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Friederike Lohmann vom Hamburger GC geht als Co-Leaderin in den zweiten Wettkampftag | © DGV/STEBL

Doppelspitze zum Auftakt

Michendorf – Die 112 Teilnehmerinnen aus 13 Nationen gehen bei eisiger Kälte ins Turnier. Nachdem der Trainingstag verregnet war, ist es für die frühe Startzeit immerhin trocken, aber gegen den kalten Wind gibt es für Athletinnen und Coaches kaum eine Chance, genügend Zwiebelschichten anzulegen, um sich warm zu halten. Kälte und Wind erhöhen gleichzeitig die Herausforderungen im Spiel, denn vor allem die Längenkontrolle ist erschwert.
Vom Platz sind die Spielerinnen trotzdem sehr angetan und man hört nur positive Stimmen.

Spitze bei drei unter Par

Lily Hirst aus England brachte vier Birdies in Serie unter. Durch diesen Zwischensprint kam die Engländerin auf 69 (-3) Schläge und  geht als Co-Leaderin in die zweite Runde.
Die Britin war entsprechend zufrieden: „Ich hatte das Gefühl, den Ball vom Abschlag bis zum Grün wirklich gut getroffen zu haben, besonders mit meinen Wedges, die mir zu einigen Birdies verhalfen. Auch beim Putten lief es gut. Der Südplatz ist in gutem Zustand, vor allem angesichts des Regens, den wir hatten. Mir gefällt, dass es so viele Bunker gibt, denn das verleiht dem Platz Charakter. Man muss sich wirklich gut überlegen, wie man sie umspielt!“

Die Aufwertung des Turniers durch die European Amateurs Order of Merit kommt bei der Athletin des Huddersfield GC gut an: „Ich finde, die neue EAOM ist eine großartige Idee, da sie den Spielerinnen mehr Anreize bietet, gut zu spielen und an mehr Turnieren gegen einige großartige europäische Spielerinnen anzutreten.“
Als ihren bisher größter Erfolg bezeichnet Hirst den Sieg bei der English Women’s Open Strokeplay Championship im Jahr 2024: „Mein Heim-Open zu gewinnen, war etwas ganz Besonderes.“

Mit Eagle zur 69

Friederike „Fritzi“ Lohmann spielte eine bemerkenswerte Runde. Die 22-Jährige vom Hamburger GC machte ihre Scorekarte ziemlich bunt und mischte den vier Bogeys noch fünf Birdies und sogar einen Eagle bei. Auf Loch 6 (455 Meter, Par 5) setzte Lohmann einen Drive lang und sicher auf das Fairway, legte ein gutes Holz aufs Grün und lochte aus rund neun Metern den Putt.

Als Co-Leaderin in den zweiten Tag zu starten, gibt ein gutes Gefühl: „Der Platz ist angesichts des Wetters bisher in einem tollen Zustand. Mein Putter war heiß! Ich habe viele lange Putts gelocht und hatte ein super nette Runde in meinem Flight, was die Stimmung dann umso besser gemacht hat.“

Fritzi Lohmann brachte an diesem kalten und windigen Tag eine kleine, aber sehr feine Serie unter: Birdie-Birdie-Eagle-Birdie!
„Tatsächlich habe ich eine solche Serie bisher noch nie gespielt, aber ich würde sie immer wieder nehmen“, strahlte die Falkensteinerin nach der Runde.

Athletik-Trainer als Caddie

Auf Rang drei steht nach der ersten von drei Wettkampfrunden Cecilie Volckens vom GC St. Leon-Rot. Dabei hatte die Spielerin des Junior Team Germany eine große Hilfe am Bag: Cedric Otten, Athletik- und Bundesstützpunkttrainer des DGV, half dem jungen Bundesadler über den Südplatz des G&CC Seddiner See. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Volckens spielte sehr solide und glich das Bogey von Loch 2 mit drei Birdies mehr als aus. Mit 70 (-2) Schlägen hat die 15-Jährige nur einen Zähler Rückstand auf das Führungsduo.

„Der Platz hat ein gutes Layout mit fordernden Grüns und spielt sich bei den Wetterbedingungen eher lang. Vom Tee war mein Spiel heute stabil und durch gute Up & Downs konnte ich mein schwächeres Eisengame ausgleichen. Cedric als Caddie dabeizuhaben war definitiv eine große Hilfe, sowohl bei der Schlagplanung als auch in Hinsicht auf mentale Aspekte“, war Cecilie Volckens dankbar für den erfahrenden Golfer am Bag. Otten war früher selbst im Junior Team Germany gefördert worden und hat beim GC Hubbelrath zahlreiche Titel als Deutscher Mannschaftsmeister erspielt.

