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LIV Golf steckt in seiner ersten echten Krise. | © golfsupport.nl/Ben Hsu/ism

Fehlende Gelder? LIV-Turnier offiziell verschoben

Die Krise bei LIV Golf spitzt sich weiter zu. Das für Ende Juni geplante Turnier in New Orleans wird nicht wie vorgesehen stattfinden. Statt Spekulationen gibt es nun Gewissheit: Die Liga und die Behörden im Bundesstaat Louisiana haben die Veranstaltung offiziell auf einen späteren Zeitpunkt im Herbst verschoben. In einer Mitteilung ist von einem „neu konzipierten Event“ die Rede, das zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll.

 

Ursprünglich war das Turnier vom 25. bis 28. Juni auf dem Bayou Oaks Course geplant. Nach Gesprächen zwischen LIV-CEO Scott O’Neil und der Wirtschaftsministerin von Louisiana, Susan Bourgeois, wurde jedoch entschieden, den Termin zu verschieben. Auch ein alternatives, möglicherweise kleineres Turnierformat im Herbst steht im Raum.

Geldgeber zieht sich zurück

Im Zentrum der Turbulenzen steht nach wie vor der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), der LIV Golf seit der Gründung finanziert. Laut Medienberichten könnte der Fonds sein Engagement jedoch deutlich reduzieren oder sogar vollständig beenden. Für LIV Golf wäre das ein massiver Einschnitt. Die Liga hat bislang hohe Verluste geschrieben und konnte trotz großer Namen keine stabilen Einnahmequellen etablieren. Investoren für die Teams blieben weitgehend aus und auch die TV-Reichweiten liegen deutlich hinter denen der etablierten Touren.

 

Die Verschiebung hat auch direkte finanzielle Konsequenzen. Der Bundesstaat Louisiana hatte ein Gesamtpaket von rund sieben Millionen US-Dollar zugesagt. Nach aktuellen Angaben wurden bislang etwa 3,2 Millionen Dollar ausgezahlt.

 

  • Rund 1,2 Millionen Dollar an direkten Fördermitteln sollen von LIV Golf zurückerstattet werden. 
  • Etwa 2 Millionen Dollar flossen bereits in die Modernisierung des Bayou Oaks Golfplatzes und gelten als nachhaltige Investition in staatliches Eigentum.

     

In einer gemeinsamen Erklärung betonten Gouverneur Jeff Landry und Bourgeois, dass sie die Partnerschaft mit LIV Golf fortsetzen wollen und weiterhin an einer Veranstaltung im Laufe des Jahres arbeiten.

Widersprüchliche Aussagen

Noch vor wenigen Tagen hatte O’Neil betont, die Saison werde „wie geplant, ohne Unterbrechung und mit voller Geschwindigkeit“ fortgesetzt. Die nun bestätigte Verschiebung steht jedoch im klaren Widerspruch zu dieser Aussage. Zudem ist es die erste offizielle Verschiebung eines Turniers seit dem Bekanntwerden von Berichten über einen möglichen Rückzug des PIF. Beobachter werten dies als erstes sichtbares Zeichen dafür, dass die Liga ihre Planungen anpassen muss.

 

Auch sportlich hat die Entscheidung Folgen: Im aktuellen Kalender entsteht nun eine Lücke zwischen den Turnieren in Spanien Anfang Juni und in Großbritannien Ende Juli. Zudem gibt es nach der Team-Meisterschaft im August derzeit keinen bestätigten weiteren Spielplan. Die Verschiebung bedeutet außerdem, dass LIV Golf über mehrere Monate hinweg kein Turnier in den USA austragen wird. Als Gründe werden unter anderem extreme Sommerhitze, der Zustand des Platzes sowie mögliche Überschneidungen mit internationalen Großereignissen genannt. Hinter vorgehaltener Hand dürften jedoch vor allem wirtschaftliche Überlegungen eine zentrale Rolle spielen.

Saison vorerst gesichert

Trotz aller Unsicherheiten soll der Spielbetrieb vorerst weiterlaufen. Das nächste Turnier Anfang Mai ist aktuell nicht gefährdet. Doch die Lage bleibt angespannt. Mit der bestätigten Verschiebung eines prestigeträchtigen US-Events, offenen Finanzierungsfragen und einem lückenhaften Kalender steht LIV Golf vor einer entscheidenden Phase. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Liga stabilisieren kann oder ob das Projekt stärker ins Wanken gerät als bislang angenommen.

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