Ein Buch über Freiheit, Vertrauen und die Liebe zu Golf
Er hätte ja vieles schreiben können. Ein Lehrbuch, seine Memoiren, Autogrammkarten. Geworden ist es ein Roman. „A Novel about the deeper game of golf and life“ heißt es auf dem ersten Werk von Dawie Stander. Der Südafrikaner gewann 2025 mit den Männern des GC Hösel überraschend das Final Four am Riedhof und damit die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Nun also sein erstes Buch und eine willkommene Abwechslung in diesen turbulenten Social-Media-Zeiten mit Fake-News und KI-Videos. Ein Eintauchen in Stille und die Tiefen des Lebens.
„Ich wollte mein Wissen teilen, aber nicht so wie jeder andere. Nicht über Lehrbücher oder Lehrvideos, sondern in Form einer Geschichte“, erklärt der Meistermacher, Coach und Autor. Als Stander Anfang der 1990er Jahre in den USA gelebt und gespielt hat, habe er während eines Turniers bei einem Freund übernachtet und dort ein Buch entdeckt, das seine Sicht auf Golf komplett verändert habe. Es hieß Quantum Golf.
Stander: „Dieses Buch habe ich über die Jahre mehr als hundert Kunden empfohlen. Vor etwa einem Jahr habe ich begonnen, meine eigene Version von Quantum Golf zu schreiben, in der Hoffnung, dass mein Wissen und meine Erfahrungen aus fast 30 Jahren als Trainer auch die Sichtweise anderer verändern können. Das war meine Motivation.“ Das Ergebnis: „Chasing the Burn“. Worum geht’s? Um Freiheit, Loslassen, Selbsterkenntnis und die Liebe zum Golfsport.
Konkret: Der junge US-Golfer Sean O’Connor flüchtet sich nach einer großen Enttäuschung über den Ozean. In einem verregneten Dörfchen Schottlands steht die Beerdigung seiner ihm doch eher unbekannten Großmutter an, die er besuchen soll – oder muss. Was etwas trist und skurril beginnt, entwickelt sich zu einer wichtigen Lebenserfahrung an einem Bachlauf, der sich durch die Felder zieht. Und er findet seinen Master in Tom. Der weise Opa lehrt ihn, dass die härtesten Schlachten jene sind, die in uns selbst gekämpft werden. Um Frieden zu finden, muss Sean aufhören, vor dem Mann im Spiegel zu fliehen.
Als Sean durch eisigen Wind, harte Arbeit auf schottischen Links, ein junges Talent namens Callum und seinen ihm kaum bekannten Großvater wieder zum Golfsport findet, kommen tief vergrabene Geheimnisse ans Licht. Eine erschütternde Vergangenheit, geprägt von Druck. Er überwindet das, was war, beseitigt Zweifel, findet Liebe und Leidenschaft. Wer diese doch recht einfache, aber ehrliche Story mit tiefer Botschaft liest, bekommt einen anderen Zugang zum Spiel, eine neue Perspektive, schafft Zufriedenheit und Selbstvertrauen. Ganz ohne Scrollen oder Aufploppen von nervigen Werbebannern. Ganz in Ruhe und ungestört auf gebundenem Papier.
Dawie Standers Taschenbuch auf 243 Seiten (Preis 18,18 Euro, kann das Zufall sein?) ist eine Empfehlung für jeden Golfer. Besonders vielleicht für sehr technische, die doch gerne alles durchanalysieren, Schwungdaten erheben, Winkel berechnen und tausende Dinge im Kopf haben, wenn sie nur einen Ball schlagen. Es geht darum, auf sein Herz zu hören, die Liebe zu Golf und zur Natur zu entdecken, Frieden zu finden und alles zu akzeptieren, was kommt. Frei nach Franz Beckenbauer: „Geht's raus und spielt's Fußball!“ Der Roman „Chasing the Burn“ handelt vom Flow, vom Fluss des Lebens. Von Freiheit, Klarheit und von Vertrauen in den eigenen Schwung. Stander: „Diese Geschichte ist Fiktion, aber jede Wahrheit darin wurde gelebt.“ Von Menschen.