Gesangswettbewerb neben den Fairways

Aus der Luft, den Bäumen und dem Uferbewuchs der Teiche auf dem Platz ertönt es lautstark und in wilden Melodien. Pirol, Feldlerche, Nachtigall, Drosselrohrsänger, Kuckuck, Stieglitz, Mönchsgrasmücke singen, während Nebelkrähe, Graugans und Schellente eher weniger durch Gesangstalent auffallen, aber immer  schön anzusehen sind. Für diese Reize des Platzes, der am Ufer des  Seddiner Sees liegt, haben die Athletinnen eher keine Kapazitäten frei. „Ich bin auf dem Platz ehrlich gesagt sehr im Tunnel und nehm da nicht so viel wahr“, ist Cecilie Volckens voll auf ihr Spiel konzentriert.

Platzrekorde

Der Südplatz des G&CC Seddiner Sees wird bei dieser German International Women´s Amateur Championship mit einer Länge von 5.594 Meter als Par 72 gespielt. 1997 wurde dieser Robert Trent Jones jr.-Platz eingeweiht.
Der aktuelle Platzrekord der Frauen steht bei 62 (-10) Schlägen und wurde von der Kolumbianerin Mariajo Uribe im Rahmen des einzigen in Europa gespielten Qualifiers für die U.S. Women´s Open 2024 aufgestellt.

Bei den Herren steht noch immer die Bestmarke von Martin Kaymer, die dieser mit 65 Schlägen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften 2003 aufgestellt hat.

EAOM

Derzeit ist Yoo Jin Bae vom GC St. Leon-Rot in der neu eingeführten European Amateur Order of Merit die bestplatzierte Deutsche. Der dritte Platz bei der Italian International Ladies' Amateur Championship haben der Kurpfälzerin 250 Punkte eingebracht. Dies reicht aktuell für Rang 16.

Aus der Top 20 der Rangliste treten fünf Athletinnen in Deutschland an, darunter Charlotte Naughton vom Longhirst Hall GC. Die Britin hat in diesem Jahr schon den Junior Orange Bowl in den USA gewonnen und war 2025 unter anderem die Siegerin der Einzelwertung bei der World Junior Girls Championship. Auch in Deutschland hat Naughton schon erfolgreich gespielt. Im Mai 2025 hatte die aktuelle Nummer 96 des World Amateur Golf Rankings in Bad Saarow die German Girls Open gewonnen.

Sonderpreis für Siegerin

Die Siegerin des Turniers darf sich nicht nur über 500 Punkte für die European Amateur Order of Merit freuen, sondern bekommt auch eine Einladung zur Amundi German Masters. Das Turnier der LET wird vom 14. bis 17 Mai auf Green Eagle in Winsen an der Luhe ausgetragen.

Bevor das Turnier vor die Tore Hamburgs umgezogen ist, war der G&CC Seddiner See von 2022 bis 2024 dreimal Gastgeber der Amundi German Masters.

Die Siegerinnen waren 2022 Maja Stark aus Schweden, 2023 Kristýna Napoleaová aus Tschechien und 2024 gewann die Berlinerin Alexandra Försterling.

Beelitzer Spargel

Der „Beelitzer Spargel“ zählt zu den bekanntesten Spargelsorten Deutschlands und ist eine typische Spezialität aus Brandenburg. 1861 wurde in Beelitz erstmals Spargel im größeren Stil angebaut, und seit März 2018 steht die Bezeichnung europaweit unter Schutz.
Seinen guten Ruf verdankt der Spargel vor allem den natürlichen Gegebenheiten der Region. Die lockeren, sandigen Böden rund um Beelitz erwärmen sich im Frühjahr besonders schnell und bieten damit ideale Voraussetzungen für den Anbau. So entstehen die feinen, zarten Spargelstangen, für die das Produkt so geschätzt wird.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Beelitz zu einem bedeutenden Zentrum des Spargelanbaus. Spätestens ab etwa 1870 wurde die Ernte in größeren Mengen vermarktet. Inzwischen ist der Spargel dort weit mehr als nur ein landwirtschaftliches Erzeugnis – er prägt die regionale Kultur und Identität.
Die Erntezeit beginnt im Frühjahr und endet traditionell am Johannistag, dem 24. Juni. Der Anbau erfordert viel Geduld und Pflege, da die Pflanzen über mehrere Jahre hinweg kultiviert werden. Nach der Ernte benötigen sie zudem eine Phase zur Erholung, bevor sie erneut genutzt werden können.
Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, kann in Beelitz ein Spargelmuseum besuchen, das die Entwicklung des Anbaus anschaulich darstellt.
 


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