Försterling trotz Quadruple-Bogey in den Top Ten
Schlag für Schlag. Loch für Loch. Runde für Runde. Im Idealfall denken Golfprofis selten weit voraus. „Im Moment bleiben“ heißt es dort meist. Doch auch bei den Besten ihres Fachs haben einzelne Schläge, Löcher oder Runden Auswirkungen auf die mentale Verfassung. Ein Quadruple-Bogey zählt da zu den absoluten Worst-Case-Szenarien. Etwas, das uns Amateuren ständig passiert – vorausgesetzt, wir haben den Ball davor nicht schon aufgehoben. Auf Profiniveau ist jedoch nichts mit Aufheben. Hier wird so lange gespielt, bis das Loch beendet ist. Und das kann einem mental ordentlich zusetzen.
Alexandra Försterling erlebte in der zweiten Runde der Womens Australian Open im Kooyonga Golf Club einen Moment, in dem sie gerne an etwas anderes gedacht hätte. An Loch acht, einem 357 Meter langen Par 4, wanderte eine Acht auf die Karte. Quadruple-Bogey. Autsch. Zuvor hatte die Spielerin des National Team Germany bereits zwei Birdies notiert und sich eine aussichtsreiche Position auf dem Leaderboard erarbeitet. Doch dieses achte Loch warf die 26-jährige Berlinerin auf einen Schlag weit zurück.
Doch auch nach einem solchen Horrorloch bleibt die Devise: Schlag für Schlag. Abhaken und weitermachen. Und das gelang Försterling ausgezeichnet. Direkt auf der Neun gelang ihr mit einem Birdie auf dem Par 5 eine Antwort. Auf den Back Nine blieb sie mit zwei Birdies bei zwei Bogeys weiter stabil und brachte somit eine 73 (+1) ins Clubhaus. Angesichts des Quadruple-Bogeys mitten in ihrer Runde ist dies ein solides Ergebnis. Ihre gute Ausgangsposition zur Halbzeit verspielte die Olympionikin von Paris damit nicht. Sie geht mit einem Gesamtergebnis von -2 als geteilte Zehnte in die Finalrunde. Dort hoffentlich ohne „Schneemann“ auf der Karte, wie die Acht unter Golfern liebevoll genannt wird.
Ohne große Ausrutscher kam Försterlings National-Team-Kollegin Leonie Harm über die dritte Runde. Vier Birdies sowie vier Bogeys sorgten für eine Even-Par-Runde und den geteilten 14. Rang bei -1 nach drei Runden.
Patricia-Isabel Schmidt folgt mit +2 auf T28, während Laura Fünfstück nach einer 76 auf den geteilten 52. Rang (+7) zurückfiel.
Green jagt Heimsieg
Vor der Finalrunde hat sich Lokalmatadorin Hannah Green an die Spitze des Feldes gespielt. Die siebenfache LPGA-Siegerin übernahm mit einer 68 (-4) im Kooyonga Golf Club die Führung und liegt vor dem Finaltag mit einem Schlag Vorsprung vor der Argentinierin Magdalena Simmermacher. Vier Schläge dahinter teilen sich Casandra Alexander und Karis Davidson Rang drei.
Green startete mit drei Birdies auf den ersten fünf Löchern stark, musste im Verlauf der Runde jedoch auch zwei Bogeys hinnehmen. Ein weiteres Birdie auf der 16 brachte sie schließlich wieder allein nach vorn. Die Australierin, die vor zwei Wochen auf der LPGA Tour in Singapur gewann, hat nun die Chance, als erste Spielerin ihres Landes seit Karrie Webb im Jahr 2014 die Womens Australian Open zu gewinnen. Hinter ihr hofft auch Simmermacher, die mit einer 67 (-5) ihre bislang beste Runde der Woche spielte, auf den großen Coup.







