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Alexandra Försterling wurde am 27.11.1999 in Berlin geboren. Sie trainiert im G&LC Berlin Wannsee mit Philipp Mejow und gehört seit 2014 dem Golf Team Germany an. | © U.COM

Försterling: Nach Verletzung positiv

Die LET-Saison ist zu Ende. Wie sieht Ihr sportliches Fazit für die Saison 2025 aus?

Alexandra Försterling: Ich kann aus dieser Saison auf jeden Fall sehr viel lernen und sehr viel mitnehmen. Vor allem, wie wichtig es ist, auf seinen eigenen Körper zu hören und seine Grenzen zu kennen. Und auch zu wissen, wann der Körper mal Pause braucht. Golferisch konnte ich auch viel lernen – eigentlich kann man von jedem Turnier immer etwas mitnehmen und etwas besser machen. All diese Erkenntnisse möchte ich in die kommende Saison übertragen. Ich blicke auf jeden Fall sehr positiv nach vorn und freue mich schon jetzt auf die nächste Saison.

 

Sie hatten während dieser Saison mit Verletzungen zu kämpfen – wie sehr hat das Ihr Training und Ihre Turnierstarts im ersten Halbjahr behindert?

AF: Ja richtig, ich habe eine hartnäckige und langwierige Verletzung am Fuß, die dann auch noch zu Rückenproblemen geführt hat. Diese Verletzung hat mich im ersten Halbjahr definitiv stark eingeschränkt. Oft konnte ich nicht so trainieren, wie ich es mir vorgenommen hatte, weil die Schmerzen es einfach nicht zugelassen haben – und ich wollte meinen Körper auch nicht überlasten, sondern ihm die Regeneration geben, die er brauchte. Dadurch war es immer ein ständiges Abwägen und Hin und Her. Trotzdem habe ich versucht, dranzubleiben, meine Übungen konsequent zu machen und alles zu tun, was meinem Körper hilft. Aber natürlich war es schwierig, unter diesen Voraussetzungen Turniere zu spielen. Umso mehr freue ich mich jetzt auf den Winter, in dem ich endlich Zeit habe, gezielt an den Themen zu arbeiten. Ich bin froh, dass ich vieles jetzt aktiv angehen kann – und ich bin zuversichtlich, dass ich gestärkt aus der Winterphase komme und bereit für die nächste Saison bin.

 

Ihre ersten Jahre als Profigolferin waren von sehr vielen Erfolgen geprägt – wie schwierig ist dann eine gesundheitliche Krise, in der auch die sportlichen Erfolge ausbleiben?

AF: Natürlich ist das sehr schwierig. Vor allem fällt es mir schwer, geduldig zu bleiben und dem Prozess zu vertrauen, denn eine Verletzung verschwindet nun einmal nicht von heute auf morgen. Es gibt Tage, die sind wirklich hart – Tage, an denen man an sich zweifelt und es einem mental einiges abverlangt. Trotzdem versuche ich, mir immer wieder bewusst zu machen, dass Heilung Zeit braucht und dass kleine Schritte trotzdem Schritte in die richtige Richtung sind. Dieses Vertrauen in den Weg zurück und die Geduld mit mir selbst sind gerade jetzt besonders wichtig.

 

Welches Learning nehmen Sie aus der Verletzungsphase für die nächsten Jahre mit?

AF: Ein wichtiges Learning für mich ist, Probleme früher anzugehen – sei es, rechtzeitig eine Pause einzulegen oder medizinische Unterstützung zu suchen. In der Vergangenheit habe ich oft versucht, trotzdem weiterzuspielen, obwohl ich Schmerzen hatte, und das war am Ende eher kontraproduktiv. Deshalb nehme ich für die Zukunft mit, noch besser auf meinen Körper zu hören und frühzeitig die nötigen Schritte einzuleiten. Das ist wahrscheinlich die größte Erkenntnis aus dieser Verletzungsphase.

 

Wenn die Top-Platzierungen ausbleiben, fehlen auch die größeren Preisgeldeinnahmen. Wie wichtig sind dann verlässliche Sponsoren?

