DeChambeau über seine Zukunft: YouTube statt Tour?
Die Unsicherheit rund um die Zukunft von LIV Golf sorgt weiter für Gesprächsstoff – und rückt vor allem einen Namen in den Mittelpunkt: Bryson DeChambeau. Während die Liga nach dem angekündigten Rückzug des saudischen Staatsfonds PIF nach neuen Perspektiven sucht, könnte ausgerechnet einer ihrer größten Stars zu einer Schlüsselfigur der kommenden Monate werden.
Auf der Suche nach Lösungen
Vor dem anstehenden Turnier im Trump National Golf Club Washington D.C. (7. bis 10. Mai) ist klar, dass hinter den Kulissen intensiv an Lösungen gearbeitet wird. Jon Rahm gab zu Protokoll, auf die Verantwortlichen werde nun „eine Menge harter Arbeit“ zukommen. Der Spanier selbst sieht seine eigene Zukunft zunächst gesichert. Sein Vertrag läuft noch mehrere Jahre. Anders ist die Lage bei DeChambeau: Der Vertrag des US-Amerikaners endet nach der Saison 2026 – und damit genau zu dem Zeitpunkt, an dem LIV Golf ohne den saudischen Geldgeber dastehen könnte.
DeChambeau: 2,7 Millionen Follower auf YouTube
Was danach passiert, ist offen. DeChambeau denkt offenbar bereits über verschiedene Szenarien nach. Eine Möglichkeit, die er in Betracht zieht: seine starke Präsenz auf YouTube auszubauen. „Ich würde meinen YouTube-Kanal gerne verdreifachen, vielleicht sogar noch stärker wachsen lassen“, erzählte DeChambeau mehreren US-Medien. Derzeit folgen seinem Kanal rund 2,7 Millionen Menschen (einen Einblick in seinen Content finden Sie unter diesem Artikel). „Ich würde liebend gern Inhalte in verschiedenen Sprachen anbieten, damit noch mehr Menschen weltweit YouTube schauen. Und natürlich würde ich weiterhin Turniere spielen wollen, die mich dabeihaben möchten.“ Parallel dazu gab DeChambeau an, Gespräche mit der PGA Tour geführt zu haben. Wie eine mögliche Rückkehr aussehen könnte, ließ er allerdings offen.
Rückkehr auf die PGA Tour fraglich
Ein Vorbild für diesen Weg gibt es bereits: Brooks Koepka kehrte Anfang des Jahres über das „Returning Member Program“ zurück auf die PGA Tour – allerdings unter finanziell schwierigen Bedingungen. Auch DeChambeau, Rahm und Cameron Smith hätten diese Möglichkeit gehabt, entschieden sich aber dagegen. Für DeChambeau könnte eine spätere Rückkehr zudem komplizierter sein, da er früher Teil der juristischen Auseinandersetzung zwischen LIV Golf und der PGA Tour war.
DeChambeau sieht Schwierigkeiten bei der Konkurrenz
Interessant: Trotz aller Probleme bei LIV sieht DeChambeau auch die Konkurrenz nicht sorgenfrei aufgestellt. „Wenn wir ehrlich sind: Dort läuft es auch nicht gerade perfekt“, sagt er. „Sie haben die Medien auf ihrer Seite, sie haben viele Unterstützer, die das Ganze antreiben. Aber auch dort werden Teilnehmerfelder verkleinert, Mitarbeiter entlassen und Geschäftsstrukturen verändert.“
Warum DeChambeau optimistisch bleibt
LIV-CEO O’Neil erklärte am Rande der Eventvorbereitungen in Washington, dass DeChambeau für ihn nicht nur als Spieler wichtig ist. „Wenn wir über einen Geschäftspartner sprechen, dann reden wir hier buchstäblich über die Zukunft von LIV Golf. Ich spreche mit ihm nicht nur über Golf, sondern auch darüber, wie er das Geschäft sieht. Er ist intelligent, ehrgeizig, engagiert und ein großartiger Partner.“ DeChambeau selbst betrachtet die aktuelle Lage trotz aller Unsicherheit nicht ausschließlich negativ. Die US-Plattform golf.com zitiert ihn so: „Immer wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Wenn die Liga richtig neu strukturiert wird und die Menschen den Wert von Team-Golf erkennen und Teil von etwas Besonderem sein wollen, dann gibt es da draußen definitiv Möglichkeiten.“








