Donnerwetter: Halbfinal-Entscheidung vertagt
Gegen 17 Uhr wurden die Spieler und Spielerinnen wegen Gewittergefahr vom Platz geholt. Rund 90 Minuten später stand fest, dass die Halbfinals an diesem Samstag nicht mehr beendet werden können. Bei den Frauen entwickelten sich bis zum Abbruch zwei enorm spannende Begegnungen. Titelverteidiger St. Leon-Rot konnte mit einer 2:1-Führung aus den Vierern am Vormittag in die Einzel gegen das Team vom G&LC Berlin-Wannsee starten. Sofia Maier-Borst und Yoo Jin Bae, die das Final Four mit einem präzisen Abschlag auf Bahn eins eröffnet hatte, setzten sich in einer abwechslungsreichen Partie mit 2&1 gegen Chiara-Maria Wippert und Charlotte Görsch durch. Den zweiten Punkt für den sechsmaligen Final-Four-Gewinner holten Tessa Kremser und Paula Schulz-Hanßen, die ebenfalls auf der 17. Bahn ihr Match gegen Emily Krause und Catharina Lohoff mit 3&1 für sich entschieden. In der dritten Partie konnten die Wannseerinnen durch Sophie Bingel und Camille Peltier (4&2 gegen Lotte Schuhr und Stella Jelinek) verkürzen.
In den Einzeln entwickelte sich anschließend ein munterer Schlagabtausch. Deutliche Siege gab es für St. Leon-Rot durch Paula Schulz-Hanßen (4&3 gegen Catharina Lohoff) sowie für Berlin-Wannsee durch Emily Krause (4&3 gegen Stella Jelinek). Sofia Maier-Borst setzte gerade zu ihrem Putt auf der 17 an, ehe sie in der heißen Schlussphase vom Signalhorn unterbrochen wurde. Die Nationalspielerin führt nach 16 gespielten Löchern mit 1 auf gegen Rosalie Stadler. Gute Chancen auf einen weiteren Wannseer Punkt hat Chiara-Maria Wippert, die in ihrer Begegnung gegen Isabelle Schlick bei noch vier ausstehenden Löchern mit 3 auf in Führung liegt.
Auch im zweiten Halbfinale zwischen dem Hamburger GC und dem Stuttgarter GC Solitude ist noch alles möglich. Nach ausgeglichenen Vierern stand es 1,5:1,5. Die Schwestern Vivienne Gina und Lilian Joy Bühle dominierten ihre Partie gegen Susanna Brenske und Emilie von Finckenstein und holten mit 3&2 den ersten Punkt für Stuttgart, ehe Sophia Matthiessen und Leonie Breutigam (2&1 gegen Sophia Zeeb und Sophie Renner) ausgleichen konnten. Hin und her ging es im letzten Vierer des Vormittags zwischen Victoria Schuldt und Mia Lena Hoffmann (Hamburg) sowie Eva Ringwald und Alena Oppenheimer (Stuttgart). Die spannende Begegnung endete nach zahlreichen Führungswechseln mit einem geteilten Punkt.
Auch vier Einzel konnten vor dem Gewitterabbruch noch beendet werden. Vivienne Gina Bühle (3&2 gegen Theresa Quasdorf) ging auch bei ihrem zweiten Auftritt des Tages als Siegerin hervor, ehe Susanna Brenske (1 auf gegen Lilian Joy Bühle) und Leonie Breutigam (3&1 gegen Sophia Zeeb) mit ihren Erfolgen die Hamburger Fans jubeln ließen. Zumindest ein halber Punkt ist auch Sophia Matthiessen sicher. Die Hamburgerin führt bei noch zwei ausstehenden Löchern mit 2 auf gegen Sophie Renner. Somit kommt es am Sonntagmorgen auf die verbleibenden Einzel auf dem Platz an.
Die Lage bei den Männern
Team Habsberg ist drauf und dran, die Cinderella-Story fortzusetzen. Die Männermannschaft aus der Oberpfalz war als Aufsteiger ins Final Four eingezogen – und als Tabellenerster der 1. Bundesliga Süd, nachdem die Konkurrenz aus St. Leon-Rot durch eine kurzfristige Entscheidung des Landgerichtes Wiesbaden aus dem Verkehr gezogen worden war und Frankfurt nachrückte. „Wir sehen das entspannt, können überhaupt nichts verlieren und haben ohnehin schon mehr erreicht, als uns viele vor der Saison zugetraut hatten“, sagt Habsbergs Captain Christian Stibor. Das Halbfinale gegen den G&LC Berlin-Wannsee konnte am Samstag wegen des Gewitterabbruchs am frühen Abend nicht zu Ende gespielt werden, aber die Männer aus Ostbayern haben gute Karten, das Endspiel zu erreichen, wenn am Sonntagmorgen (7 Uhr) wieder angepfiffen wird.
