Fashion für Umwelt-Fans
Ein echtes Schnäppchen oder ein Fast-Fashion-Fehlkauf? Diese Frage stellen sich Golfer und Golferinnen immer mehr.Ist das Poloshirt für fünf Euro mit unklarer Produktionsstätte und verschifft aus China im Hinblick auf verantwortungsbewussten Konsum als Bekleidungsstück vertretbar oder nicht? Die Entscheidung darüber trifft der Käufer allein, aber die Kritik an der weltweiten Textilindustrie von Seiten der Umweltschützer und Menschenrechtler wächst. Die Produktion von Textilien sorgt nach Angaben der Europäischen Umweltagentur für etwa zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Die Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts kann bis zu 2.700 Liter Süßwasser verbrauchen. Die Färbung und Veredelung von Textilien trägt zur Wasserverschmutzung bei. Abgerundet wird die Negativ-Bilanz durch die Tatsache, dass beim Waschen von synthetischen Kleidungsstücken auch noch Mikroplastik in die Nahrungskette gelangt.
Nachhaltig produzierte Bekleidungsstücke für Golfer werden deshalb zunehmend nachgefragt. Wie aber erkennt der Kunde, welches Unternehmen umweltschonend produziert? Wer es ganz genau wissen will, kann sich an Labels wie Ökotex oder Grüner Knopf orientieren. Auf der Website Siegelklarheit.de finden sich noch eine ganze Reihe anderer Zertifizierungen, die für Textilien relevant sind.Generell gilt: Jeder Hersteller steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Das reicht von der Auswahl umweltfreundlicher Materialien über nachhaltige Lieferketten oder den Verzicht auf den Einsatz von schädlicher Chemie. Hinzu kommt das Thema Transparenz in der Kommunikation. Perfektion kann man dabei wohl von keiner Marke erwarten. Aber ein Check der verschiedenen Marken ergibt durchaus Unterschiede, die für den Verbraucher relevant sein können.
Damit die Auswahl für Sie etwas leichter fällt, stellen wir an dieser Stelle eine Reihe von Modeproduzenten vor, die Käufern in Deutschland die Entscheidung für nachhaltige Mode etwas leichter machen.
- Abacus: Die schwedische Firma punktet vor allem mit PFC-freien Imprägnierungen. Mit Hilfe der sogenannten 37.5 Technologie, die auf natürlichen Partikeln basiert und stets die normale Körpertemperatur gewährleisten soll, versucht man eine hohe Atmungsaktivität ohne chemische Beschichtungen zu erreichen.
- Galvin Green: Die schwedische Golfmarke positioniert sich seit Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit unter dem Motto „Green is the new blue.“ Galvin Green war auch eine der ersten Marken überhaupt mit einem eigenen Nachhaltigkeitsreport. Hier wird massiv auf Bluesign und Oeko-Tex Standard 100 gesetzt.
- Golfmarie: So funktioniert Produktion in Deutschland. Die kleine Marke , die seit 2020 auf Manufaktur-Qualität made in Deutschland setzt, bezieht fast sämtliche Materialien wie Garne oder Reißverschlüsse aus Deutschland. Die Stoffe bezieht man aus Italien nach Bad Waldsee, wo sie dann verarbeitet und verschickt werden. Aufgrund der Zero-Waste-Strategie werden auch Reststoffe weiterverarbeitet.
- Decathlon: Die Eigenmarke Inesis ist in Sachen Nachhaltigkeit empfehlenswert. Der französische Sportartikelriese hat mit das strengste Chemikalien-Management der Branche und kann in Sachen Produktion auch auf mehr als 65 Prozent verwendete erneuerbare Energien verweisen. Die komplette Lieferkette wird in Sachen Nachhaltigkeits-Reporting gut kontrolliert.
- Glenmuir: Der schottische Hersteller gehört seit langem zu den Klassikern im Golfsport und verfolgt konsequent das Thema Nachhaltigkeit. Das reicht vom Fokus auf Wolle-Naturfasern über die Teilnahme an der Better Cotton Initiative bei Baumwoll-Produkten. Dazu kommt der Verzicht auf PFAS, also Forever Chemicals oder schädliche Chemikalien beim Druck.
- Puma: Der Golf-Bekleidungshersteller gehört seit einigen Jahren zu den Top 500 nachhaltigsten Unternehmen weltweit, die das Magazin Time jedes Jahr veröffentlicht. Puma-Golfbekleidung und Schuhe bestehen nach Angaben des Unternehmens im Durchschnitt zu 90 Prozent aus recyceltem Material. Die verwendete Baumwolle wird 100 Prozent nachhaltig angebaut. Das ist nur ein Beispiel für die insgesamt nachhaltig aufgebauten Lieferketten des Unternehmens. Unter den Branchenriesen Adidas, Puma und Nike in Sachen Nachhaltigkeit die Nummer eins.
- Reflo: Der britische Hersteller, zu dessen Investoren auch der Fußballstar Harry Kane gehört, ist in Sachen nachhaltige Sportbekleidung der große Aufsteiger. Reflo ist mit seiner Kollektion aus Recycling-Material, die in fairer Produktion hergestellt wird, inzwischen auch im Fußball eine bekannte Größe. Im Golfbereich ist die Marke fast ausschließlich mit Herrenprodukten vertreten.







