Erkenntnisse früh im Jahr
Rota/Spanien – Inzwischen ist es schon eine gute Tradition, dass sich ganz früh in der Saison die Talente des Junior Team Germany mit sieben weiteren Nationen in Andalusien treffen, um im Matchplay Erfahrung auf hohem Wettkampfniveau zu sammeln. Wieder war der GC Costa Ballena an der Südspitze Spaniens Gastgeber für das Internationale Match Octagonal.
Die vier Wettkampftage waren für alle Beteiligten eine große Herausforderung, denn ein Sturm vom Atlantik brachte immer wieder auch starken Regen mit sich, sodass der Platz teilweise einer kleinen Seenlandschaft ähnelte und der eigentlich geplante Ablauf immer wieder angepasst werden musste. Eigentlich sollten an jedem Tag 36 Löcher gespielt werden, aber daraus wurde nichts, sodass es sehr unterschiedliche Formate und Ergebnisse der Duelle zwischen den Nationen gab.
Die 23. Auflage dieses Turniers verlief aus deutscher Sicht mit gemischten Ergebnissen, aber klaren Einsichten.
Im ersten Duell trafen die jungen Bundesadler auf Italien. Konrad Feth vom Lübeck-Travemünder GK harmonierte gut mit Lauro Merten vom GC Hubbelrath. Der erste Vierer gewann fünf Löcher, musste aber ebenso viele Löcher an seine Kontrahenten abgeben. Folgerichtig wurde das Match auf dem 18. Grün geteilt. Die beiden anderen Vierer gingen an Italien.
In den Einzeln sicherte sich Konrad Feth gegen Francesco Bisazza Lapo mit 2&1 einen Punkt. Ganz sicher holte sich Lauri Diener den Punkt. Der Youngster, der zur neuen Saison aus St. Leon-Rot zum Hamburger GC gewechselt ist, hatte mit Sebastiano Moro wenig Mühe und gewann sein Match mit 5&4.
David Süntzenich vom GC Hubbelrath ging schnell sehr deutlich in Front, musste sich dann aber gegen eine starke Aufholjagd von Filippo Ponzano zur Wehr setzen. Am Ende rettete der deutsche Youngster mit 1auf den Punkt. Insgesamt gewann Italien aber dennoch mit 5,5:3,5.
Das Duell gegen Italien konnte nicht planmäßig beendet werden, weil das Wetter umschlug, und so waren am zweiten Wettkampftag noch neun Löcher zu gehen. Die Unterbrechung kam für die Deutschen zur Unzeit, denn gerade lief es gegen die sehr routinierten und stark besetzten Südeuropäer richtig gut. Punktgleich mit dem Momentum auf der eigenen Seite, ging es in die Unterbrechung. „Das Wetter war schlecht, es hat viel geregnet, der Platz wurde nasser. Die Italiener hatten nicht mehr so viel Lust, und unsere Jungs haben da gerade richtig aufgedreht, hatten richtig Bock. Der Situations-Switch am nächsten Morgen war durchaus anspruchsvoll, gerade für so ein junges Team, das noch nicht ganz so viel Erfahrung hat – gegen eine italienische Herrenmannschaft, bei der einige Spieler dabei waren, die 2025 Team-Europameister geworden sind“, fasste Pascal Proske die Situation zusammen. Aus der knappen Niederlage zog der Bundestrainer dennoch positive Aspekte: „Es war schön, zu sehen, dass unsere Jungs sich so gut behaupten konnten. Die Italiener waren uns um die und auf den Grüns einfach noch überlegen. Aber von der Teebox bis ins Grün konnten wir Italien tendenziell sogar den einen oder anderen Schlag abnehmen.“
Sieg gegen Eidgenossen
Gegen die Schweiz fuhren die Schützlinge von Pascal Proske einen 3,5:1,5-Sieg ein. David Süntzenich, Lauri Diener und Tim Brohl gewannen ihre Einzel, Konrad Feth teilte sein Match, sodass die knappe Niederlage des Vierers, in dem Lauro Merten und David Fuchs unterwegs waren, keinen Schaden anrichten konnte.
Die Schweizer ließen um die Grüns herum ein paar Federn. Dies nutzte das Junior Team Germany im Matchplay aus und sicherte sich verdient den Sieg.
Gegen die Niederlande konnten nur Tim Brohl und David Fuchs ihre Matches gewinnen, sodass am Ende eine 2:4-Niederlage stand.
Die Niederländer waren mit einer starken Truppe nach Spanien gereist, und so stand schon vorher fest, dass da ein echter Prüfstein auf die jungen Bundesadler wartete. „Wir haben grundsätzlich gegen diese niederländische Herrenmannschaft gut dagegengehalten. Niemand hat eine Vollklatsche bekommen, aber auch keiner von uns überdeutlich gewonnen. Wenn wir gegen so eine niederländische Mannschaft bestehen wollen, müssen wir weniger Fehler machen. Die Fehler haben uns eigentlich immer Löcher gekostet. Wir mussten dann mehr Druck machen. Die Jungs haben gemerkt, dass sie nicht auf die Fehler der Gegner warten konnten.“
Finaltag
Die letzte Aufgabe führte die Bundesadler gegen Irland. Tim Brohl geriet gegen David Howard nie in Rückstand und gewann am Ende verdient mit 2auf. Auch Lauri Diener war stark unterwegs und durfte sich auf dem 17. Grün über seinen 2&1-Sieg freuen.
Lauro Merten holte gegen Adam Fehey nach engem Verlauf ein All Square heraus, während die übrigen drei Matches an die Iren gingen. Das Duell gegen die Mannschaft von der Insel lief aber bis zum allerletzten Putt absolut auf Augenhöhe.
„Wir hatten einen Putt aus drei Metern, um ins Stechen zu gehen. Den haben wir nicht gelocht. Das heißt, am Ende lief es wieder auf das Putten hinaus“, war auch an diesem Tag die Erkenntnis des Bundestrainers.
Fazit des Bundestrainers
Pascal Proske, der zum zweiten Mal die Mannschaft als Bundestrainer Männer/Nachwuchs betreute, zog nach dem letzten Putt eine durchaus positive Bilanz: „Das waren auf jeden Fall lehrreiche und interessante Matches, die die Jungs hier bewältigen konnten. Diese Woche war wie gewünscht lehrreich. Die Jungs haben verstanden, dass sie um die Grüns noch deutlich besser werden müssen. Von der Teebox können wir aber schon ziemlich viel. Ansonsten war das hier wieder eine gute Veranstaltung. Das Wetter war sehr anspruchsvoll, sehr windig, kalt, und die Runden wurden alle aufgrund von Nässe und Regen begrenzt. Das war eher eine Schlammschlacht.“
Deutsche Siege bei diesem Entwicklungsturnier, das immer ganz früh im Jahr stattfindet, datieren aus den Jahren 2009 und 2010.
Endstand 2026:
1. Italien
2. Spanien
3. Niederlande
4. England
5. Irland
6. Deutschland
7. Portugal
8. Schweiz