Habsberg hatte nach den Vierern vom Vormittag mit 3:1 in Front gelegen – und das war bis zum letzten Putt ein Krimi: „Wir haben es im Endspurt noch rumgerissen und einen wichtigen Punkt geholt“, sagte Ruwald Ausborn, der mit Vierer-Partner Florian Dittrich mit 1down auf die letzten beiden Löcher gegangen war. Habsberg holte die beiden Schlussbahnen und machte aus einem 1down ein 1up im Finish – Punkt für das Überraschungsteam. In den Einzeln sieht es ebenso ziemlich gut aus für Habsberg, denn der hochgerechnete Zwischenstand liegt bei 7,5:4,5 für die Truppe von Coach Peter Wolfenstetter. Die Entscheidung fällt allerdings am frühen Sonntagmorgen und die Männer vom Wannsee werden alles daran setzen, das Ruder noch herumzureißen.
Im anderen Halbfinale bahnt sich eine kleine Überraschung an: Die Favoriten aus dem GC Hubbelrath liegen im Zwischenstand mit 4:8 gegen Frankfurt zurück. „Wir waren 2021 das letzte Mal Deutscher Mannschaftsmeister und sind an den Riedhof gekommen, um endlich wieder einen Titel feiern zu dürfen“, so Hubbelraths Captain Ralf Fettweis. Bislang läuft es noch nicht nach Plan für den DGL-Rekordmeister und ausgerechnet das noch kurzfristig ins Feld gerutschte Team aus dem Frankfurter GC spielt trotz verkürzter Proberundenzeit groß auf beim Showdown am Riedhof.
Allerdings sind alle Einzelpartien im Match zwischen Hubbelrath und Frankfurt noch sehr eng, sodass am Sonntagmorgen noch einiges passieren kann. „Die Vierer liefen sehr gut für uns, in den Einzeln stehen wir gut da, aber wir wissen, dass Hubbelrath ein starker Gegner ist. Insofern gibt es bei uns jetzt etwas zu essen, dann ist Regeneration angesagt, da wir am Sonntag sehr früh raus müssen und auf der Range stehen werden“, so Jan Pelz. Frankfurts Männer-Coach konnte mit seinem Team die sehr kurze Einspielrunde am Freitagabend gar nicht zu Ende spielen, sodass einige Löcher für den ein oder anderen FGC-Spieler noch gänzlich unbekannt war. „Das war sicher kein Vorteil für uns, aber wir haben nichts zu verlieren und freuen uns auf den Restart am Sonntag“, so Pelz.
So steht's in den Halbfinals
Frauen
GC St. Leon-Rot – G&LC Berlin-Wannsee 5:4
Hamburger GC – Stuttgarter GC Solitude 5,5:3,5
Männer
GC Am Habsberg – G&LC Berlin-Wannsee 7,5:4,5
GC Hubbelrath – Frankfurter GC 4:8
Spielstände hochgerechnet…
So geht’s am Sonntag weiter:
Das Final Four wurde in den Einzel der Halbfinals um 17:06 Uhr unterbrochen. Eine Wiederaufnahme des Turniers am heutigen Tag ist wetterbedingt nicht möglich. In der Besprechung am Samstagabend wurde folgende Vorgehensweise einvernehmlich zwischen Kapitänen und Spielleitung festgelegt:
- 1. Wiederaufnahme des Spiels um 7 Uhr am Sonntag mit den Lochpositionen von Samstag.
- 2. Die Damen haben noch fünf, beziehungsweise vier Löcher zu spielen, die Herren acht, beziehungsweise zehn Löcher. Wir rechnen mit einer Spieldauer von 7 bis 9 Uhr.
- 3. Ein eventuelles Stechen schließt sich an.
- 4. 30 Minuten nach Spielende der Halbfinals muss die Aufstellung für die Schlussrunden abgegeben werden.
- 5. Wir verkürzen in Abstimmung mit allen Kapitänen den anschließenden Vierer auf neun Löcher.
- 6. Start der Vierer voraussichtlich ab 10 Uhr.
- 7. Die abschließenden Einzel starten dann ab 13:30 Uhr.
Weitere Stimmen
Heiko Burkhard, Trainer Stuttgart Frauen: „Es war die richtige Entscheidung, abzubrechen. Es wird ein tougher Tag morgen, der sehr früh beginnt. Da gilt es wach und präsent zu sein, um gut performen und sich gut auf das nächste Match einzustellen. Wir werden bereit sein.“
Mario Hansch, Trainer Berlin-Wannsee Frauen: „Da war ein heißer Fight bisher und genau das, was wir liefern wollten. Wir sind bester Dinge und freuen uns auf Sonntag.“
Christian Stibor, Kapitän Habsberg Männer: „Für uns kam die Gewitterunterbrechung zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weil wir gerade ein positives Momentum hatten. Aber klar, Sicherheit und Gesundheit gehen vor. Positiv ist, dass sich die Jungs erholen und früh einschlagen können. Jeder hat die gleiche Vorbereitungszeit. Und die Kapitäne haben sich einstimmig geeinigt, die Einzel zu Ende, die Vierer dann auf neun Löcher zu spielen, damit alles im üblichen sportlichen Rhythmus bleibt.“







