Herbert führt, Strafe für DeChambeau und wertvolle Erfahrungen für GTG-Duo
Es war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Tim Wiedemeyer durfte als frischgebackener Europameister bei der Open Championship in Royal Birkdale erstmals Major-Luft schnuppern. Der Spieler vom GC St. Leon-Rot erlebte eine Atmosphäre, die er bislang nur aus dem Fernsehen kannte. Denn bei einem der ganz großen Turniere war der 21-Jährige noch nie – nicht einmal als Zuschauer. „Überwältigend“, beschrieb der Münchner seine Eindrücke im Vorfeld des Turniers im Golf.de-Interview. „Die Fans applaudieren, freuen sich über jeden Spieler und gerade die Kinder fragen nach Autogrammen. Das macht schon etwas mit einem.“
Auch wenn das Major-Abenteuer für den Top-Amateur nach zwei Turniertagen mit dem verpassten Cut endete, dürfte klar sein: Diese Woche an der englischen Küste wird Wiedemeyer lange in Erinnerung behalten. Zweimal 73 Schläge (jeweils +3) standen auf seinen Score-Karten. Am Freitag notierte er drei Bogeys und 15 Pars. Bei insgesamt +6 fehlten fünf Schläge auf die Cut-Marke. Immerhin ließ er damit gestandene Tour-Größen und Major-Sieger wie Gary Woodland, Brian Harman oder Jordan Spieth hinter sich.
Auch für Tiger Christensen endete der Ausflug nach Birkdale nach zwei Runden. Der Athlet aus dem National Team Germany hatte sich über den Final Qualifier bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Open Championship qualifiziert und kam auf Runden von jeweils 75 Schlägen (+10).
Herbert vorne, zweimal Turnierrekord und Strafschläge für DeChambeau
Der zweite Tag der 154. Open Championship hatte vieles zu bieten: Lucas Herbert und Sam Burns stellten mit jeweils 62 Schlägen den Open-Rekord für die niedrigste Runde ein. Der Australier Herbert übernahm mit einem Gesamtergebnis von acht unter Par die Führung, obwohl er auf dem letzten Grün einen kurzen Putt zur alleinigen Rekordrunde von 61 Schlägen vergab. Burns zog wenig später mit einer furiosen Schlussphase und drei Birdies auf den letzten drei Bahnen gleich. Der Amerikaner teilt Rang zwei mit seinen Landsleuten Cameron Young, Jackson Suber und Ryan Gerard (alle -6).
Für Aufregung sorgte auch Bryson DeChambeau. Der zweimalige US-Open-Sieger hatte seine Runde zunächst scheinbar mit einer 66 beendet und lag damit nur einen Schlag hinter Herbert. Nach der Runde überprüften die Referees jedoch eine Situation an Bahn 5 und kamen zu dem Schluss, dass DeChambeau den Bereich hinter seinem Ball vor dem Schlag so verändert hatte, dass sich sein geplanter Schwungweg verbesserte. Dafür erhielt der Amerikaner nachträglich zwei Strafschläge. Aus dem Bogey wurde ein Triple-Bogey, aus der 66 eine 68. Statt als erster Verfolger geht DeChambeau nun mit drei Schlägen Rückstand auf die Spitze ins Wochenende.
Unerwünschten Kontakt mit den Offiziellen hatte auch Jon Rahm. Der Spanier (-4, T8 nach zwei Runden) erhielt nach einem Schlägerwurf eine offizielle Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens.
Und die ganz großen Namen? Titelverteidiger Scottie Scheffler kämpfte sich mit einer 68 in eine aussichtsreiche Position und liegt schlaggleich mit Rahm nur vier Schläge hinter der Spitze. Rory McIlroy verbesserte sich nach seinem Fehlstart mit einer 67 auf den 38. Rang (-1).