AF: Verlässliche Sponsoren sind in dieser Phase besonders wichtig. Gerade wenn die Top-Platzierungen ausbleiben und das Preisgeld im Kopf präsent ist, bieten verlässliche Sponsoren eine wichtige Sicherheit. Sie ermöglichen es, sich entspannter auf das Spiel zu konzentrieren, ohne ständig an das Preisgeld als Einnahme denken zu müssen. Deshalb würde ich sagen, dass sie extrem wichtig sind, und ich bin sehr, sehr dankbar für ihre Unterstützung.

Beginnend mit dem Turnier Aramco Houston haben Sie zuletzt drei Top-Zwölf-Ergebnisse bei sechs Turnieren eingespielt – ist Ihr Spiel schon wieder da, wo es bei Ihren Erfolgen 2024 und 2023 war?

AF: Ich würde sagen, mein Spiel ist noch nicht ganz auf dem Niveau, das ich 2023 und 2024 hatte. Aber ich habe definitiv Fortschritte gemacht und arbeite kontinuierlich daran, mich zu verbessern.

 

Wie sieht Ihre Planung für den Rest des Jahres aus, mit welchem Turnier steigen Sie 2026 ein?

AF: Ich werde zunächst eine kleine Pause einlegen und über Weihnachten und Silvester in den Urlaub fliegen. Ab Januar starte ich dann wieder mit dem intensiven Training und steige voraussichtlich im Februar 2026 mit dem Turnier in Australien wieder ein.

 

Sie waren 2025 zum ersten Mal Teil des Amundi Teams – hatten Sie Kontakt zu den anderen Spielerinnen, inwieweit hat Sie das Amundi Team während der Saison unterstützt?

AF: Ja, ich habe viel Kontakt mit den anderen Amundi-Spielerinnen, da wir uns ja fast jede Woche sehen. Es ist wirklich toll, Teil dieses Teams zu sein. Besonders schön ist auch, dass viele aus dem Amundi-Sponsoring-Team zu den Turnieren kommen, uns unterstützen, anfeuern und einfach positive Energie mitbringen. Das gibt einem zusätzliche Motivation und Rückhalt während der Saison. Amundi sensibilisiert mich zudem für das Thema Geldanlage und Vorsorge. Besonders wir Jüngeren müssen in der Tat schon früh beginnen für die Zukunft vorzusorgen.

 

Das Amundi German Masters findet 2026 bereits im Mai statt – wie sieht für Sie eine optimale Vorbereitung aus?

AF: Ich freue mich riesig auf das Amundi German Masters. Meine Vorbereitung wird im Grunde wie gewohnt aussehen. Wenn es zeitlich passt und das Wetter mitspielt, würde ich vielleicht vorher noch einmal nach Hamburg fahren, um den Platz zu spielen. Der Platz ist sehr anspruchsvoll und ein bisschen mehr Sicherheit dort kann auf jeden Fall sehr helfen.

 

Ihr Tipp für Golfer und Nicht-Golfer, die noch nicht beim Amundi German Masters powered by VcG waren – warum sollte man sich das Turnier live ansehen?

AF: Die ganze Turnierwoche ist einfach großartig – sowohl für die Spielerinnen als auch für die Zuschauer. Es gibt viel zu erleben, und die Anlage selbst ist wunderschön. Das Turnier ist richtig spannend, denn die Ergebnisse können sich kurzfristig ändern. Außerdem ist das Feld immer sehr stark besetzt. Ich würde sagen, sowohl Golfer als auch Nicht-Golfer können sich hier auf spannende Matches freuen, tolle internationale Spielerinnen sehen und aus einem Turniertag ein rundum cooles Erlebnis machen. Der Promoter U.COM Event, der Hauptsponsor Amundi und alle weiteren Partner sowie das Team von Green Eagle Golf Courses und alle Volunteers machen dort einen großartigen Job! Selbst wenn man sich im Golfsport nicht so gut auskennt, lohnt es sich, einfach einmal vorbeizuschauen und beim einzigen LET-Turnier in Deutschland die Atmosphäre aufzusaugen und sich mitreißen zu lassen. 

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