Morikawas Nervenstärke und Kims Märchenmoment
Das Finale des Pebble Beach Pro-Am war geprägt von stürmischen Bedingungen und zahlreichen Führungswechseln. Am Ende stemmte vor der malerischen Kulisse an der kalifornischen Pazifikküste Collin Morikawa den Glaspokal in den bedeckten Himmel. Ein Birdie auf der 18 zur 67 entschied das spannende Titelrennen für den zweimaligen Major-Gewinner und beendete eine 28 Monate dauernde, titellose Zeit. Bei 22 unter Par hatte er einen Schlag Vorsprung auf Min Woo Lee und Sepp Straka. Scottie Scheffler, der im Finale eine spektakuläre 63 notierte, teilt Rang vier mit Tommy Fleetwood.
Dabei musste Morikawa in der heißen Schlussphase zunächst darauf achten, dass er nicht auskühlte. Sein Spielpartner Jacob Bridgeman hatte seinen Abschlag auf der 18 (Par 5) nach links auf den Strand verzogen und es dauerte, ehe der Amerikaner eine Lösung für die ungewöhnliche Aufgabe gefunden hatte. So vergingen 20 Minuten, ehe der 29-Jährige Morikawa sein langes Eisen Richtung Grün schlagen konnte. Morikawa meisterte die Aufgabe, notierte den Schlaggewinn und durfte endlich wieder einen Sieg bejubeln. „Ich habe versucht, an alles andere als Golf zu denken“, erklärte er. „Zum Glück hatte man die schönste Kulisse, die man sich wünschen kann, sodass das sehr, sehr einfach war. Für mich ging es darum, locker und warm zu bleiben und nicht nur an den Schlag zu denken.“
Kim siegt erstmals seit 16 Jahren
Spektakulär war der Verlauf auf dem Finalloch auch beim Stopp der LIV Golf League in Adelaide. Und das obwohl der Sieger bereits so gut wie sicher feststand. Anthony Kim hatte sich durch eine Traumrunde ein Polster auf die hochdekorierten Konkurrenten Jon Rahm und Bryson DeChambeau herausgearbeitet und feierte gemeinsam mit den tausenden australischen Golffans auf der Schlussbahn einen der beeindruckendsten Comeback-Siege der jüngeren Vergangenheit.
Es war Kims erster Titel nach 16 Jahren (Shell Houston Open 2010). Danach war der frühere Ryder-Cup-Spieler in eine persönliche und sportliche Krise geraten, kämpfte mit Verletzungen und Suchtproblemen und verschwand für zwölf Jahre von der Bildfläche. 2024 kehrte er zur LIV-Tour zurück, zunächst ohne große Erfolge und unter skeptischen Blicken der Experten, arbeitete sich jedoch mit Kampfgeist und Talent Schritt für Schritt zurück. Mit einer fehlerfreien Schlussrunde von 63 Schlägen (-9) setzte er sich schließlich bei 23 unter Par gegen Weltklassespieler durch – ein emotionaler Triumph, der ihn selbst überwältigte und selbst die Konkurrenz um Rahm und Co. tief berührte.
Sattelkau gelingt das Double, Hull siegt, Cejka Fünfter
Die Plätze eins und zwei für Zimmer Nummer vier. Für Celina Sattelkau und Sophie Witt enden zwei äußerst erfolgreiche Wochen auf der Sunshine Ladies Tour in Südafrika mit einem Doppelerfolg: Beim verkürzten NTT DATA Ladies Pro-Am in Fancourt belegten sie die Plätze eins und zwei, nachdem sie sich im Hostel in George rund zwei Wochen lang ein Zimmer geteilt hatten. Neben starken Leistungen auf dem Platz blieb auch das Zusammenleben in Zimmer Nummer vier in bester Erinnerung – mit klarer Aufgabenverteilung beim Lichtausmachen und morgendlichen Badzeiten.
Alex Cejka schläft hingegen nur selten in Hotels, sondern reist zu den Turnieren der PGA Tour Champions gerne mit dem eindrucksvoll ausgebauten Wohnmobil an. Bei der Chubb Classic in Naples, Florida, konnte der 55-Jährige einmal mehr spielerisch überzeugen. Mit einem Gesamtergebnis von -9 nach 54 Löchern stand am Ende Rang fünf zu Buche. Während David Toms am Ende den Pokal entgegennehmen durfte, kam Bernhard Langer auf Position 32 ins Ziel.
Mehr als 40 Millionen Euro Gesamtpreisgeld gibt es in diesem Jahr auf der Ladies European Tour zu verdienen. Und gleich beim Auftakt-Event der Damen-Tour lag abseits der Major-Turniere am meisten im Topf. Dementsprechend prominent besetzt war das Feld des Saudi Ladies International in Riad. Den Sieg sicherte sich einmal mehr Charley Hull, die Nummer fünf der Weltrangliste, durch eine sensationelle 65 (-7) am Sonntag. Die Engländerin hatte einen Schlag Vorsprung auf Casandra Alexander und Akie Iwai. Helen Briem aus dem Elite Team Germany kam als beste Deutsche auf Position zwölf ins Ziel.









