„Viele lehrreiche Situationen“: Rang sechs in Spanien, Gastgeber holen Gold
Mit einer Willensleistung kämpfte sich die deutsche Mannschaft in Flight A, unterlag dort zum Auftakt der Matchplay-Phase dem späteren Titelgewinner trotz starker Vorstellung, gewann am Tag darauf gegen Belgien, um im Finale gegen Italien das Nachsehen zu haben. Diese Woche bei der Team-EM der Jungen in Spanien war für die deutsche Mannschaft eine Achterbahn der Gefühle. Am Ende stand ein sechster Platz in der Endabrechnung, aus dem das Junior Team Germany viel Positives mitnehmen konnte.
Das Finale gegen Italien hielt noch einmal ein packendes Duell parat. Das deutlichste der fünf Matches war ein 3&2-Sieg von Luca Di Mauro gegen Johann Mons vom Hamburger GC. Alle anderen Matches gingen mindestens bis zur 17. Bahn, meistens mit dem besseren Ende für die Italiener. Im Vierer unterlagen Lauri Diener (GC St. Leon-Rot) und Maximilian Franck (GC Bayreuth) gegen Paolo Perrino und Simone Cavaliere mit 1auf. Im zweiten Match des Tages durften die Italiener ebenfalls über einen Punktgewinn jubeln, nachdem Carlo Roman gegen Bjarne Murr (GC St. Leon-Rot) knapp mit 2&1 gewonnen hatte.
Zwei halbe Punkte
Somit standen die Italiener bereits vor den letzten Matches als Sieger fest. Diese teilten sich David Süntzenich (GC Hubbelrath) gegen Giampaolo Gagliardi und Tim Brohl (GC Rhein-Sieg) gegen Giovanni Bernardi. Am Ende stand es 4:1 für die Italiener, die sich damit Platz fünf im Endklassement sicherten. Deutschland beendete das Auf und Ab im spanischen Montecastillo Barceló Golf Club auf Rang sechs. Ein gutes Ergebnis, das von einer starken Mentalität und großem Kampfgeist des deutschen Nachwuchses geprägt war und teils brutalen Bedingungen trotzte.
Das sagt Bundestrainer Pascal Proske:
„Den abschließenden Spieltag gegen Italien haben wir leider verloren. Wir haben einige Fehler gemacht, Bälle an Positionen gespielt, an denen sie nicht hingehörten, und vor allem auf den Grüns zu viele Chancen liegen lassen. Ich würde sagen, dass wir die Matches in erster Linie dort verloren haben.
Insgesamt war die Begegnung bis zum Ende sehr eng. Viele Matches waren lange ausgeglichen, wurden aber auf den letzten Löchern zugunsten Italiens entschieden. Dadurch ging es am Ende sehr schnell: Als nahezu zeitgleich Matches auf den Löchern 16, 17 und 18 beendet wurden, war die Partie praktisch schlagartig entschieden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, noch ein oder zwei Matches drehen und damit auch das Gesamtergebnis zu unseren Gunsten beeinflussen zu können.
Rückblickend haben wir auf den ersten zwölf bis fünfzehn Löchern zu viele Putts liegen lassen, die den Unterschied hätten ausmachen können. Trotzdem war die Woche von vielen lehrreichen Situationen geprägt. Die Jungs haben sich von Tag zu Tag gesteigert, und in unseren täglichen Reflexionsgesprächen konnten wir wichtige Erkenntnisse gewinnen, an denen wir in den kommenden Wochen und Monaten arbeiten werden.
Die Team-Europameisterschaft der Jungen findet im kommenden Jahr in Schweden statt. Unser Ziel ist es, dort die Leistung, zu der wir fähig sind, noch konstanter und besser auf den Platz zu bringen.“
Die Ergebnisse im Überblick:
- Lauri Diener/Maximilian Franck vs. Paolo Perrino/Simone Cavaliere 1auf
- Bjarne Murr vs. Carlo Roman 2&1
- David Süntzenich vs. Giampaolo Gagliardi A/S
- Johann Mons vs. Luca Di Mauro 3&2
- Tim Brohl vs. Giovanni Bernardi A/S
Spanischer Heimsieg
Spanien hat die Team-Europameisterschaft der Jungen im Barceló Montecastillo gewonnen und sich mit einem Finalsieg gegen England den achten Titel in diesem Wettbewerb sowie den ersten seit 2018 gesichert. Nach dem Wiederaufstieg aus der Division 2 im vergangenen Jahr dominierten die Gastgeber das Turnier von Beginn an. Sie qualifizierten sich mit 33 Schlägen unter Par als Nummer eins für die Matchplay-Phase und setzten sich anschließend gegen Deutschland, den Titelverteidiger Tschechien und schließlich England durch. Im Finale sorgten zwei Vierersiege am Vormittag für die Vorentscheidung, ehe Raúl Gómez und Gonzalo Banos die entscheidenden Punkte zum Triumph beisteuerten. Tschechien sicherte sich mit einem 5,5:1,5 gegen die Niederlande Platz drei. Österreich, die Schweiz und Schottland belegten die letzten drei Plätze und müssen 2027 in der Division 2 antreten.
Die Ergebnisse der Finals (Flight A) im Überblick:
- Spanien vs. England 5.5 zu 1,5
- Tschechien vs. Niederlande 5,5 zu 1,5
- Deutschland vs. Italien 1 zu 4
- Belgien vs. Frankreich 2 zu 3







