Rai siegt, McIlroy brilliert, Schneider verpasst Dubai-Finale
Am Ende trafen bei der Abu Dhabi HSBC Championship zwei Spieler im Stechen aufeinander, die das Geschehen bereits an den Vortagen dominiert hatten. Aaron Rai und Ryder-Cup-Star Tommy Fleetwood beendeten das Turnier im Yas Links GC mit Runden von 67 (Rai) beziehungsweise 66 Schlägen (Fleetwood). Unter dem Strich stand für beide Engländer ein Gesamtergebnis von 25 unter Par.
Erneut ging es zurück auf den 18. Abschlag, um den Sieger bei der ersten Station der kompakten Playoff-Serie der DP World Tour zu ermitteln. Mit einem siegbringenden Birdie war es schließlich Rai, der am Ende den Pokal und die damit verbundene Siegprämie in Höhe von 1,318 Millionen Euro in Empfang nehmen durfte. Zuvor hatte der nun dreimalige Gewinner auf der DP World Tour zwischen Brillanz und Belastungsprobe gewechselt: sieben Birdies, zwei Bogeys, ein knapp verpasster Siegputt auf der 18 – und schließlich der Moment des Triumphs, als der Ball im Playoff-Loch aus knapp drei Metern Entfernung fiel.
„Tommy ist ein außergewöhnlicher Spieler – und ein noch besserer Mensch“, sagte Rai, die aktuelle Nummer 30 der Welt. „Mit ihm in den letzten beiden Tagen zusammenspielen zu dürfen, war wirklich etwas Besonderes. Während der Runde ist man so sehr darauf konzentriert, im Moment zu bleiben und seinen Rhythmus zu finden – da fällt es schwer, die Gefühle jetzt in Worte zu fassen. Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, hier zu stehen.“
Fleetwood, der mit zwei Birdies auf den hinteren Löchern zwischenzeitlich in Führung lag, musste sich nach einer fehlerfreien 66er-Runde mit dem zweiten Platz begnügen – wie schon 2020, als Rai ihn beim Scottish Open ebenfalls im Stechen bezwungen hatte. Der Engländer, zuletzt Sieger bei der Tour Championship und in Indien, zeigte erneut seine Klasse, verpasste jedoch trotz nur eines einzigen Bogeys während des gesamten Turniers den nächsten Titel.
McIlroy mit tiefster Runde seiner Karriere – deutsches Duo kämpft
Rory McIlroy hatte mit einer atemberaubenden Schlussrunde von 62 Schlägen die Führung im Clubhaus übernommen und verpasste das Stechen nur um einen Schlag. Zehn unter Par am Finaltag, darunter acht Birdies und ein Eagle, ließen den Nordiren kurzzeitig von einem sensationellen Comeback-Sieg träumen. Trotz dieses historischen Ergebnisses – seiner bislang niedrigsten Runde auf der DP World Tour – reichte es am Ende nicht ganz: McIlroy beendete das Turnier bei 24 unter Par, einen Schlag hinter der Spitze, geteilt mit Nicolai Højgaard.
Nicolai von Dellingshausen, Sieger der Austrian Open, erwischte einen starken Start mit einer 65er-Runde, fiel danach jedoch mit Ergebnissen von 70, 75 und erneut 70 Schlägen zurück. Für die Nummer 40 im Race to Dubai stand am Ende ein 59. Rang (-8) zu Buche – bei insgesamt 72 Teilnehmern im Feld.
Marcel Schneider beendete das Turnier mit einem Schlag weniger auf dem 56. Platz. Anders als von Dellingshausen ist für ihn die Saison damit beendet: Nur die besten 50 des Race to Dubai qualifizieren sich für das große Finale in der kommenden Woche auf dem Earth Course der Jumeirah Golf Estates. Schneider schloss die Saison auf Rang 52 ab – knapp außerhalb der Qualifikationszone.








