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Ein sonniger Tag an der schottischen Nordseeküste war für Cecilie Volckens vom GC St. Leon-Rot die Kulisse für eine fabelhafte Leistung | © DGV

Deutsche Doppelführung

Aberlady/Schottland – 144 Spielerinnen sind bei einem der traditionsreichsten Nachwuchsturniere im internationalen Golfsport am Start. Nach zwei Runden Zählspiel bleiben nur die besten 64 im Wettbewerb und ziehen in die anschließenden Matchplays ein. Für die deutschen Starterinnen verlief der Auftakt dabei ausgesprochen vielversprechend.
 

Den besten Start ins Turnier erwischte Cecilie Volckens. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot hatte am Ufer der Nordsee einen richtig heißen Putter und lag nach nur sechs Löchern mit vier Birdies bereits vier unter Par. Ein Doppelbogey bremste die 16-Jährige kurz, brachte sie aber nicht aus dem Konzept. Volckens reagierte stark und sammelte im weiteren Verlauf weitere Schlaggewinne ein.
 

Am Ende standen nicht weniger als acht Birdies auf der Karte. Mit 66 (-5) Schlägen auf dem 5.569 Meter langen Par-71-Platz setzte sich die Athletin des Junior Team Germany an die Spitze des Feldes.
 

Besonders bemerkenswert war dabei ihre Effizienz auf den Grüns. Volckens benötigte lediglich 22 Putts und verwandelte zahlreiche Chancen. Dazu kamen zwei Schläge, die ihr selbst besonders im Gedächtnis blieben: „Der Platz ist echt sehr cool. Ich spiele jetzt erst mein drittes Mal Linksgolf im Turnier und es macht einfach immer wieder extrem viel Spaß. Man muss taktisch umdenken. Es ist gefühlt eine andere Sportart. Der Platz ist in einem mega Zustand. Die Grüns rollen gut, die Fairways springen extrem, es macht einfach unfassbar viel Spaß. Heute hatte ich zwei Highlights. Direkt auf Loch 1, einem Par 4 mit 266 Metern, habe ich meinen Abschlag auf vier Meter an den Stock gehauen. Den Eagleputt habe ich zwar leider nicht gelocht, aber der Drive war zum Start echt schön. Auf Loch 8 habe ich fast ein Hole-in-one gemacht. Der Ball ist aber doch ausgelippt und ein paar Zentimeter neben der Dose liegen geblieben. Generell habe ich heute ziemlich gut geputtet. Ich habe nur 22 Putts gemacht. Das hilft natürlich extrem. Meine schlechten Schläge waren zum Glück heute immer noch brauchbar. Ich freue mich sehr auf die Runde morgen. Ich werde einfach wieder versuchen, mit wenig Erwartung reinzugehen, einfach Spaß zu haben und es genießen.“

Eagle zum Auftakt

Nur einen Schlag hinter Volckens liegt Lena Geier. Die Bayerin vom GR Bad Griesbach knüpfte damit unmittelbar an ihren starken Auftritt in der LET Access Series an. In Dänemark war sie bei ihrer Premiere im Kreis der Profis bis ins Stechen vorgedrungen, hatte den ersten Sieg dort aber noch knapp verpasst.
 

Von Dänemark ging es direkt weiter nach Schottland und auch dort brauchte die 17-Jährige keine lange Anlaufzeit. Gleich am ersten Loch gelang Geier ein Eagle. Auf dem Par 4 traf sie mit dem Drive das Grün und lochte anschließend den Putt.
Bogeys auf den Löchern 4 und 10 stellten ihren Tagesscore zwischenzeitlich wieder auf Even Par. Auf der Back Nine drehte Geier dann jedoch mächtig auf. Vier Birdies, davon drei in Serie, brachten sie auf 67 (-4) Schläge und damit auf den zweiten Platz.
 

Dass sie nach ihrem starken Finish sehr sachlich blieb, passte zum kontrollierten Auftritt der Bayerin: „Das ist ein typischer Links-Platz und der Wind kann es hier echt schwer machen, tief zu gehen. Heute habe ich alles ganz gut hinbekommen und bin sehr zufrieden mit der Runde.“
 

Geier gehört zudem weiterhin zu den Spielerinnen, die sich Hoffnungen auf eine Teilnahme am PING Junior Solheim Cup machen dürfen. Mit dem starken Auftakt in Schottland hat sie ihre derzeitige Form erneut unter Beweis gestellt.

