„Putten war super, aber der Driver war nicht gut genug“
2026 will er endlich wieder dabei sein beim Heimspiel in München. Angekündigt hat er sich schon mal. Die bayerischen und deutschen Fans freuen sich, Stephan Jäger bei der BMW International Open in Eichenried Anfang Juli zu sehen. In der Saison 2025 hat es leider nicht geklappt, denn die Jägers waren in gewissen Umständen. Der zweite Sohn war im Sommer unterwegs. Briggs machte die Familie aus Chattanooga in Tennessee komplett. „Ihm geht’s sensationell. Fritz liebt seinen Bruder und will mit ihm spielen, wobei er da natürlich noch ein bisschen warten muss“, erzählt Papa Stephan.
Der Lebensmittelpunkt der Jägers ist längst in den USA. Nur logisch, dass der Golf-Star aus dem Elite Team nicht mehr allzu oft in Germany ist. Jäger: „Da wir mit zwei kleinen Kindern schon viel unterwegs sind, wollen wir nicht nochmal einen Trip reinbauen.“ Heißt: Mal zu Hause bei Frau, Kindern und Hund zu sein – das ist für den Münchner Stephan Jäger Quality Time. 2024 hatte er seinen großen Durchbruch mit dem Premieren-Sieg bei der Houston Open, als er Scottie Scheffler auf Platz zwei verwies. Das sportliche Jahr 2025 fasst er kurz und schmerzlos so zusammen: „Diese Saison war im Großen und Ganzen mittelmäßig. Am Anfang war es gut und wurde dann immer schlechter.“
T3 bei der Sony Open auf Hawaii im Januar, T6 in Mexiko im Februar, T20 bei der Players Championship im März: Es lief tatsächlich vielversprechend an. Jäger spielte zum zweiten Mal in Serie alle vier Majors, dort aber eher keine größere Rolle. „Dass ich bei Sony auf Hawaii ein Chance auf den Sieg hatte, war natürlich interessant. Ich hoffe, dass ich mehrere solcher Chancen in der Saison 2026 bekomme. Nach dem Sommer mit der Geburt des zweiten Sohnes lief's nicht mehr ganz so rund, Jäger beendete 2025 mit zwei verpassten Cuts im November. Aber wer will's dem jungen Vater schon verübeln, wenn er mehr Zeit am Wickeltisch als in der Teebox verbringt.
Seit einigen Wochen arbeitet er mit einem neuen Trainer zusammen und wird versuchen, mit diesem an den Baustellen zu arbeiten. „Mein Putten war super, aber der Driver war nicht gut genug“, sagt Jäger. Auch im Eisenspiel erhoffe er sich für 2026 deutlich mehr Stabilität. Tatsächlich liegt er in der Putt-Statistik teils deutlich vor den europäischen Ryder-Cup-Heroes McIlroy, Straka, Åberg, Rose und MacIntyre. Die Zahlen beim Approach und vor allem beim Driving sind alles andere als zufriedenstellend. Da muss man im Tableau weiter scrollen, um den Namen „Jaeger“ zu finden. Wobei die Länge vom Tee nicht mehr das Problem ist, sondern vielmehr die Konstanz.
Klar habe er sich eine bessere Platzierung im FedEx-Cup-Ranking gewünscht. „Aber es war jetzt auch nicht super schlecht.“ In der Weltrangliste ist Jäger nun nicht mehr Deutschlands Top-Golfer. Ein anderer Bayer hat ihn überholt, was ihn mehr freut als ärgert. Jäger: „Matti hatte einen sehr guten Sommer, ich freue mich richtig für ihn.“ Treffen werden sich die beiden deutschen PGA-Tour-Pros Ende Januar in Palm Springs, wenn Jäger bei The American Express ins Sportjahr 2026 starten wird. So viele Turniere wie möglich wolle er spielen, um sich wieder nach vorne zu arbeiten und vielleicht doch noch das eine oder andere Signature Event mitzunehmen.
Bis es soweit ist, wird zu Hause bei den Jägers in Tennessee erst einmal Weihnachten gefeiert. Natürlich mit Familie. Mama Shelby wird mit den drei Männern Stephan, Fritz und Briggs schon klarkommen. Und dann ist da ja noch Retriever Phil, der sein Rudel beschützt. Bis er mit den Jungs toben kann, muss er noch eine Weile warten. Wie beim Golf: Alles eine Frage der Geduld.









