Perfekte Proberunde: So bereiten Sie sich wie ein Profi vor
Für viele Clubgolfer ist die Proberunde vor einem Turnier vor allem eines: eine zusätzliche Runde Golf. Für Fabian Bünker, PGA Golf Professional und ehemaliger Nationalspieler, ist sie dagegen einer der „am meisten unterschätzten Schlüssel zum Turnierefolg“. In seinem Podcast (s. Video unten) erklärt er, warum „mindestens 99 Prozent aller Proberunden völlig falsch gespielt werden“ – und wie Sie es besser machen können.
Was viele Amateure falsch machen
Ein häufiger Denkfehler: Die meisten behandeln die Proberunde wie ein normales Zählspiel. Das schadet der Vorbereitung. „Eine Proberunde ist keine normale Golfrunde und hier wird nicht auf Score gespielt“, betont Bünker. „Es geht darum, den Platz kennenzulernen, Gefahrenstellen an den einzelnen Bahnen zu erkennen und zu wissen, wo du deine Stärken einsetzen kannst.“ Am Ende soll ein „glasklarer Plan“ stehen, wie Bünker es nennt, mit dem man in die Turnierrunde startet: Für jedes Loch sollte feststehen, welcher Schläger vom Tee, welche Zielbereiche und welche Strategie sinnvoll sind – offensiv oder defensiv.
Vorbereitung abseits des Platzes
Dazu gehört auch die richtige Vorbereitung abseits des Platzes. Idealerweise findet die Proberunde am Tag vor dem Turnier statt, damit Platz- und Grünverhältnisse möglichst identisch sind. Auch ein Blick auf Wetter und Wind, aktuelle Platzinfos des Clubs oder Satellitenbilder (etwa per Google Maps) können helfen, sich vorab ein Bild zu machen. Auf dem Platz selbst gilt für Bünker eine klare Regel: kein Ergebnisdenken. Wer in einer Proberunde Stableford-Punkte zählt oder anfängt gegen die Kumpels zu zocken, verliert den Blick für das Wesentliche – den Platz. Bedeutet: Wenn ein Schlag misslingt, wird der Ball nicht einfach weitergespielt. Schlagen Sie stattdessen einen weiteren Ball, um Erfahrung zu sammeln.
Bünkers Tipp für optimale Proberunden
Auch auf dem Grün rät Bünker zu einer anderen Herangehensweise, als viele sie gewohnt sind: statt jeden Putt zu lochen, lieber mehrere lange Putts aus wahrscheinlichen Fahnenbereichen spielen, Breaks und Geschwindigkeiten testen und sich Notizen zu Ondulierungen machen. Auch Fotos können helfen.
Wichtig ist für Bünker auch die Analyse Proberunde. Zuerst werden die Erkenntnisse sortiert: Was hat funktioniert? Wo lauern Gefahren? Wo ist Risiko möglich und wo Sicherheit gefragt? Anschließend entwickeln Sie einen Spielplan für den Wettkampf. Danach folgt eine kurze, gezielte Trainingseinheit für jene Schläge, die Sie auf dem Platz besonders häufig spielen werden. „Am Ende solltest du wissen, was du bei jedem Schlag und an jedem Loch tun möchtest“, sagt Bünker. So entsteht Klarheit. Und die ist bekanntlich in jedem Wettkampf wichtig.








