Fünf Lehren aus Rolapps Zukunftsplänen
Zwar blieb die große Revolution aus, doch beim Medientermin vor der Players Championship gab PGA-Tour-CEO Brian Rolapp erstmals einen tieferen Einblick in die Überlegungen zur Zukunft der Tour. Seit Monaten arbeitet die Tour gemeinsam mit dem von Tiger Woods geleiteten Future Competition Committee an einem neuen Wettbewerbsmodell. Zwar sind noch viele Details offen, doch mehrere Leitlinien zeichnen sich bereits klar ab.
1. Die PGA Tour könnte künftig zwei Klassen haben
Eine der wichtigsten Ideen ist das Zwei-Track-System. Die oberste Ebene würde 21 bis 26 Turniere zwischen Ende Januar und Anfang September umfassen, darunter die Majors, die Players Championship, die Playoffs des FedExCups und etwa 16 hochdotierte Events (deutlich mehr als die derzeit acht Signature Events).
Darunter läge eine zweite Turnier-Ebene, die als sportlicher Unterbau fungiert. Spieler könnten sich dort für die Elite-Events qualifizieren – und umgekehrt auch wieder herausfallen. Das Prinzip lautet: Aufstieg und Abstieg statt geschlossener Liga.
2. Leistung soll stärker belohnt werden
Rolapp betont immer wieder ein Wort: Meritokratie. Wer gut spielt, soll die größten Turniere erreichen, wer schwächelt, verliert Plätze im Top-Kalender.
Ein solches Modell ist aus dem europäischen Fußball bekannt, in dem Vereine zwischen den Ligen auf- und absteigen. Übertragen auf Golf würde das jede Woche sportlich bedeutender machen. Auch kleinere Turniere hätten direkte Auswirkungen auf die Teilnahme an den größten Events.
3. Die Topturniere sollen wieder „echter“ werden
Die Kritik an den aktuellen Signature Events war deutlich: Die Teilnehmerfelder waren zu klein und es gab teilweise keinen Cut – für viele Fans zu nah am LIV-Golf-Modell.
Die Tour denkt deshalb über größere Felder mit etwa 120 Spielern und einen Cut nach. Das hätte zwei Auswirkungen:
- mehr Spieler im Wettbewerb
- mehr sportliche Spannung am Wochenende
Gleichzeitig wären die Starterfelder bei den wichtigsten Turnieren konstanter und planbarer.
4. Die Tour will stärker in große Metropolen
Ein überraschender Punkt ist, dass die PGA Tour aktuell nur in vier der zehn größten US-Medienmärkte spielt.
Rolapp sieht darin ein großes Wachstumspotenzial. Städte wie New York, Chicago, Philadelphia, San Francisco, Washington oder Boston könnten seiner Meinung nach künftig häufiger Gastgeber sein. Das Ziel ist klar: mehr Zuschauer, eine größere TV-Reichweite und neue Fans.
5. Das Saisonfinale könnte deutlich dramatischer werden
Auch die Playoffs stehen zur Diskussion. Um das Saisonende spektakulärer zu gestalten, prüft die Tour neue Formate, darunter Matchplay-Elemente im Finale des FedExCups oder sogar im gesamten Playoff-Abschnitt.
Dadurch würden klassische „Win-or-go-home“-Momente entstehen, die das Finale emotionaler machen könnten als das derzeitige Zählspiel-Format.
Fortsetzung folgt
Noch ist Rolapps Vision nur ein Entwurf. Doch die Richtung ist klar: mehr sportliche Bedeutung, klarere Hierarchien und größere Events.
Die entscheidende Frage ist, ob Spieler, Sponsoren, TV-Partner und Turnierveranstalter diesen Umbau gemeinsam mittragen. Erste konkrete Entscheidungen werden im Laufe des Jahres erwartet, größere Veränderungen könnten allerdings erst ab 2028 Realität werden.







