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Helen Briem möchte sich beim letzten Major des Jahres für den Solheim Cup empfehlen. | © LET

Letztes Major, letzte Chance

Major: AIG Womens Open

Royal Lytham & St. Annes Golf Club, England, 30. Juli bis 2. August

In dieser Woche steht mit der AIG Womens Open das fünfte und letzte Major der Damengolf-Saison auf dem Programm. Die Weltelite trifft sich im traditionsreichen Royal Lytham & St Annes an der englischen Nordwestküste. Die Jubiläumsausgabe markiert zugleich den 50. Geburtstag des Turniers, das 1976 mit einem Preisgeld von lediglich 500 Pfund begann und inzwischen um insgesamt 10 Millionen US-Dollar gespielt wird.

 

Royal Lytham & St Annes ist bereits zum sechsten Mal Gastgeber der AIG Womens Open. Der klassische Linksplatz zählt zu den anspruchsvollsten Austragungsorten im internationalen Golfsport. Er fordert die Spielerinnen mit seinen zahlreichen Topfbunkern, schmalen Spielbahnen und den typischen Küstenwinden heraus. Insgesamt warten auf dem traditionsreichen Par-70-Kurs mehr als 160 strategisch platzierte Bunker.

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Das Teilnehmerfeld umfasst 144 Spielerinnen. Nach zwei Runden schaffen die besten 65 Profis einschließlich Schlaggleicher den Cut. Titelverteidigerin ist die Japanerin Miyu Yamashita, die sich im vergangenen Jahr in Royal Porthcawl mit zwei Schlägen Vorsprung ihren ersten Major-Titel sicherte. Die aktuell Sechste der Weltrangliste reist in starker Form an und zählt zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen auf den Sieg.

 

Im Mittelpunkt steht jedoch das Duell der derzeit dominierenden Spielerinnen. Nelly Korda und Haeran Ryu haben sich bislang alle vier Major-Titel der Saison geteilt. Korda gewann sowohl die Chevron Championship als auch die US Womens Open und könnte mit einem weiteren Triumph einen entscheidenden Schritt in Richtung Karriere-Grand-Slam machen. Der Amerikanerin fehlen nur noch die beiden europäischen Majors in ihrer Sammlung.

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Haeran Ryu feierte ihren ersten Major-Sieg bei der KPMG Womens PGA Championship und legte nur eine Woche später bei der Amundi Evian Championship nach. Mit einer spektakulären 60er Runde schrieb die Südkoreanerin dort Geschichte – es war die niedrigste Runde, die jemals bei einem Major im Damen- oder Herrengolf gespielt wurde.

 

Aus britischer Sicht ruhen große Hoffnungen erneut auf Charley Hull. Die Engländerin wartet trotz zahlreicher Spitzenplatzierungen noch immer auf ihren ersten Major-Titel. Bereits zweimal wurde sie Zweite bei der AIG Womens Open, zuletzt im vergangenen Jahr hinter Yamashita. Anfang des Jahres gewann Hull die PIF Saudi Ladies International und etablierte sich damit dauerhaft in der Weltspitze.

 

Auch zahlreiche weitere Topspielerinnen gehen mit berechtigten Titelchancen an den Start. Neben Jeeno Thitikul, Lydia Ko, Lilia Vu und Georgia Hall gehören viele Siegerinnen der laufenden LPGA- und LET-Saison zum hochklassigen Teilnehmerfeld.

Deutsche und der Solheim Cup

Für die Ladies European Tour besitzt das Turnier eine zusätzliche Bedeutung. Mit der AIG Womens Open endet zugleich die europäische Qualifikation für den Solheim Cup. Kapitänin Anna Nordqvist wird ihr zwölfköpfiges Team unmittelbar nach dem Major bekannt geben, sodass viele Spielerinnen in Lancashire nicht nur um den Major-Titel, sondern auch um ihre Teilnahme am prestigeträchtigen Kontinentalvergleich kämpfen werden.

