LPGA-Höhepunkt und eine letzte Chance
LPGA Tour: CME Group Tour Championship
Tiburón Golf Club, Florida, 20. bis 23. November
Die LPGA-Saison erreicht mit der CME Group Tour Championship in Naples, Florida, ihren Höhepunkt. Die Top 60 der Race-to-the-CME-Globe-Wertung spielen dort um einen Rekord-Siegerscheck von vier Millionen Dollar. Die Titelverteidigerin und aktuelle Weltranglistenerste Jeeno Thitikul hat in ihren letzten sieben Starts fünf Top-Ten-Platzierungen und zwei Siege gesammelt. Die Thailänderin tritt zum vierten Mal in Tiburón an und verpasste dort noch nie die Top Ten.
Im starken Teilnehmerfeld stehen unter anderem Nelly Korda, die nach einer durchwachsenen Saison auf ihren ersten Sieg des Jahres hofft, sowie Lydia Ko, die nach einer Pause zurückkehrt und bereits zweimal in Tiburón gewonnen hat. Minjee Lee jagt ihren zweiten Saisontitel, während Rookie Miyu Yamashita nach zwei Siegen und dem Gewinn des „Rookie of the Year”-Titels ihr Debüt bei der Tour Championship feiert. Auch die jüngste Turniersiegerin, Linn Grant, ist wieder am Start.
In dieser Woche werden mehrere Saisonpreise vergeben. Jennifer Kupcho hat bereits die Aon Risk Reward Challenge gewonnen, Yamashita hat sich vorzeitig den Rookie-Titel gesichert. Noch offen sind der „Money Title”, bei dem Minjee Lee aktuell knapp vor Thitikul liegt, sowie die „Vare Trophy” für den besten Schlagdurchschnitt, bei der Thitikul vor Korda liegt. Im Rennen um die Auszeichnung „Rolex Player of the Year” hat Thitikul nur 16 Punkte Vorsprung auf Yamashita, die mit einem Sieg Historisches schaffen könnte. Sollte sie gewinnen, wäre sie nach Nancy Lopez die zweite Spielerin in der Geschichte der LPGA Tour, die in derselben Saison zur Spielerin und zur Newcomerin des Jahres gekürt wurde.
Zu den besten 60 Spielerinnen der Saison zählt mit Esther Henseleit auch eine Athletin aus dem Elite Team Germany. Die 26-Jährige qualifizierte sich als 41. des Rankings souverän und nimmt zum dritten Mal in Folge am Tour-Finale teil. In diesem Jahr sammelte Henseleit ihre Punkte vor allem durch konstant gute Leistungen. Bei 20 Starts verpasste sie nur zweimal den Cut. Außerdem erreichte sie zweimal die Top Drei. Bei ihrem letzten Start wurde sie geteilte 15. und sammelte damit Selbstvertrauen für den Saisonabschluss.
PGA Tour: The RSM Classic
Sea Island Golf Club, Georgia, 20. bis 23. November
Die RSM Classic bildet erneut den Abschluss der PGA-Tour-Saison und entscheidet somit über die Startberechtigungen für das Jahr 2026. Während einige Spieler ihre Startplätze bereits sicher haben, kämpfen viele andere um die letzten Chancen, ihre Position im FedExCup zu verbessern oder überhaupt noch den Sprung unter die Top 100 zu schaffen. Der Druck ist entsprechend hoch, denn für manche geht es nicht nur um einen Titel, sondern um die Sicherung ihrer beruflichen Zukunft.
Wie seit 2010 teilen sich die beiden Plätze des Sea Island Golf Clubs, „Seaside” und „Plantation”, die Aufgaben in den ersten beiden Runden, bevor am Wochenende ausschließlich auf dem „Seaside Course” gespielt wird. Die beiden Plätze spielen sich unterschiedlich, besonders wegen ihres unterschiedlichen Par-Wertes und ihrer windanfälligen Lage am Meer.
Deutsches Trio kämpft um die Punkte
Der FedExCup-Herbst verleiht der Veranstaltung zusätzlichen Reiz, da Spieler zwischen Rang 51 und 70 um Startplätze in den ersten Signature-Events 2026 kämpfen, während Profis ab Rang 71 sowohl diese Chance als auch ihren Tour-Status verteidigen müssen. Nur die Top 100 der abschließenden Punktewertung sichern sich die volle Spielberechtigung für 2026, die Plätze 101 bis 125 erhalten lediglich einen begrenzten Status. Dies verstärkt die Dramatik der Schlussrunde noch.
