Paul: „Auf dem Weg zu alter Stärke“
Für Yannik Paul war die Saison 2025 auf der DP World Tour alles andere als einfach. „Es war natürlich eine enttäuschende Saison“, sagt der 31-Jährige im Gespräch mit Golf.de. „Bis zur Sommerpause war es spielerisch ordentlich, aber oft war eine Runde dabei, die nicht so gut war – und dann wirst du eben 30. bis 50. Da war vieles nah dran.“
Nach der Sommerpause folgte der größte Einschnitt. Paul nutzte drei turnierfreie Wochen, um im Fitnessbereich intensiver zu arbeiten – mit schwerwiegenden Folgen: „Ich habe mir den Rücken so verletzt, dass ich fünf Wochen gar kein Golf spielen konnte. Acht bis neun Wochen lang hatte ich damit Probleme. Das war eine bittere Zeit.“ Selbst alltägliche Bewegungen waren kaum möglich.
Dennoch versuchte Paul, möglichst schnell wieder ins Turniergeschehen zurückzukehren. „Ich habe versucht, durch den Schmerz durchzuspielen, aber das hat einfach länger gedauert. Auch als es mir körperlich besser ging, brauchte ich Zeit, um wieder in die richtige Position zu kommen.“ Erst in den letzten Turnieren zeigte die Formkurve wieder klar nach oben. Vier Cuts aus den letzten fünf Starts geben Anlass zur Hoffnung.
In Zahlen: Paul absolvierte 26 Turniere, schaffte zwölf Mal den Cut und erzielte mit einem dritten Platz sein bestes Saisonergebnis. Er beendete das Jahr auf Rang 121 im Race to Dubai.
Putten als Lichtblick
Einen klaren positiven Aspekt hebt Paul dennoch hervor: „Das Putten hat sich deutlich verbessert. In den ersten fünf Monaten hatte ich damit große Probleme, dann wurde es in der zweiten Saisonhälfte richtig gut.“ Aus einer Schwäche sei eine Stärke geworden – auch dank der intensiven Zusammenarbeit mit seinem Coach Matt Jones. „Das war auf jeden Fall das Beste an dieser Saison.“
Verbesserungsbedarf sieht Paul dagegen im langen Spiel, vor allem vom Tee. „Driving war eigentlich immer eine Stärke, aber dieses Jahr – vor allem in der zweiten Hälfte – war es nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Das lag sicher auch an der Verletzung.“ Genau dort soll in der Offseason der Fokus liegen.
Highlights zwischen Shanghai und Familie
Sportlich gesehen ragt der dritte Platz in Shanghai als Saisonhöhepunkt heraus. Für Paul war jedoch ein anderes Turnier emotional besonders: die Zurich Classic. „Mit meinem Bruder zusammen auf der PGA Tour zu spielen, war unser Traum, als wir aufgewachsen sind. Auch wenn wir dort nicht gut abgeschnitten haben, war das ein absolutes Highlight.“ Ein weiterer Fixpunkt ist für ihn jedes Jahr die Turnierwoche in München, bei der er vor Familie, Freunden und heimischem Publikum spielt.
Rückblickend zieht Paul klare Lehren aus der Saison: „Man muss mit Rückschlägen umgehen können, denn sie gehören dazu. Und manchmal ist es besser, bei einer Verletzung komplett auszusetzen, statt durch den Schmerz durchzuspielen.“ Heute weiß er: „Im August hätte ich mir einfach drei bis vier Monate Pause nehmen sollen. Das würde ich in Zukunft anders machen.“
Blick nach vorn
Aktuell trainiert Paul bis Ende Januar intensiv in Arizona mit den Schwerpunkten Fitness und Technik. „Ich freue mich darauf, mal fünf oder sechs Wochen zu Hause zu sein. Seit August war ich kaum dort.“ Sportlich stehen Starts auf der HotelPlanner Tour und der DP World Tour an. „Bis Mai werde ich beides spielen. Je nachdem, wie gut ich auf der DP World Tour spiele, ergeben sich weitere Möglichkeiten.“
Trotz aller Schwierigkeiten überwiegt am Ende der Optimismus. „Ich habe das Gefühl, dass es langsam wieder bergauf geht“, sagt Paul. „Ich bin auf dem Weg, wieder zu meiner alten Stärke zu finden, und möchte mich sogar noch weiter verbessern.“








