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Nach zehn Major-Cuts in Folge war für Esther Henseleit bei der Chevron Championship mal wieder frühzeitig Schluss. | © 2026 Getty Images

Korda in eigener Liga, Henseleits Cut-Serie reißt

Bei der Chevron Championship lief es für Esther Henseleit zuletzt mehrfach erfolgreich. Generell zeigt sie seit 2024 konstant starke Leistungen bei den Majors auf der LPGA Tour. Ihr letzter verpasster Cut bei einem der fünf großen Events im Kalender der Frauen geht auf die Womens British Open 2023 zurück. Seitdem folgten zehn Major-Cuts in Folge. Darunter waren zwei Top-20-Ergebnisse bei eben jener Chevron Championship, die diese Woche erstmals im Memorial Park in Houston ausgetragen wird. Der Ortswechsel kam Henseleit offensichtlich nicht entgegen, sodass die Spielerin des Elite Team Germany nach langer Zeit mal wieder nach zwei Runden bei einem Major frühzeitig die Sachen packen musste.

 

Der elfte Major-Cut in Folge gelang nicht, da Henseleit zwei 74er Runden hintereinander spielte. Die Präzision vom Tee war vorhanden. An den ersten beiden Tagen im Memorial Park verfehlte die 27-Jährige nur sechs Fairways. Die Probleme traten dann aber beim Schlag in die Grüns auf. Nur 20 von 36 Grüns in Regulation waren letztlich ausschlaggebend für die vielen Bogeys bei dem mit neun Millionen US-Dollar dotierten Turnier. Mit dem Gesamtergebnis von vier über Par fehlten Henseleit zwei Schläge für den Einzug ins Wochenende. Somit finden die beiden Finalrunden des ersten LPGA-Majors des Jahres ohne deutsche Beteiligung statt.

Korda auf Rekordkurs

In Houston spielt Nelly Korda derweil in einer eigenen Liga. Die Weltranglistenzweite untermauerte ihre herausragende Form mit einer weiteren 65 (-7) und liegt nach zwei Runden bei beeindruckenden 14 unter Par. Damit geht sie mit einem komfortablen Vorsprung von sechs Schlägen ins Wochenende. Korda agiert derzeit mit bemerkenswerter Kontrolle – selbst ihre wenigen Fehler landen genau dort, wo sie sie eingeplant hat. Lediglich ein Bogey unterlief ihr in 36 Löchern, ansonsten präsentiert sich die zweifache Major-Siegerin nahezu fehlerfrei.  „Ich fühle mich wohl mit meinem Spiel“, erklärte Korda. „Vor allem mental bin ich sehr gefestigt. Ich weiß, dass ich auch nach Fehlern Lösungen finde.“

 

Auch statistisch bewegt sich die 27-Jährige auf historischem Niveau: Mit 130 Schlägen nach zwei Runden erzielte sie eine der besten 36-Loch-Leistungen in der Geschichte der Major-Turniere der LPGA Tour. Lediglich Jeongeun Lee6, Brooke Henderson und In Gee Chun waren bei Majors nach zwei Runden noch besser. Dabei überzeugt Korda nicht nur mit Birdies, sondern vor allem mit klugem Course Management. Bei schwierigen Fahnenpositionen spielt sie bewusst konservativ und nimmt sichere Pars in Kauf. „Ich versuche, keine unnötigen Risiken einzugehen”, so Korda. „Wenn die Fahne schwierig gesteckt ist, spiele ich lieber auf die sichere Seite.”

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Die Konkurrenz folgt mit deutlichem Abstand: Patty Tavatanakit bleibt nach einer bogeyfreien 69 die erste Verfolgerin, dahinter liegen unter anderem Ina Yoon und Ryan O'Toole. Für Aufsehen sorgt auch die Amateurin Farah O’Keefe, die sich unbeeindruckt zeigt. „Golf ist unberechenbar“, sagte O’Keefe und verwies dabei auf Rory McIlroy, der beim Masters einst eine große Führung verspielt hatte. „Man darf einfach nicht als Erste blinzeln.“

 

Doch aktuell deutet wenig darauf hin, dass Korda die Kontrolle verliert. Die Olympiasiegerin ist bereits stark in die Saison gestartet, hat das Auftaktevent gewonnen und stand bei allen bisherigen Turnieren in den Finalgruppen. Mit ihrer Mischung aus Präzision, Geduld und Selbstvertrauen scheint sie auf dem besten Weg zu sein, sich einen weiteren Major-Titel zu sichern. „Ich genieße es, in Führung zu liegen“, sagte Korda. „Ich habe gelernt, mir selbst zu vertrauen und ruhig zu bleiben – egal, was passiert.“

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