Quarterbacks und PGA-Pros im Super-Bowl-Fieber
Amerika ist im Super-Bowl-Fieber. Die 60. Auflage des Mega-Sport-Spektakels findet in der Nacht von Sonntag, 8., auf Montag, 9. Februar, im Levi's Stadium in Santa Clara/Kalifornien statt. Sam Darnold führt seine Seattle Seahawks ins Duell gegen die New England Patriots. Der Quarterback wird sich voll und ganz auf Football konzentrieren und erst danach wieder Zeit für sein Lieblingshobby haben. Denn Darnold ist nicht nur selbst ein sehr guter Golfer, sondern schaut auch immer, wenn es sich zeitlich einrichten lässt, bei großen Golfturnieren vorbei. 2025 war er beim Masters und Ryder Cup verfolgt er sowieso. Beim Teambuilding-Event, das die Seahawks jedes Jahr auf den Golfplatz führt, ist Darnold der Spieler mit dem professionellsten Schwung.
Natürlich ist er nicht der einzige NFL-Star, der in der Freizeit gerne golft. Auch Drake Maye, Quarterback der New England Patriots, liebt es, den kleinen, weißen Ball zu schlagen. Beim Golfturnier, das die NFL jedes Jahr für die Stars der Liga ausrichtet, war er 2025 erstmals dabei und sagte im Interview, was für ein großartiger Sport Golf sei und wie sehr es helfe, mental auch im Stadion bei wichtigen Football-Spielen voll auf der Höhe zu sein. Sowohl die Seahawks als auch die Patriots – beide Clubs haben wie zahlreiche weitere in Nordamerika Fanartikel für Golfer. Bälle, Pitchgabeln, Schlägertücher, Putterhauben und vieles mehr.
Und wer jetzt denkt: New England Patriots und Golf – da war doch was? Richtig. Tom Brady ist immer noch der erfolgreichste Footballer aller Zeiten. Inzwischen ist der ehemalige Patriots-Quarterback zwar in Rente, aber den Super Bowl LV wird auch er sich nicht entgehen lassen. Brady machte auf dem Golfplatz Schlagzeilen, als ihm beim legendären Golf-Showkampf „The Match“ mit Phil Mickelson, Tiger Woods und Peyton Manning die Hose riss – an einer eher peinlichen und empfindlichen Stelle.
Vor allem die von Präzision und Akribie besessenen Quarterbacks lieben das Spiel auf den Fairways und Grüns. So auch Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs, der derzeit wohl zu den Bestverdienern in der NFL zählt. „Golf ist ein großer Teil meines Lebens geworden“, erzählte der Texaner einst in einem Interview mit golf.com. Wenn er privat verreise, schaue er immer, wo die nächsten Golfplätze sind. Er genieße die Weite, die Abwechslung und den Spaß mit Freunden.
Dann geht auch gerne mal eine Zocker-Runde mit Teamkollege Travis Kelce. Der Tight End der Chiefs ist mit 120 Kilogramm auf knapp zwei Meter eher einer der schwereren Jungs. Kelce hat ebenfalls bereits einen Super-Bowl-Ring am Finger – und die Eisen im Keller. Er bewundert Tiger Woods, arbeitet sich scoremäßig langsam in die 80er und postet gerne mal Trickshots (Football mit dem Wedge durchs komplette Kaufhaus in einen Basketball-Korb) auf seinem Instagram-Account. Und was macht eigentlich Joe Montana? Der Hero der San Francisco 49ers und vielleicht beste Footballer aller Zeiten züchtet Pferde, stellt Wein her und – genau – spielt Golf.
Es gibt aber nicht nur golfende Football-Stars, sondern auch große Super-Bowl-Fans unter den professionellen Golfern – allen voran die aus den USA. Jim Furyk mag die Steelers, Tiger Woods die Buccaneers, Keegan Bradley die Patriots, Mickelson die Chargers. Sie alle werden den Super Bowl verfolgen. Auch Johnny Manziel wird sich den Superbowl Nummer 60 in Kalifornien nicht entgehen lassen. Er spielte einst für die Cleveland Browns in der NFL, hat sich nun aber zum Ziel gesetzt, eine zweite Karriere als Golf-Pro zu starten und irgendwann einmal ein PGA-Turnier zu spielen. Zwölf Jahre wolle er sich dafür Zeit geben. Golf und American Football passen halt doch irgendwie zusammen.






