Hamburgs Frauen und Hubbelraths Haberer zaubern in Hösel
Hubbelraths Männer machen ernst. Nachdem sich das Team von Coach Alexander Schmitt am ersten DGL-Spieltag dank einer beeindruckenden Aufholjagd den Tagessieg der 1. Bundesliga Nord in Hamburg geholt hatte, will der Rekordmeister diesmal gleich von Anfang an die Pace machen. Sage und schreibe sechs Einzelergebnisse in den 60ern brachten Hubbelraths Männer bei Nachbar Hösel am Samstag in die Wertung. Besonders stark: Nationalspieler Tom Haberer steuerte mit seiner 65 (-6) den tiefsten Score des Tages bei – und da war sogar noch ein Doppelbogey auf Bahn zwölf dabei. Mit gesamt -25 geht Hubbelrath in die Einzel am Sonntag. Dahinter lauert der G&LC Berlin-Wannsee (-18) vor dem Hamburger GC (-2). Meister Hösel konnte seinen Heimvorteil noch nicht optimal nutzen.
„Das war eine gute, geschlossene Mannschaftsleistung. Tom hat uns zwar mit -6 nach vorne geschossen, aber auch die anderen waren solide. Die Vierer waren ebenfalls ordentlich, wobei ich denke, dass für morgen noch durchaus Luft nach oben ist, was das Scoring anbelangt. Wir freuen uns jetzt auf den Sonntag in Hösel und hoffen, die abschließenden Einzel überhaupt spielen zu können“, betont Hubbelraths Männer-Coach Alexander Schmitt. Warum? Die Wetterprognosen sehen nicht allzu gut aus, aber die Spielleitung wird vor Ort nach aktueller Lage die richtige Entscheidung treffen.
Meister Hösel hatte sich vielleicht für den Auftakt auf der eigenen Anlage etwas mehr ausgerechnet, Coach Dawie Stander sieht seine Mannschaft allerdings im Aufwärtstrend. „Das war heute schon mehr so wie im Vorjahr. Mit etwas Licht am Ende des Tunnels. Im Vierer waren meine Jungs noch konzentrierter. Wir werden in den Einzeln am Sonntag eine ordentliche Show vor unseren Zuschauern anbieten und dann schauen, wohin die Reise gehen kann“, so Stander. Der Gastgeber-Club kann mit Jannik de Bruyn seinen Tour-Pro einsetzen und hatte sich zum Doppelspieltag daheim ordentlich herausgeputzt – und die Meisterfahne an prominenter Stelle hissen lassen.
Sehr zufrieden mit dem Auftakt in Hösel sind auch die Männer vom Wannsee, die kein Ergebnis über Par in der Wertung haben. „Das ist einfach brillant, das war eine unglaublich tolle Teamleistung. Jeder hat alles gegeben“, so Wannsees Coach Max Tscherner. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Louis Dudzus, der das Shootout gewonnen hatte und bei seinem ersten Auftritt in der 1. Bundesliga gleich eine 68 und damit das beste Einzelergebnis einbrachte. Ebenso stark bei Berlin-Wannsee: Philipp Mejow spielte die Back Nine in Hösel sechs unter Par. Damit lauern die Hauptstädter hinter Hubbelrath auf Rang zwei.
Tour-Spielerin Witt schießt 66
Gewohnte Verhältnisse auch bei den Frauen der 1. Bundesliga Nord. Nach den Einzeln und Vierern am Samstag führt das Team aus Hamburg (+2) vor Berlin-Wannsee (+11). Beide Clubs hatten ja bereits am ersten Spieltag an der Elbe vorne gelegen. Den Score des Tages spielte allerdings die Tour-Spielerin aus Hubbelrath: Sophie Witt unterschrieb in ihrem Einzel eine sehr ordentliche 66 (-5) und sorgte so dafür, dass ihre Mannschaft im Rennen bleibt. Hubbelrath teilte Rang drei bei +15 mit Gastgeber Hösel; Aufsteiger Düsseldorf geht mit +29 von der letzten Position aus ins Wochenende.
„Das war sehr solide heute, es hat Spaß gemacht. Die Refs haben gemeint, dass sie die Fahnen wegen des drohenden Regens auf die Plateaus in die Ecken gestellt hatten. Daher war es ziemlich tricky, aber ich habe einige meiner Chancen gut genutzt, ich bin super happy mit meinem Score und es freut mich, wenn ich dem Team helfen und es unterstützen kann“, erklärte Witt. Die Tour-Spielerin nutzt den DGL-Spieltag, um in Form zu bleiben und ihren Club zu unterstützen. In zwei Wochen stehen für sie die Dutch Ladies Open (LET) an, wo sie sich einmal mehr auf der ganz großen Bühne zeigen und beweisen kann. Bis es so weit ist, heißt es Daumen drücken für den finalen Sonntag.
Gastgeber Hösel schöpft Hoffnung, am Sonntag noch den einen oder anderen Platz nach oben klettern zu können. Das liegt einerseits an der großartigen Stimmung, die die Zuschauer und Fans im „Höseler Dorf“ auf die Anlage zaubern. Andererseits sorgten Anna Minji Nomrowksi und Carolin Alblas mit ihrer 66 im Vierer am Nachmittag für große Euphorie beim Gastgeber. „Diese -5 ist unsere Inspiration für den Sonntag. Es ist noch alles drin“, so Hösels Kapitänin Isabel Gadea.
Weitere Stimmen
Luis Schmid, Trainer Hamburg Frauen: „Wir sind mit unseren Mädels sehr zufrieden. Die haben durch die Bank den Game-Plan umgesetzt, einfaches Golf gespielt und vor allem bei den Bedingungen mit der Hitze, die wir im Norden nicht so kennen, kühlen Kopf bewahrt. Morgen geht es aber wieder von null los, daher gehen wir mit dem ganz klaren Fokus raus, den Spieltag zu gewinnen und mit fünf Punkten im Gepäck nach Hause fahren zu können.“
Mario Hansch, Trainer Berlin-Wannsee Frauen: „Das war eine ziemliche Hitzeschlacht heute. Das war ein Konditionskampf und wirklich hart für alle. Der Platz hat mit knackigem Rough Zähne gezeigt und die Grüns waren in Topzustand. Bei uns fehlen krankheits- und berufsbedingt einige wichtige Spielerinnen. Aber unsere junge Truppe hat das sehr gut gemacht. Daher bin ich als Trainer besonders stolz, weil das unser eigener, hoffnungsvoller Nachwuchs ist.“








