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Da war guter Rat teuer: Sophie Renner hatte ihren Schlag hinter eine der unzähligen Korkeichen verzogen, konnte aber immerhin noch das Bogey retten | © DGV

Durchwachsene Tagesbilanz

San Roque/Andalusien – Auch am zweiten von vier Wettkampftagen grüßt die hinreißend gepflegte Anlage des RCG Sotogrande mit sonnigem und ruhigem Frühsommerwetter. Die 99 Athleten, die bei dieser European Nations Championship antreten, finden somit ideale Bedingungen vor und einige Scores gehen richtig tief.

So kommt es, dass bei den Männern England nach dem zweiten Tag mit 17 Schlägen unter Par weit enteilt an der Spitze steht, während Italien mit zehn Schlägen mehr in den Büchern Rang zwei in der Wertung zum Bergfest für sich proklamiert.

Ganz so gut ist der Zwischenstand vor den beiden letzten Runden aus Deutscher Sicht nicht. Das Junior Team Germany steht mit gesamt zwei unter Par auf dem sechsten Rang.

Starker Bock

Einen guten Tag erwischt hatte Nils-Levi Bock. Der 196 Zentimeter große Schlacks vom GC St. Leon-Rot verbesserte sich um zwei Schläge, weil ihm nur zwei Bogeys auf die Karte rutschten, er gleichzeitig aber ein Birdie mehr als gestern notierte. Macht in Summe 69 (-3) Schläge, gleichzeitig der drittbeste Score des Tages. Entsprechend happy war der Wahl-Kurpfälzer mit dem Tag: „Ich habe aus der ersten Runde, wo ich auch schon sehr glücklich war, aus meinen ein, zwei Fehlern sehr gut gelernt. Heute konnte ich diese Fehler weitgehend vermieden. Dennoch habe ich nicht so gut angefangen. Auf den ersten Löchern hatte ich ein paar Probleme, bin aber sehr geduldig geblieben.“

Mit Birdies auf den Löchern 6 und 7 ging Bock unter Par. „Auf den Zug bin ich dann einfach weiter aufgestiegen und habe mir weiter meine Chancen erarbeitet. Ich gehe mit einem sehr, sehr guten Gefühl in die dritte Runde. Wenn ich weiter so gut mein Ding mache, kann ich auf jeden Fall weiter auf dem Leaderboard klettern. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Prozess, mit meiner Art und Weise, wie ich an diesen Golfplatz rangehe, wie ich mit jedem einzelnen Schlag als neue Challenge umgehe. Dass ich nur von Schlag zu Schlag denke und gar nicht so auf das Endergebnis schaue, hilft dabei, dass alles nur eine Folge aus guten Einzelschlägen ist. Das möchte ich an den nächsten Tagen weiterhin so gut machen und schaue erst dann, was da am Ende rauskommt“, erklärte der 19-Jährige, der am Ufer des Forgensees geboren geboren wurde.

In der Einzelwertung geht Nils-Levi Bock von Platz sechs in die zweite Turnierhälfte.

Kuriose Scorekarte

Wolfgang Glawe hat eine kuriose Scorekarte ins Recording getragen. Der Hubbelrather musste auf Bahn 4 ein Doppelbogey notieren, drehte mit drei Birdies in Serie noch auf der Front Nine das Bild und ging dadurch unter Par auf die Back Nine. Lange passierte nichts und so stand der Score noch immer unter Par, als Glawe auf das 16. Tee kam. Das Finale dieser zweiten Runde verrutschte dann allerdings und nach dem Doppelbogey auf Loch 16 drapierte der Bundesadler gleich noch zwei Bogeys hinterher, sodass er letztlich eine 75 (+3) unterschrieb. Damit fällt Glawe in der Einzelwertung auf den 27. Platz zurück.
 

Tjelle Rieger hat im Mittelteil der Runde sehr überzeugend gespielt und innerhalb von acht Löchern satte vier Birdies auf den Platz gebracht. Dieser Zwischenspurt wurde allerdings eingefasst von jeweils zwei frühen und zwei späten Bogeys. Mit seiner 72 (Even Par) steht der Spieler des GC St. Leon-Rot auf dem 31. Platz.

„Ich bin schlecht in die Runde reingekommen, habe dann zwischendurch ein sehr, sehr gutes Comeback gestartet, dann aber leider am Ende noch zwei schlechte Schwünge gemacht, die jeweils zum Bogey geführt haben. Das ist halt auf diesem Platz so. Der bestraft Fehler extrem schnell. Insgesamt komme ich heute mit dem Gefühl ins Clubhaus, dass ich ein paar Schläge draußen liegen gelassen habe. Aber das, was ich mir für die Runde vorgenommen habe, war auf jeden Fall deutlich besser als gestern und darauf lässt sich aufbauen. Wir haben noch 36 Löcher vor uns, in denen wir alle auf dem Leaderboard nach vorne rutschen wollen, um jeder für sich, aber auch in der Teamwertung eine erfolgreiche Woche zu gestalten“, fällt die Zwischenbilanz von Tjelle Rieger eher positiv aus.