 

Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen unter anderem auf Esther Henseleit, die sich erneut mit den besten Spielerinnen der Welt messen wird. Die Spielerin des Elite Teams Germany ist quasi sicher beim Solheim Cup dabei und feierte erst vergangene Woche mit dem vierten Platz in Schottland eine weitere Top-Platzierung. Ebenfalls in Royal Lytham dabei ist Helen Briem, die ebenfalls auf den Solheim Cup schielt. Aktuell müsste sie auf eine Wild Card hoffen, könnte ihre Ansprüche aber mit einer guten Woche bei der Open unterstreichen. Neben den beiden Mitgliedern des Elite Teams sind mit Alexandra Försterling, Sophia Popov, Leonie Harm und Polly Mack vier weitere Deutsche dabei. Letztere qualifizierte sich diese Woche über den Monday Qualifier.

 

Neben dem sportlichen Prestige geht es auch um ein Rekordpreisgeld. Mit insgesamt 10 Millionen US-Dollar gehört die AIG Womens Open inzwischen zu den höchstdotierten Turnieren im Damengolf.

PGA Tour: Rocket Classic

Detroit Golf Club, Michigan, 30. Juli bis 2. August

Die PGA Tour biegt mit der Rocket Classic endgültig auf die Zielgerade der regulären Saison ein. Nach der Rocket Classic bleibt den Profis nur noch ein Turnier, um sich für die FedExCup-Playoffs zu qualifizieren. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Turniers, das im Detroit Golf Club ausgetragen wird.

 

Besonders im Fokus steht Shootingstar Jackson Koivun. Der 21-Jährige feierte bei der 3M Open seinen ersten Sieg auf der PGA Tour und setzte sich dabei unter anderem gegen den Weltranglistenersten Scottie Scheffler durch. Dank dieses Erfolgs sprang der ehemalige College-Star auf Rang 70 im FedExCup und befindet sich damit genau auf der Grenze zur Playoff-Qualifikation. Nun möchte er seine beeindruckende Erfolgsserie in Detroit fortsetzen.

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Zu den prominentesten Teilnehmern zählt Cameron Young. Der Weltranglistendritte gewann in dieser Saison bereits zweimal und wurde 2022 in Detroit Zweiter. Ebenfalls zum Favoritenkreis gehört Wyndham Clark, der nach seinem Sieg bei der US Open eine starke Leistung zeigt. Der Amerikaner landete bei den letzten sechs Turnieren in Folge unter den besten 15 und kletterte damit bis auf Rang neun der Weltrangliste.

 

Auch Titelverteidiger Aldrich Potgieter reist mit großen Ambitionen an. Der Südafrikaner gewann im vergangenen Jahr nach einem spektakulären Stechen seinen ersten Titel auf der PGA Tour und könnte nun als erster Spieler überhaupt seinen Titel bei der Rocket Classic erfolgreich verteidigen.

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Darüber hinaus stehen zahlreiche weitere Topspieler am Abschlag, darunter Chris Gotterup, der in dieser Saison bereits drei Turniere gewinnen konnte, sowie Si Woo Kim, Russell Henley, Akshay Bhatia, J. J. Spaun und Jacob Bridgeman. Mit Xander Schauffele, Jordan Spieth und Brooks Koepka geben gleich mehrere prominente Namen ihr Debüt bei der Rocket Classic.

 

Mindestens ebenso spannend wie das Teilnehmerfeld ist der Austragungsort. Der Detroit Golf Club präsentiert sich nach einer umfassenden Modernisierung erstmals in völlig neuem Gewand. Rund 16 Millionen US-Dollar wurden investiert, um den traditionsreichen Platz von Donald Ross grundlegend zu überarbeiten.

