König Juan Carlo
Es gibt so Siege, die fallen dermaßen souverän und deutlich aus, dass es fast unheimlich ist. Martin Kaymer hatte so etwas mal geschafft: 2014 bei der US Open war der Deutsche mit fünf Schlägen Vorsprung auf die letzte Runde gegangen und holte am Ende mit acht Schlägen vor seinen Verfolgern seinen zweiten Major-Sieg in Pinehurst. Moment. Fünf Schläge Vorsprung vor dem Schlussdurchgang? Und ein Acht-Schläge-Gap nach dem letzten Putt? Das gab's auch bei der German Challenge powered by VcG im Wittelsbacher GC, wo am Finaltag eine herrliche Sommersonne für beste Bedingungen sorgte.
„Dieser Platz ist großartig. Ich denke, mein Eagle auf Bahn eins hat meine Nerven etwas beruhigt. Das war schon cool. Es tut mir leid, dass ich euren Platz so einfach habe aussehen lassen. Aber ich hatte wirklich großartige Tage hier und habe richtig gutes Golf gespielt“, sagte JC Ritchie bei der Siegerehrung. Mit einem beeindruckenden Gesamtscore von -24 (67, 66, 65, 66) setzte sich der 31-Jährige vor den beiden Engländern Joshua Berry und Tom Lewis (jeweils -16) durch. „Großen Respekt an alle, die dieses wunderbare Turnier hier möglich machen. Von den Volunteers bis zum Greenkeeping. Ihr habt alle einen starken Job gemacht“, so Juan Carlo Ritchie, der nun um 48.000 Euro reicher ist und sich in der Gesamtwertung (Road to Mallorca) auf Platz zwei vorschiebt. Größter Respekt dafür.
Eine bärenstarke Abschlussrunde beim einzigen Event der HotelPlanner Tour auf deutschem Boden gelang auch Philipp Katich. Drei Wochen nach seinem 24. Geburtstag bescherte sich der Nationalspieler aus dem GC St. Leon-Rot mit einer 66 im Schlussspurt und kletterte im Endklassement auf den geteilten vierten Platz. „Ich habe echt hart trainiert in den letzten Wochen. Viel Putten und viel kurzes Spiel. Es ist geil, wenn es sich auszahlt. Beim Putt an der 18 wusste ich, dass er wichtig ist, um diese Top-Fünf-Marke zu knacken. Deswegen gab es da noch mal ein bisschen extra Emotionen. Die German Challenge ist jedes Jahr ein großartiges Event“, erklärte Katich.
Mit einer 70 verabschiedete sich Tiger Christensen aus dem Turnier. Der Hamburger beendete die German Challenge 2025 mit gesamt -12 auf Rang elf. „Der Platz war gut, die Organisation auch und ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden. Heute habe ich eigentlich am besten gespielt von allen Tagen. Deswegen ist es ein bisschen schade, dass der Score nicht tiefer war. Aber es war insgesamt trotzdem sehr solide und ich kann zufrieden sein. Das Turnier ist in Sachen Platz und Organisation wirklich sehr, sehr cool“, so Christensen. Zwei Schläge hinter ihm teilen sich Michael Hirmer und Till Tillmans bei gesamt -10 Rang 18. Hurly Long (-9) wurde 23. und Philipp Macionga (-3) kam auf Rang 53 ins Ziel. Von 14 am Donnerstag gestarteten Deutschen hatten es am Freitag genau diese sechs in den Cut geschafft.
Auch Michael Hirmer, der seit Jahren ebenfalls auf mehreren Profi-Touren Turniererfahrung gesammelt hat, zeigte sich erneut begeistert von der Woche in der Heimat – und das nicht nur aufgrund der nahen Anreise. „Ich liebe diesen Platz, er ist wirklich mega. Du wirst bestraft, wenn du nicht gut vom Tee spielst. Und das mag ich einfach. Das Event war super organisiert, wie immer. Besser geht es nicht und ich denke, die German Challenge ist das beste Turnier der gesamten HotelPlanner Tour.“ Der 28-jährige Münchner spielte sich mit einer 68 noch auf Rang 18 – sein bestes Ergebnis auf der Tour in diesem Jahr. „Sportlich war viel Gutes dabei, ich habe gut gekämpft. Das lange Spiel war nicht ganz on point, aber über den Kampf hat es am Ende funktioniert und ich bin zufrieden.“
Und nicht nur Champion Ritchie und die deutschen Teilnehmer waren begeistert von der fünften Ausgabe der German Challenge. Auch die Veranstalter und Gastgeber schwärmten über eine tolle Woche in Neuburg an der Donau. Christian Schunck, Turnierdirektor und stellvertretender Geschäftsführer Deutsche Golf Sport GmbH, sagte: „Hinter uns liegt eine Woche voller Spitzensport und unvergesslicher Momente. Die German Challenge powered by VcG hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, wofür sie steht: Golf als emotionales Erlebnis, das weit über den Sport hinausgeht. Unter dem Motto #GoodVibes – Feel the vibe, enjoy the game ist es uns gelungen, eine einzigartige Atmosphäre zu schaffen – eine Verbindung aus sportlichem Wettbewerb, Freude am Live-Erlebnis und nahbaren Spitzengolfern. Wir freuen uns schon heute auf das nächste Kapitel im kommenden Jahr.“
Felix Lechner, Vorstand der Professional Golf AG, Dachgesellschaft der PGA of Germany, fügte hinzu: „Die German Challenge powered by VcG ist einmal mehr ihrem Ruf und ihrem Anspruch gerecht geworden, eines der am besten organisierten, vorbereiteten und besetzten Turniere des Jahres auf der HotelPlanner Tour zu sein. Wir haben erneut hochkarätigen Golfsport auf einer herausragenden Golfanlage und mit einem, wie ich glaube, einzigartigen Setup gesehen – die Begeisterung der Spieler sagt alles über den hohen Stellenwert dieses Turnier aus, den der neue Tour-Sponsor ja auch mit der Aufstockung des Preisgeldes auf nun 300.000 Euro unterstreicht.“ Und JC Ritchie? Der hat jetzt eine Schale mehr zu Hause. Der Südafrikaner gewinnt sehr souverän und hochverdient. Eben wie damals Kaymer bei der U.S. Open 2014.









