nicht mehr die Pfeile im Köcher, um dagegen zu halten.
Rieger konnte zwar noch einmal auf 3down verkürzen, aber Osborne machte die Tür nicht mehr auf. Am Ende stand ein 5&3-Sieg für den Briten, der anschließend das Halbfinale spielen durfte, während für Tjelle Rieger im Endklassement das bislang beste Ergebnis seiner noch jungen Karriere auf einem internationalen Turnier dieses Niveaus stand.
Super Woche
Dieser hervorragende fünfte Platz war für Tjelle Rieger auch schon kurz nach dem letzten Putt in Madrid Trost: „Ich hatte in Madrid eine super Woche. Das war bisher mein bestes internationales Turnier, deswegen kann ich auch Positives mitnehmen. Die gesamte Woche wird mir in guter Erinnerung bleiben. Mein Golfspiel entwickelt sich in eine gute Richtung, ich arbeite an den richtigen Dingen, muss dem Prozess einfach nur weiterhin vertrauen und dann wird das auf jeden Fall auch nicht die letzte gute Turnierwoche gewesen sein. Die Spanish International hat ein ganz cooles Format. Man muss die ersten beiden Tage überleben und dann werden im Matchplay die Karten immer neu gemischt. Ich bin ein Fan dieses Formats. Der Golfplatz hat richtig viel Spaß gemacht, zu spielen. Es war immer eine gute Challenge, gerade wenn der Wind anging und die Grüns hart wurden, dann musste man sehr viele Entscheidungen treffen, mehr als auf anderen Plätzen. Es war insgesamt eine megageile Woche, eine großartige Erfahrung. Ich habe viel Positives mitnehmen können und freue mich auf die kommenden Aufgaben.“
André Sallmann dankbar
Die Leistung des Gegners konnte André Sallmann nur anerkennen: „Das war heute ein eher kurzes Vergnügen. Nachdem der Engländer vier Birdies in Serie gemacht hat, hat sich Tjelle weiterhin sehr gut gewehrt. Auf den Lochgewinn zum 3down antwortet Osborne aber direkt wieder mit einem Birdie. Das war zermürbend.
Insgesamt muss man anerkennen, dass der Gegner heute dominant gespielt hat. Er wird bei sechs unter Par gelegen haben und hat eigentlich keinen wirklichen Fehler. Daher ist die Enttäuschung, heute nicht den Aufstieg ins Halbfinale geschafft zu haben, gar nicht so groß. Es war gefühlt dann doch offensichtlich.“
„Jetzt muss man das natürlich erstmal alles ein bisschen einsortieren. Insgesamt war diese gesamte Woche ja für das deutsche Team eine sehr erfolgreiche Woche, weil hier wirklich sehr gutes Golf gespielt wurde. Jeder bekommt hier sein Spiel noch mal richtig durchleuchtet, weil dieser Golfplatz das einfach hergibt. Diesen Golfplatz muss ich wirklich noch mal in höchsten Tönen loben. Wenn wir immer solche Plätze spielen könnten, würde jeder deutsche Spieler schnell besser, weil man so viel lernt. Diese Turnierwoche macht aus, dass es eine Kombination ist. Man nimmt hier so viel mit, dass man in die nächste Entwicklungsstufe kommt. Man lernt für sich. Tjelle hat ein großartiges Turnier gespielt und damit auch sein bisher bestes Ergebnis bei einem großen internationalen Turnier erzielt. Das ist eine ganz runde Geschichte“, freute sich Sallmann, ein so positives Fazit ziehen zu dürfen.










