Geldgeber gefunden: LIV Golf lebt
Noch im Frühjahr sah alles nach einem schleichenden Ende aus. Der saudische Staatsfonds PIF, der seit seiner Gründung im Jahr 2022 mehr als fünf Milliarden US-Dollar in LIV Golf investiert haben soll, kündigte an, die Finanzierung nach der Saison 2026 einzustellen. Plötzlich war die Zukunft der Liga offen, Turniere wurden gestrichen und eine Insolvenz galt in US-Medien als realistisches Szenario.
Nun kommt die Kehrtwende. Wie LIV-Golf-CEO Scott O'Neil am Mittwoch am Rande des Turniers in Bedminster bekannt gab, hat sich die Liga mit einem neuen Hauptinvestor geeinigt. Der entsprechende Vertrag sei bereits unterschrieben und vom Vorstand genehmigt worden. Der Name des Geldgebers wurde allerdings noch nicht veröffentlicht. Die endgültigen Vertragsdetails sollen im September feststehen.
Spieler werden Mehrheitseigner
Mit dem neuen Kapital soll das bisherige Modell allerdings nicht einfach fortgeführt werden. Vielmehr kündigte LIV einen grundlegenden Umbau an. Künftig sollen die Spieler die Mehrheit der Anteile an der Liga halten, was ein Novum im internationalen Profisport wäre. Laut O'Neil gibt es zusätzlich Interesse von mehr als einem Dutzend weiterer Investoren, die sich als Minderheitsgesellschafter beteiligen könnten. Das Ziel ist ein langfristig tragfähiges Mehrinvestoren-Modell, um die bisherige nahezu vollständige Finanzierung durch den saudischen Staatsfonds zu ersetzen.
Auch sportlich dürfte sich LIV Golf deutlich verändern. Laut mehreren US-Medien soll die geplante Version „LIV Golf 2.0” ab 2027 nur noch zehn statt bislang 14 Turniere umfassen, davon jeweils fünf in den USA und fünf international. Gleichzeitig sollen die Preisgelder und die garantierten Millionenzahlungen deutlich reduziert werden. Anstelle von hohen Antrittsprämien soll die Beteiligung am Unternehmen künftig den größten Anreiz für die Spieler darstellen. Damit verabschiedet sich die LIV Golf League von jenem Modell, mit dem sie einst Stars wie Jon Rahm, Bryson DeChambeau, Brooks Koepka oder Dustin Johnson von der PGA Tour abgeworben hat.
Zukunft der Stars bleibt offen
Ob die prominentesten Namen der Liga den Neustart mittragen, ist allerdings noch unklar. Mehrere Verträge laufen zum Saisonende aus und einige Spieler sollen zuletzt Gespräche mit anderen Touren geführt haben. Zwar sichert die neue Finanzierungsrunde das Fortbestehen der Liga, sie garantiert aber nicht automatisch, dass alle Topstars an Bord bleiben.
Fest steht dennoch: Nach Monaten voller Spekulationen über das mögliche Aus der Serie hat LIV Golf vorerst den wichtigsten Schlag geschafft. Die Liga lebt – wenn auch in deutlich veränderter Form.







