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Das deutsche Team in Portugal | © DGV

Gemischte Bilanz für Bundesadler

Alvor/Portugal – Die 96. Auflage der traditionsreichen Saisoneröffnung für Frauen hatte es in sich. Das Turnier, das in diesem Jahr besondere Bedeutung erlangt, weil es sowohl für die neu eingeführte European Amateur Order of Merit gewertet wird, wie auch zu den Qualifikationsturnieren für den Ping Junior Solheim Cup gehört, stand lange Zeit ganz im Zeichen eines heftigen Sturms, der sehr viel Regen im Gepäck hatte, sodass größere Teile der Anlage, die nur rund vier Kilometer vom Ufer des Atlantik im Süden Portugals liegt, unter Wasser standen.


Die Bedingungen im Penina Resort waren für die 90 Frauen also alles andere als gut, aber mit teils holperigen Grüns und sehr langen Wettkampfrunden hatten alle Teilnehmerinnen gleichermaßen zu kämpfen.
Direkt am ersten Wettkampftag gab es eine Stunde Verzögerung am Start, weil der Sturm einige Bäume umgeknickt hatte und die Wassermassen zumindest erst einmal von den Grüns entfernt werden mussten, damit überhaupt regulär gespielt werden konnte. Rein optisch stand der Platz mehr oder weniger komplett unter Wasser.

Zwei im Cut

Sofia Maier-Borst war mit ihrer Auftaktrunde fein, denn 71 (-2) Schläge mit nur einem Bogey waren ein vielversprechender Start ins Turnier: „Die äußeren Bedingungen sind wirklich tough. Die Spielleitung hat den Platz aber extrem fair gesteckt. Wir haben also sehr, sehr kurz gespielt, weil die riesigen Pfützen auf den Fairways dies aber auch erforderlich gemacht haben. Dadurch gab es oben auf dem Leaderboard auch die eher tieferen Scores. Bei mir war es heute ziemlich solide. Ich habe wenige Fehler gemacht und ein paar Birdies gespielt.“
 

Auch Sophie Renner vom Stuttgarter GC Solitude startete mit einer 71 und durfte sich dabei sogar über einen Eagle freuen. Die 18-jährige Freibergerin war mit diesem Start in die Wettkampfsaison auch zufrieden: „Ich habe heute sehr solides Golf gespielt. Ich habe viele Fairways und viele Grüns getroffen und mir dadurch viele Chancen erarbeitet. Die Chancenverwertung war leider nicht ganz so gut. Da ist auf alle Fälle noch Luft nach oben. Ansonsten hat es aber Spaß gemacht, wieder in das Wettkampfgolf zu starten.“
 

Diese beiden Athletinnen schafften souverän den Cut nach drei Wettkampfrunden. Sofia Maier-Borst belegte im Endklassement nach Runden mit 71, 71, 68 und 76 Schlägen den 13. Platz. Vor dem Start in den vierten Wettkampftag hatte die in Madrid geborene Dossenheimerin sogar noch gute Aussichten, in die Top 5 zu kommen.
Sophie Renner legte dem gelungenen Auftakt Runden mit 77, 69 und 74 Schläge nach, so dass am Ende der 25. Platz stand.

Lehrgeld

Die übrigen vier Deutschen schafften nicht den Cut der besten 40 Spielerinnen nach drei Runden. Antonia Steiner vom GC Hubbelrath kam mit 74, 78 und 73 Schlägen auf den 62.Platz. Sophie Bingel vom G&LC Berlin-Wannsee hatte zum Auftakt zweimal mit Steiner gleichauf gelegen, notierte am dritten Tag eine 74 und kam damit auf Rang 65.
Johanna Kirch vom Frankfurter GC feierte ihr Debüt im Dress des Junior Team Germany auf der großen, internationalen Bühne und musste mit 77, 76 und 79 Schlägen einiges Lehrgeld zahlen. Am Ende des dritten Wettkampftages stand für das hessische Talent Rang 79.
Marie-Agnes Fischer, die ihre Kindheit zum Teil in China verbracht hat, fand nie ins Turnier und belegte mit 80, 84 und 79 Schlägen den 89. Platz.

Fazit des Coaches

Philip Ball, der erstmals als Co-Trainer von Bundestrainer Esther Poburski eine Mannschaft bei einem Turnier im Ausland verantwortlich betreute, zog ein gemischtes Fazit: „Das Ergebnis ist insgesamt ein bisschen durchwachsen. Wir hatten von Sofia Maier-Borst und Sophie Renner zwei sehr guten Leistungen. Beide haben wirklich sehr ordentlich gespielt. Allgemein haben wir uns auf den Grüns sehr, sehr schwer getan. Alle Spielerinnen aus dem Junior Team Germany haben relativ wenig Putts gelocht, obwohl die Anspiele oft in der Nähe waren und mit dem Loch etwas zu tun hatten. Wir hatten nicht so richtig das Spielglück. Im Großen und Ganzen waren aber die Schwerpunkte, die wir in den letzten Lehrgängen gesetzt hatte, auf jeden Fall sichtbar. Das Spiel um die Grüns war definitiv besser. Man hat deutlich gemerkt, dass wir jetzt am Anfang der Saison noch mehr Wettkämpfe brauchen und dass wir in den Systemen noch nicht so scharf waren, wie wir es sein könnten. Grundsätzlich war diese Woche schon extrem schwer. Alles war bei diesem Turnier etwas unsortiert und dadurch mussten wir viel Anpassungsfähigkeit mitbringen. Die Mädels haben das sehr gut gemanagt und hatten in manchen Situationen wirklich ein bisschen Pech. Gerade bei Sophie Bingel und Toni Steiner wäre mit Sicherheit noch mehr drin gewesen.“
 

Ebenfalls beim Team war in Portugal Cedric Otten, der als neuer Bundesstützpunkttrainer in St. Leon-Rot besonders eng mit Christian Marysko, dem Bundestrainer Athletik zusammenarbeitet. Otten war vor seinem Studium selbst auch im Junior Team Germany als Spieler gefördert worden und hat auch mit der Mannschaft des GC Hubbelrath viele erfolgreiche Jahre in der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf absolviert.

 

ENDSTAND >>>

 

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