Deutsche Bienenwoche und Weltbienentag: Langer wirbt für Schutz der Bienen
Kein Wunder, dass die Honigerzeugung auf deutschen Golfanlagen weit verbreitet ist. Aufgrund des nahezu vollständigen Verzichts auf Pflanzenschutzmittel und die Lage der meisten Golfplätze außerhalb der Großstadt ist die Qualität des Honigs dieser Bienen ausgezeichnet. Auf Golfanlagen sammeln die Bienen Nektar, Pollen, Wasser und Propolis in einer Landschaft, in der verglichen mit Innenstädten, Hausgärten und herkömmlicher Landwirtschaft weit weniger chemische Substanzen zum Einsatz kommen. Das macht sich auch beim Honig bemerkbar. Absatzprobleme bei den Golfclubs gibt es deshalb nicht, vielmehr eignet sich der Bienenhonig auch bestens als Preis bei Turnieren oder kleines Geschenk für Gäste.
Bedrohte Wildbienen
Neben den Honigbienen sind es aber vor allem auch die Wildbienen, die für Naturschützer von entscheidender Bedeutung sind. Sie sind weit stärker bedroht, weil sie fast immer deutlich spezialisierter sind als ihre Artgenossen. In solch einem Fall spricht man von oligolektischen Bienen. Die Graue Sandbiene zum Beispiel ist nur auf Weiden fokussiert. Das bedeutet: Die Bestäubung durch die Biene ist für die die Weiterentwicklung der Weide wichtig.
In Deutschland sind mehr als die Hälfte aller Wildbienenarten gefährdet. Golfplätze spielen eine wichtige Rolle bei ihrem Überleben, was durch die zahlreichen Forschungen im Rahmen des deutschlandweiten Forschungsprojektes Golf Biodivers dokumentiert wird. Anna Klopstock, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Freiburg, erarbeitet mit Golfanlagen Möglichkeiten, wie man Wildbienen fördert. „Golfanlagen, die Totholzhaufen anlegen, fördern die Wespen“, stellt sie fest. Wespen und Hummeln gehören nämlich auch zum Kreis der Wildbienen.
Vielfalt der Lebensräume wichtig
Die Vielfalt an Lebensräumen, in denen sich Wildbienen gerne aufhalten sind riesig. Sandige Bunkerkanten, Baumstämme oder Totholz – die Vielfalt macht den positiven Unterschied. Das gilt übrigens auch für die Nahrung: Egal ob Honig- oder Wildbiene, in beiden Fällen ist ein möglichst diverses Nahrungsangebot wichtig, das über einen langen Zeitraum zur Verfügung stehen muss. Durch die Vielfalt an Pflanzen, die auf einer Golfanlage angesiedelt sind, besteht automatisch für mehr Wildbienenarten die Möglichkeit, sich anzusiedeln.
Die Funktion der Bienen als Bestäuber darf man dabei nicht unterschätzen. Während die Honigbienen eher Generalisten sind und auf den Golfplätzen eine Vielzahl von Pflanzenarten bestäuben, arbeiten die Wildbienen deutlich gezielter und sind aufgrund ihrer Spezialisierung auf Pflanzen auch effizienter. Für die Golfplätze bedeutet das: Die Vielfalt von Pflanzen jenseits von Fairways und Grüns ist auf Dauer eben auch nur gewährleistet, wenn sich ausreichend Honig- und Wildbienen finden, die diese bestäuben können.
Quick Facts: Wildbiene:
- In Deutschland gibt es über 560 Wildbienenarten
- Nur etwa 37 % der Arten gelten als ungefährdet
- Die Wildbiene gehört zur am stärksten gefährdeten Insektengruppe in Deutschland
- Wildbienen leben überwiegen nicht in Staaten wie Honigbienen
- Sie sind oft hochspezialisiert auf bestimmte Pflanzen und Lebensräume
- Entfällt die Wildbiene als Bestäuber, bedeutet dies auch das Aus für die relevante Pflanze
Die Deutsche Bienenwoche
Unter dem Motto „Just bee there“ findet vom 18. bis zum 24. Mai die Deutsche Bienenwoche statt. Dies ist eine Initiative der Golfverbände Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen-Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saarland und Schleswig-Holstein mit Unterstützung des Deutschen Golf Verbands.
Golfanlagen aus diesen Verbänden können während der Deutschen Bienenwoche für ihre eigene Golfanlageund deren Biodiversitätsprojekte bei Turnieren oder Veranstaltungen Startgelder oder Spenden sammeln. Der Erlös bleibt zu 100 Prozent beim Club. Botschafter ist Bernhard Langer.
- Mehr Infos zur Teilnahme für Golfclubs: justbeethere.de/golfclubs
- Mehr Infos für Golfer: justbeethere.de/golfer





