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Nadine Anstatt bewegt sich in verschiedenen Sportwelten | © Getty Images / instagram.com

Nadine Anstatt: Bundesliga-Fußballerin gestaltet die Zukunft des Golfsports mit

Der Aufstieg mit dem 1. FSV Mainz 05 in die 1. Bundesliga war für Nadine Anstatt die Erfüllung eines langjährigen Traums. Vier Jahre zuvor war sie mit dem Ziel nach Mainz gekommen, gemeinsam mit dem Verein den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse zu schaffen. Dass dieser Traum nun Wirklichkeit geworden ist, bedeutet der Fußballerin besonders viel – auch, weil Mainz ihre Heimatstadt ist und sie eine enge Verbindung zum Verein hat.

 

„Vor vier Jahren bin ich mit dem Traum nach Mainz gekommen, gemeinsam mit dem Verein den Sprung in die 1. Bundesliga zu schaffen. Dass uns das nun gelungen ist, hätte ich damals so nicht unbedingt erwartet“, sagt Anstatt.

 

Der Weg dorthin verlief allerdings nicht so geradlinig, wie es die Abschlusstabelle vermuten lässt. Nach einer Findungsphase zu Saisonbeginn musste die Mannschaft einige Herausforderungen meistern und Rückschläge verarbeiten. Gerade diese Phase habe das Team enger zusammengeschweißt und widerstandsfähiger gemacht. In der entscheidenden Saisonphase sei schließlich ein Flow entstanden, in dem jede Spielerin wusste, was zu tun war, und das Vertrauen innerhalb der Mannschaft groß war.

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Zwischen Fußballplatz und Golfverband

Während sie seit ihrer Kindheit von Fußball begleitet und geprägt wurde, kam Golf erst deutlich später hinzu. Erst während ihres Studiums sammelte sie erste Erfahrungen mit diesem Sport und entdeckte eine Welt, die ihr zuvor kaum bekannt war. „Ich hatte ehrlich gesagt kaum Berührungspunkte mit dem Sport und auch keine Vorstellung davon, wie vielfältig und anspruchsvoll Golf tatsächlich ist“, erzählt sie.

 

Heute arbeitet sie im Bereich Sportentwicklung beim Deutschen Golf Verband und beschäftigt sich dort mit Themen, die weit über den Sport hinausreichen: Safe Sport, Geschlechtergerechtigkeit, Ehrenamt sowie die Förderung von Frauen und Mädchen im Golfsport gehören zu ihren zentralen Aufgabenfeldern. „Sport begleitet mich, seit ich denken kann, und hat schon immer einen festen Platz in meinem Leben“, sagt Anstatt. Dabei geht es ihr nicht nur um Leistung und Wettbewerb. Sport fördere Gesundheit und persönliches Wachstum, schaffe Gemeinschaft und verbinde Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund.

Safe Sport und Chancengleichheit

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit beim DGV liegt auf der Weiterentwicklung des Safe-Sport-Bereichs. Das Ziel besteht darin, sichere Strukturen im Golfsport zu schaffen und eine Kultur zu fördern, in der Respekt, Vielfalt und Chancengleichheit selbstverständlich sind. „Es geht nicht nur darum, Konzepte zu entwickeln, sondern sie auch nachhaltig in Vereinen und Golfanlagen zu verankern“, erklärt Anstatt. Gerade Aufklärung, Handlungssicherheit und eine offene Kultur seien entscheidend dafür, dass Präventionsmaßnahmen im Alltag tatsächlich gelebt werden.

 

Beim Thema Geschlechtergerechtigkeit sieht sie zwar Fortschritte, aber auch weiterhin Entwicklungspotenzial – im Golf ebenso wie in vielen anderen Sportarten. Die Entwicklung des Frauenfußballs betrachtet sie dabei als positives Signal für den gesamten Frauensport. Große Turniere und die wachsende mediale Aufmerksamkeit könnten dazu beitragen, dass auch andere Sportarten stärker wahrgenommen werden und sich weiterentwickeln.

Begeisterung für den Nachwuchs

Neben ihrer Tätigkeit beim DGV und ihrer Karriere als Fußballerin engagiert sich Anstatt außerdem als Co-Trainerin einer U13-Mädchenmannschaft. Gerade die Arbeit mit jungen Spielerinnen bereitet ihr große Freude. „Die Spielerinnen sind neugierig, lernbereit und machen oft in kurzer Zeit technische, taktische, aber auch persönliche Fortschritte“, sagt sie.

 

Ihr sei dabei besonders wichtig, auf Augenhöhe zu arbeiten und jungen Menschen Freiräume für ihre eigene Entwicklung zu geben. Gleichzeitig brauche es Orientierung und Begleitung – und vor allem dürfe der Spaß am Sport niemals verloren gehen. Dass Mädchen heute grundsätzlich bessere Möglichkeiten und mehr Vorbilder haben als frühere Generationen, bewertet Anstatt positiv. Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen: So steigen Mädchen in manchen Sportarten später ein, brechen in der Pubertät häufiger ab und sind in Trainer- oder Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert.

Golf als Ausgleich

Wenn es die Zeit zulässt, greift die Bundesliga-Fußballerin selbst zum Golfschläger. Große sportliche Ambitionen verfolgt sie dabei jedoch nicht. „Es geht mir dabei nicht um Leistung, sondern einfach darum, runterzukommen und Spaß zu haben“, sagt sie.

 

Dennoch nimmt sie aus ihrer Fußballkarriere Eigenschaften mit, die auch auf dem Golfplatz hilfreich sind: Fokus, Konzentration und der Umgang mit Fehlern. „Aus dem Fußball bin ich es gewohnt, mich schnell wieder zu sammeln, den Fokus zu behalten und Fehler nicht zu groß zu machen.“

Sport als verbindende Kraft

Anstatt hat klare Vorstellungen für ihre Zukunft. Im Fußball möchte sie die Zeit in der Bundesliga genießen und möglichst viele Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig beschäftigt sie sich bereits mit der Rolle als Trainerin und der Frage, wie sie ihre Erfahrungen künftig weitergeben kann. Beruflich möchte sie ihre Erfahrungen aus dem Leistungsfußball, der Nachwuchsarbeit und der Sportentwicklung verbinden, Verantwortung übernehmen und sich insbesondere für die nachhaltige Entwicklung von Menschen, Strukturen und des Sports einsetzen.

 

Denn für Anstatt ist Sport weit mehr als Wettkampf und Ergebnislisten. „Sport hat die besondere Kraft, Gemeinschaft zu schaffen und Werte zu vermitteln“, sagt sie. Eine Überzeugung, die sie als Bundesliga-Fußballerin, Trainerin und Sportentwicklerin jeden Tag aufs Neue lebt.

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