Mit Stephan Jäger, Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller sind drei Spieler des Elite Team Germany am Start, für die es alle noch um etwas geht. Jäger kämpft als 66. der Rangliste um den Sprung unter die Top 60 und damit um die Qualifikation für die ersten beiden Signature Events des kommenden Jahres. Für Paul (Platz 134) und Rosenmüller (Platz 152) geht es um die Tourkarten für 2026: Sie wollen den Umweg über die Mitte Dezember anstehende Q-School umgehen, bei der erstmals die fünf besten Spieler ohne geteilte Plätze eine Tourkarte erhalten. Im besten Fall sichern sie sich schon in dieser Woche die Verlängerung ihrer Spielberechtigung. Dafür müssen sie aber noch einige Punkte sammeln. Um eine Chance auf die Top 100 zu haben, muss Paul zum Beispiel mindestens geteilter Zweiter werden.
Gleichzeitig bleibt die RSM Classic ein reguläres PGA-Tour-Event mit umfangreichen Privilegien für den Sieger: 500 FedExCup-Punkte, eine zweijährige Tour-Exemption sowie Einladungen zur Players Championship, zum RBC Heritage und zur PGA Championship 2026.
Asian Tour: PIF Saudi International
Riyadh Golf Club, Saudi-Arabien, 19. bis 22. November
Beim PIF Saudi International treten über 40 LIV-Golf-Profis an und prägen damit das Teilnehmerfeld des letzten Turniers der Asian-Tour-International-Series. Das im Riyadh Golf Club ausgetragene Event ist eng mit dem saudischen PIF verknüpft, der auch LIV Golf finanziert. Daher finden sich zahlreiche aktuelle, ehemalige oder in der Saison 2025 relegierte LIV-Spieler im Teilnehmerfeld wieder. Von den 120 gemeldeten Teilnehmern hatten 47 in diesem Jahr Einsätze bei LIV Golf – ein außergewöhnlich hoher Anteil für ein Turnier der Asian Tour.
Das Turnier hat eine besondere Bedeutung, da hier entschieden wird, welche zwei Spieler aus der International-Series-Rangliste die begehrten „Golden Tickets“ und damit eine LIV-Golf-Karte für die kommende Saison erhalten. Aktuell führen Scott Vincent (Simbabwe) und Yosuke Asaji (Japan) diese Wertung an.
Die Teilnehmerliste wird von großen Namen wie Tyrrell Hatton angeführt, dazu kommen frühere Saudi-International-Sieger wie Dustin Johnson, Graeme McDowell, Joaquín Niemann, Abraham Ancer und Harold Varner III. Auch Sergio García, Patrick Reed sowie Jungstar Tom McKibbin sind gemeldet und verstärken das prominent besetzte Feld weiter.
Nicht dabei sind hingegen einige der größten Stars der LIV-Tour. Weder Jon Rahm noch Bryson DeChambeau, Phil Mickelson, Brooks Koepka, Lee Westwood, Ian Poulter oder Bubba Watson stehen aktuell auf der Starterliste. Trotz dieser Absagen bleibt die Dichte an Major-Siegern hoch: Cameron Smith wird ebenso erwartet wie Martin Kaymer und Louis Oosthuizen. Neben Kaymer sind mit Dominic Foos und Maximilian Rottluff zwei weitere Deutsche am Start.
Der Riyadh Golf Club selbst hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Schauplatz saudi-arabischer Profi-Events entwickelt. Nachdem das Saudi International ursprünglich auf dem DP-World-Tour-Kurs Royal Greens stattfand, zog es 2023 nach Riyadh um. Der Platz war in diesem Jahr bereits Gastgeber von LIV Riyadh – einem Event unter Flutlicht – und der Saudi Open. Mit seinen breiten, ondulierten Fairways und extrem langen Par-5-Bahnen gilt das Design von Duncan Thompson als modern und anspruchsvoll, ohne jedoch übermäßig zu bestrafen.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
Legends Tour: Vattanac Legends Championship
Vattanac Golf Resort, Kambodscha, 21. bis 23. November
Thomas Gögele
Sunshine Tour: Vodacom Origins of Golf
Pezula Championship Course, Südafrika, 20. bis 23. November
Alexander Knappe








