Fairways der Extraklasse: Yas Links
Als Marcel Siem im vergangenen Jahr auf der Driving Range in Yas Links zur Übungseinheit antrat, zückte er sein Smartphone und machte ein Video. Dabei teilte er mit seinen Fans seine Begeisterung über den Pflegezustand des Austragungsorts der DP World Tour in Abu Dhabi. Und wenn ein Spieler wie Marcel Siem, der seit Jahrzehnten Woche für Woche perfekt manikürte Golfplätze besucht, dieses Niveau derart positiv hervorhebt, muss das etwas bedeuten.
Der aus der Feder von Kyle Phillips stammende Platz im Emirat ist dabei nicht das einzige Highlight in der näheren Umgebung. Yas Island, ein Milliardenprojekt des Immobilienentwicklers Aldar in Abu Dhabi, beherbergt neben dem 2010 eröffneten Golfplatz weltbekannte Attraktionen wie die Formel-1-Rennstrecke oder Ferrari World. Die Insel zählt zu den modernsten Freizeitdestinationen der Region und verbindet High-End-Unterhaltung mit spektakulärer Lage am Arabischen Golf.
Traditioneller Charakter inmitten künstlicher Umgebung
Yas Links ist das erste Projekt des renommierten Golfarchitekten im Nahen Osten. Der Platz umfasst einen 18-Löcher-Championship Course, einen 9-Löcher-Academy Course sowie eine beleuchtete Übungsanlage. Für die Anlage wurden fast zwei Meilen Küstenlinie geformt und rund zwei Millionen Kubikmeter Sand aufgetragen – ein aufwendiger Prozess, der mehr als drei Jahre dauerte. Das Ergebnis: Die 18 Löcher überraschen mit einer verblüffend authentischen Links-Atmosphäre – trotz ihrer Lage in einer künstlich wirkenden, von gigantischen Projekten geprägten Umgebung. Die schnellen Fairways, harten, aber fairen Grüns und vielfältigen Spieloptionen verleihen dem Platz einen nahezu traditionellen Charakter.
Der Platz beeindruckt durch spektakuläre Szenerien, insbesondere an den zahlreichen direkt am Wasser gelegenen Löchern. Die Topografie ist einzigartig – ein künstliches und dennoch faszinierendes Erlebnis. Gleichzeitig bleibt man nie weit von der Kulisse entfernt: Hotels, Baustellen und Ferrari World rahmen viele Bahnen ein.
Trotz dieser Einflüsse ist der Platz hervorragend spielbar und voller Fotomotive; selbst ein klares Signature Hole auszumachen, fällt schwer. Zu den spielerischen Highlights zählen das berühmte 9. Loch, ein „Cape Hole“, bei dem ein mutiger Drive über das Wasser den Annäherungsschlag entscheidend verkürzt, sowie das anspruchsvolle Schlussloch. Die 18 schlängelt sich entlang der Küste und fordert strategisches Spiel, da sowohl ein zentraler Fairwaybunker als auch weitere Sandhindernisse drohen. Hier duellierten sich zuletzt Tommy Fleetwood und Aaron Rai im Stechen der Abu Dhabi Championship.
Das Greenfee ist – wie auf den meisten Plätzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten – hoch. Gäste müssen für eine Runde mit einer Gebühr von 170 bis mehr als 300 Euro rechnen.









