Murr setzt mit zwei Eagles das erste Ausrufezeichen
Valencia/Spanien – Jugendliche aus 33 Nationen sind bei den European Young Masters 2026 am Start. Gespielt wird um die Titel in den Einzelwertungen der Jungen und Mädchen sowie um den inoffiziellen Team-Europameistertitel der U16.
Deutschland tritt in Valencia als Titelverteidiger an. Bundestrainer Pascal Proske und Mentalcoachin Antonia Eberhard betreuen mit Bjarne Murr, Helena Baraka und Cecilie Volckens drei Spieler des GC St. Leon-Rot sowie Fabian Buhl vom GC München-Aschheim.
Nach der ersten von drei Runden belegt das deutsche Team den fünften Platz. Fünf Schläge fehlen derzeit auf Gastgeber Spanien, der die Mannschaftswertung anführt. Für das Teamergebnis zählen an jedem Tag die drei besten Resultate. Damit bleibt für die beiden kommenden Runden noch viel Bewegung im Klassement möglich.
Das beste deutsche Ergebnis des Auftakttages brachte Bjarne Murr ins Clubhaus. Der 16-Jährige, der bereits zum dritten Mal an den European Young Masters teilnimmt, spielte eine 69 und liegt damit bei drei unter Par auf Rang drei der Jungenwertung.
Murr brachte aus den vergangenen beiden Jahren bereits viel Erfahrung mit. Im Vorjahr hatte er mit Deutschland die Teamwertung gewonnen und zusätzlich den zweiten Platz in der Einzelwertung belegt. Auch in Spanien zeigte er vom Start weg, dass er erneut vorne mitspielen kann.
Zwei Eagles
Seine Runde verlief abwechslungsreich. Vier Bogeys standen auf der Scorekarte, doch Murr glich diese Schlagverluste mehr als aus. Den entscheidenden Unterschied machten zwei Eagles, flankiert von drei Birdies.
Der erste Eagle gelang ihm auf Loch 3. Das 470 Meter lange Par 5 bewältigte der Spieler des GC St. Leon-Rot mit einem Eisen 2 vom Abschlag und einem Eisen 4 ins Grün. Danach blieb ihm ein Putt aus etwas mehr als drei Metern, den er sicher verwandelte.
Auf Loch 15 folgte der zweite große Höhepunkt. Zwischen Abschlag und Fahne lagen auf diesem Par 5 insgesamt 505 Meter. Murr nutzte den leichten Rückenwind und platzierte seinen Drive so gut, dass noch rund 240 Meter bis zur Fahne verblieben. Mit dem Holz schlug er den Ball auf weniger als einen Meter an den Stock und lochte anschließend zu seinem zweiten Eagle.
Zwei Eagles innerhalb einer Runde waren Murr schon einmal bei einem Turnier in Frankfurt gelungen. Nun wiederholte er dieses Kunststück auf einer der größten europäischen Nachwuchsbühnen.
Mit seinem Spiel war der deutsche Nationalspieler entsprechend zufrieden: „Heute war es aus der Box größtenteils sehr gut, besser als in den letzten Wochen. Mein Shortgame war heute stark und es sind viele Sachen gut gelungen. Es bedeutet mir sehr viel, dass ich jetzt das dritte Mal dabei sein darf, weil es bedeutet, auch dreimal für sein Land zu spielen. Letztes Jahr haben wir gewonnen, das macht es natürlich ganz besonders, jetzt wieder dabei zu sein.“
Mit seiner 69 hat sich Murr eine hervorragende Ausgangsposition für die beiden verbleibenden Runden erarbeitet. Der Rückstand auf die Spitze ist gering, und nach seinem starken Auftakt gehört er weiterhin zu den Spielern, die in der Einzelwertung ganz vorne mitmischen.
Buhl schafft es in die Top Ten
Auch Fabian Buhl erwischte bei seinem Debüt einen soliden Start. Der Spieler des GC München-Aschheim notierte vier Birdies und ebenso viele Bogeys. Mit 72 (Even) Schlägen platzierte der Bayer sich direkt in der Top Ten der Jungenwertung. Buhl zeigte auf dem anspruchsvollen Platz, dass auch er sich viele Chancen erspielen kann. Vier Schlaggewinne waren eine gute Grundlage, auf der der Münchener in den kommenden beiden Tagen aufbauen kann.
Baraka lange deutlich unter Par
Bei den Mädchen kamen Helena Baraka und Cecilie Volckens jeweils mit einer 75 ins Recording. Beide liegen damit bei drei über Par gemeinsam auf Rang 17.
Baraka war mit dem Rückenwind eines Turniersiegs in den Niederlanden nach Spanien gereist und zeigte über weite Strecken, warum sie derzeit viel Selbstvertrauen besitzt. Nach 16 Löchern lag sie dank fünf Birdies bei nur zwei Bogeys deutlich unter Par.