Deutsches Elite-Duo und die Playoffs

Für viele Teilnehmer geht es in Detroit um weit mehr als nur den Turniersieg. Das gilt auch für die beiden deutschen Teilnehmer Stephan Jäger und Matti Schmid. Das Elite-Team-Duo kämpft um die Top 70: Schmid liegt aktuell auf Rang 65, Jäger auf Rang 79. Die Playoffs sind für beide also möglich, doch dafür müssen in Detroit Punkte her. Zuletzt verpasste Jäger zwei Cuts in Folge. Dafür erreichte der Münchner bei zwei seiner vergangenen vier Auftritte bei der Rocket Classic die Top Ten. Schmids bestes Ergebnis bei diesem Turnier ist ein geteilter 52. Platz vor zwei Jahren.

HotelPlanner Tour: Infortar Estonian Challenge

Estonian Golf & Country Club, Estland, 30. Juli bis 2. August

Premiere auf der HotelPlanner Tour: Erstmals macht die Nachwuchsserie in Estland Station. Die Infortar Estonian Challenge ist nicht nur das Debüt des baltischen Landes im Turnierkalender der Tour, sondern markiert auch den 52. Staat, der seit Bestehen der Road to Mallorca Gastgeber eines Events der HotelPlanner Tour ist.

 

Austragungsort ist der rund 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Tallinn gelegene Estonian Golf & Country Club. Die Anlage gehört zum Netzwerk der European Tour Destinations und zählt zu den renommiertesten Golfresorts Kontinentaleuropas. Gespielt wird auf dem über 7.000 Yards langen Sea Course, der sich durch ursprüngliche Wälder bis an die Ostseeküste schlängelt und mit spektakulären Ausblicken auf den Finnischen Meerbusen aufwartet. Besonders die dritte Bahn gilt als Aushängeschild des Platzes.

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Für den Estonian Golf & Country Club ist die Austragung eines Turniers der HotelPlanner Tour der nächste Meilenstein seiner Entwicklung. Bereits 2009 und 2011 fanden hier die europäischen Qualifikationsturniere zum World Cup of Golf statt und die Anlage war Gastgeber der Team-Europameisterschaften 2026. Einzelturniere auf professionellem Niveau gab es bislang lediglich auf der Nordic Golf League.

 

Auch abseits des Golfplatzes hat die Turnierwoche einiges zu bieten. Nur wenige Kilometer entfernt liegt die historische Altstadt von Tallinn, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die mittelalterliche Hansestadt mit ihren engen Gassen, Stadtmauern und Kirchen gehört zu den am besten erhaltenen historischen Stadtzentren Europas und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Baltikums.

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Sportlich richtet sich der Blick vor allem auf die aufstrebende estnische Golfgeneration. Ihr Aushängeschild ist Richard Teder, der im vergangenen Jahr Geschichte schrieb. Der damals 20-Jährige qualifizierte sich über das Final Qualifying für die Open Championship und war damit der erste Este überhaupt, der bei einem Major an den Start ging.

 

Mit Anton Albers, Marc Hammer, Thomas Schmidt, Dominic Foos, Yannik Paul, Maximilian Kieffer, Nick Bachem, Hurly Long, Jannik de Bruyn, Alexander Knappe, Jan Schneider, Linus Lang, Christian Bräunig und Michael Hirmer sind 14 deutsche Spieler am Start. Albers spielt sein erstes Turnier als HotelPlanner-Champion und möchte natürlich an seinen Sieg aus der Vorwoche anknüpfen. Auch Hammer erreichte die Top Ten in Tschechien und bringt entsprechendes Momentum mit nach Estland.

Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:

LET Access Series: Womens Irish Challenge

Malahide Golf Club, Irland, 29. bis 31. Juli

 

Hannah Karg, Kimberley Sommer, Anna-Maria Diederichs und Chiara Horder

 

PGA Tour Champions & Legends Tour: Portugal Invitational

The Els Club Vilamoura, Portugal, 31. Juli bis 2. August

 

Alex Cejka und Bernhard Langer

 

Korn Ferry Tour: Utah Championship

Ogden Golf & Country Club, Utah, 30. Juli bis 2. August

 

Jonas Baumgartner, Jeremy Paul und Thomas Rosenmüller

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