Ungewohnt

Die Scorekarte von Tim Brohl sieht gänzlich ungewohnt aus. Der ehrgeizige Youngster des GC Rhein-Sieg hat an diesem zweiten Wettkampftag kein Birdie notiert, musste aber sechs Bogeys auf die Karte nehmen. Das Momentum wurde früh zerstört, als der Rheinländer auf dem dritten Grün einen durchaus machbaren, weil sehr kurzen Putt nicht lochte. „Ich habe heute kein Momentum gefunden, was mich die Runde gekostet hat. Ich war nicht konzentriert genug und mein Putter hat mir heute auch nicht geholfen“, war Brohl am Abend sichtlich unzufrieden.
Mit der 78 (+6) fällt der Sotogrande-Debütant auf den 45. Platz zurück.


Frauen ohne Fortune

Bei den Frauen ist es an der Spitze ungemein spannend. In Führung liegt Schweden mit einem Schlag unter Par, aber Frankreich und England lauern mit nur einem Zähler mehr in den Büchern auf dem geteilten zweiten Platz.
Das Junior Team Germany, das in Sotogrande von Bundestrainerin Esther Poburski betreut wird, hatte an diesem zweiten Wettkampftag keinen guten Draht zu Fortuna. Mit +13 nach zwei Tagen rangieren die Bundesadler auf dem achten Platz.

Sophie Renner auf T17

In der Einzelwertung ist Sophie Renner vom Stuttgarter GC Solitude auf Rang 17 nach der Hälfte des Turniers auf Rang 17 die beste Deutsche, nachdem sie zweimal 75 Schläge gebraucht hat.
Nicht nur vom Ergebnis, auch von der Spielweise her ähneln sich beide Runde sehr. Wieder hatte Renner drei Bogeys mehr auf der Karte als sie Birdies spielten konnte. Allerdings musste die Schwäbin an einigen Stellen mehr um ihren Score bangen, weil sie teilweise Bekanntschaft mit Lagen direkt an beeindruckenden Korkeichen machte. 

„Ich habe mich heute das ein oder andere Mal auf Abwegen befunden, habe aber immer noch irgendwie gut das Bogey gerettet, sodass keine höheren Zahlen daraus wurden. Damit bin ich sehr zufrieden“, so Renner.
Die Schläge ins Grün hatten noch etwas Luft nach oben, zumal die Fahnenpositionen von der Spielleitung etwas freundlicher gewählt waren. „Da hätte man an der einen oder anderen Stelle schon noch etwas mutiger auf die Fahnen gehen können“, trauert Sophie Renner einigen Chancen nach, zumal der Putter gute Betriebstemperatur hatte.


Brenske und Maier-Borst fallen zurück

Susanna Brenske und Sofia Maier-Borst hatten keinen guten Tag erwischt. Maier-Borst startete zwar vielversprechend mit einem Birdie, konnte daran aber im Verlauf der Runde nicht mehr anknüpfen. Ganz im Gegenteil. Der Athletin des GC St. Leon-Rot unterliefen zwei Doppelbogeys und drei Bogeys, woraus sich der Tagesscore von 78 (+6) Schlägen zusammensetzt. Die in Madrid geborene Athletin fällt dadurch auf den 26. Platz zurück.
Noch einen Schlag mehr brauchte Susanna Brenske. Die Falkensteinerin ging direkt mit einem Bogey in den Tag, spielte danach aber zunächst solide weiter. Aber Loch 6 legte das Nordlicht den Schlag ins Grün an die einzige Stelle, an der der Ball ganz und gar nicht liegen darf. Aus der schwierigen Lage entwickelte sich ein unglückliches Szenario, das in einem Triple-Bogey mündete. Da noch drei weitere Bogeys auf die Scorekarte kamen, Brenske aber kein Birdie unterbringen konnte, stand am Ende die 79 (+7), mit der die Athletin des Hamburger GC auf den 23. Platz zurückfällt.

„Das war heute leider deutlich schlechter als gestern. Ich hatte zwar auch gute Birdie-Chancen, habe aber auf den Grüns sehr viele Schläge verloren. Das war für mich heute ein harter Tag, obwohl die Konditionen eigentlich optimal waren. Da wären mehr drin gewesen“, bilanziert die 21-Jährige selbstkritisch ihre Leistung.
 

Am Freitag geht es in die vorletzte Runde. Wieder starten die Frauen am Morgen. Da nach Ergebnissen gestartet wird, spielen die drei Bundesadler in aufeinanderfolgenden Gruppen mit Startzeiten von 9.10 Uhr bis 9.30 Uhr. Dies macht die Betreuung auf dem Platz für die Bundestrainerin etwas leichter.

Auch bei den Männern geht es für die Bundesadler unmittelbar hintereinander in die dritte Wettkampfrunde. Von 12.20 Uhr bis 12.50 Uhr geht alle zehn Minuten ein Deutscher raus.


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