Erst kurz vor dem Ende ihrer Runde musste sie eine hohe Zahl notieren. Dadurch fiel ihr Ergebnis noch auf 75 Schläge zurück. Der Endscore zeigte deshalb nur bedingt, wie stark Baraka über einen Großteil des Tages gespielt hatte.
Volckens mit zwei Doppelbogeys
Auch Cecilie Volckens unterschrieb eine 75. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot brachte zwei Birdies auf ihre Karte und hatte zunächst nur ein Bogey hinnehmen müssen. Auf der Back Nine waren die zwei Doppelbogeys zu viel, um unter Par zu bleiben.
Deutschland bleibt in Reichweite
In der Teamwertung gingen am ersten Tag die Ergebnisse von Murr, Buhl und einer der beiden deutschen Spielerinnen ein. Mit Rang fünf blieb Titelverteidiger Deutschland in Reichweite der führenden Nationen. Alle vier deutschen Spieler hatten starke Phasen, verloren aber auf wenigen Löchern mehrere Schläge.
Bundestrainer Pascal Proske war mit dem ersten Auftritt seiner Mannschaft insgesamt einverstanden. Bei schwül-heißen Bedingungen habe das Team gezeigt, welche Möglichkeiten es besitzt: „Heute war ein Tag, an dem wir sehen konnten, zu was die Athleten in der Lage sind. Alle sind gut drauf, alle können jetzt hier wirklich gut spielen. Der Platz ist anspruchsvoll, man muss sehr aufmerksam sein. Zwar lässt er viele Birdies zu, aber ist gefährlich genug, durchaus mal die ein oder andere höhere Nummer zu fordern. Wir haben auf jeden Fall viele Schläge auf wenigen Löchern liegen lassen. Aber wir sind vorne mit dabei. Dieser erste Tag hat gezeigt hat, dass unsere Spieler in Form sind. Wir gucken jetzt, dass wir die nächsten Tage schön weiter nach vorne arbeiten, um tatsächlich dann auch zu schauen, ob wir unseren Titel hier verteidigen können. Das Mindset ist richtig und das Skillset von den Spielern auch. Wir sind guter Dinge.“
El Saler verlangt volle Aufmerksamkeit
Der Platz des Parador de El Saler gehört zu den renommiertesten Golfanlagen Spaniens. Er wurde 1968 von Javier Arana entworfen und liegt im Naturschutzgebiet El Saler unmittelbar an der Mittelmeerküste. Das Layout verbindet offene, windanfällige Bahnen mit Bereichen, die durch mediterranen Wald führen. Einige Abschnitte erinnern an klassische schottische Linksplätze, andere tragen einen deutlich südeuropäischen Charakter.
Der Par-72-Kurs bietet viele Möglichkeiten auf Birdies und Eagles, bestraft ungenaue Schläge aber konsequent. Genau dieses Wechselspiel war auch am ersten Turniertag zu beobachten.
El Saler war bereits Austragungsort bedeutender internationaler Wettbewerbe. Unter anderem fanden dort 2003 die Seve Trophy sowie vier Ausgaben der Spanish Open statt.
Bühne für Europas größte Talente
Die European Young Masters werden seit 1995 ausgetragen und gehören zu den wichtigsten internationalen Wettbewerben für Nachwuchsspieler unter 16 Jahren. Jede Mannschaft besteht aus zwei Jungen und zwei Mädchen. Die drei besten Ergebnisse eines Teams fließen an jedem der drei Turniertage in die Mannschaftswertung ein.
Das Turnier gilt seit vielen Jahren als Bühne für spätere Weltklassespieler. Jon Rahm, Rory McIlroy, Viktor Hovland, Sergio Garcia und Matthew Fitzpatrick nahmen in ihrer Jugend ebenso teil wie Carlota Ciganda, Georgia Hall, Bronte Law und Suzann Pettersen.
Auch Deutschland blickt bei den European Young Masters auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. Mehrfach gewann das Junior Team Germany sowohl Einzel- als auch Mannschaftstitel. Besonders herausragend verliefen die Jahre 2006 und 2014, als sämtliche Goldmedaillen nach Deutschland gingen.
In den Jahren 2019, 2020 und 2021 gewann Deutschland jeweils die Teamwertung und stellte mit Paula Schulz-Hanßen, Emilie von Finckenstein und Helen Briem zugleich die Siegerin bei den Mädchen.
Im vergangenen Jahr führte Pascal Proske die deutsche Auswahl im Racing Club de France zum Mannschaftstitel. In Valencia läuft nun der Versuch, diesen Erfolg zu wiederholen.