Zweimal Platz neun

Auch hinter dem deutschen Führungsduo ist Schwarz-Rot-Gold prominent vertreten. Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot und Julia Zimmermann vom GC Mülheim an der Ruhr teilen sich mit jeweils 70 (-1) Schlägen den neunten Platz.
 

Maier-Borst erlebte eine abwechslungsreiche Runde. Die 18-Jährige eröffnete mit zwei Birdies, musste direkt danach aber auch zwei Bogeys hinnehmen. Dieses Wechselspiel setzte sich auf der Runde fort. Mit ihrem insgesamt fünften Birdie auf dem 18. Grün brachte sie den Score schließlich noch auf eins unter Par.
 

Zimmermann kam ebenfalls auf 70 Schläge. Sie notierte ein Birdie weniger als Maier-Borst, leistete sich dafür aber auch ein Bogey weniger. Beide haben sich damit eine sehr gute Ausgangsposition für die zweite Zählspielrunde erarbeitet und liegen deutlich oberhalb der Cutlinie.

Weitere Deutsche gut positioniert

Mit 72 (+1) Schlägen teilen sich zwei weitere Spielerinnen vom GC St. Leon-Rot den 17. Platz. Laetitia Leisinger brachte dabei fünf Birdies auf ihre Karte und hielt sich trotz einiger Schlagverluste weit vorne im Klassement.
 

Clubkameradin Luise Jung legte einen besonders starken Start hin. Die erst 15-Jährige begann ihre Runde mit zwei Birdies und spielte anschließend über weite Strecken kontrolliert weiter. Lediglich drei Bogeys kamen noch hinzu, so dass auch für sie eine 72 (+1) im Recording stand.
 

Zwei weitere Deutsche liegen mit ihren Ergebnissen auf dem geteilten 28. Platz. Cosima Feßmann vom Bundesliga-Aufsteiger GC Am Reichswald und Yoo Jin Bae vom GC St. Leon-Rot haben damit ebenfalls beste Chancen, sich nach der zweiten Runde für die Matchplays zu qualifizieren.
 

Bae, die zum Junior Team Germany gehört, musste sich dabei vor allem im kurzen Spiel an die besonderen Anforderungen des Linksgolfs gewöhnen: „Um die Grüns herum ist es mir schwergefallen, auf Links Golf umzustellen, aber im Long Game hat das zum Glück besser funktioniert. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mal wieder Links Golf zu spielen und ich freu mich auf die Runde morgen!“
 

Für die deutschen Spielerinnen gilt nun, die gute Ausgangslage in der zweiten Runde zu bestätigen. Denn erst danach steht fest, welche 64 Athletinnen im Rennen um den Titel bleiben. Bei den teilweise engen Abständen im Feld kann sich das Klassement noch kräftig verschieben.

Ein Titel mit großer Geschichte

Die Girls’ Amateur Championship gehört zu den traditionsreichsten Wettbewerben im internationalen Nachwuchsgolf. Das Turnier wurde bereits 1919 erstmals ausgetragen und hat im Laufe seiner Geschichte zahlreiche Spielerinnen hervorgebracht, die später auch als Profis große Erfolge feierten. Zu den früheren Siegerinnen zählen unter anderem spätere Major-Gewinnerinnen und Solheim-Cup-Spielerinnen wie Anna Nordqvist, Suzann Pettersen, Azahara Munoz und Georgia Hall.
 

Der sportliche Wert des Titels ist entsprechend hoch. Die Siegerin erhält einige attraktive Einladungen zu großen Turnieren.
 

Aus deutscher Sicht dauerte es lange, bis der erste Sieg gelang. 2023 gewann Helen Briem vom Stuttgarter GC Solitude als erste Deutsche diese Championship. Im über 36 Löcher angesetzten Finale setzte sie sich deutlich gegen die Spanierin Martina Navarro durch. Briem schaffte es bis an die Spitze der Amateur-Weltrangliste und wechselte danach ins Profilager, wo auch schon etliche Erfolge auf der Habenseite der Stuttgarterin stehen.
 

Schon zuvor hatten deutsche Spielerinnen mehrfach um den Titel gespielt. Miriam Nagl erreichte zwischen 1997 und 1999 dreimal in Folge das Finale, blieb dort jedoch jeweils ohne Sieg. Auch Chiara Mertens vom GC Hubbelrath schaffte 2014 den Sprung bis ins Endspiel.
 

2025 kam ein weiterer Erfolg mit deutschem Bezug hinzu. Lily Reitter, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, gewann die Championship im Finale gegen die Engländerin Charlotte Naughton mit 4&2. In der Liste der bisherigen Siegerinnen wird sie noch als Französin geführt.

 

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