„Chicken Wing“ im Schwung: Ursachen erkennen, Fehler abstellen
Was macht Ihr linker Ellenbogen nachdem Sie den Ball getroffen haben? Komische Frage, stimmt. Aber wahrscheinlich ahnen Sie schon, wohin sie führt: zum Thema „Chicken Wing“, sie wissen schon, das abknicken des Ellbogens, ein häufiges Bewegungsmuster unter Amateuren, das wenig hilfreich ist im Sinne einer guten Kontrolle und auf Dauer manchmal sogar zu Schmerzen im Arm führen kann. PGA Golf Professional Vaughan Hawtrey kennt das Problem – und erklärt im Video (s.u.), wie Sie es beheben können.
Warum der abknickende Ellbogen sogar Vorteile bringen kann
Zunächst allerdings stellt der Experte klar: „Man kann auf jeden Fall mit dem Chicken Wing Golf spielen.“. Heißt also: Nicht jeder Schlag misslingt sofort, nur weil der Ellbogen nicht das macht, was er laut Lehrbuch tun sollte. In bestimmten Situationen kann die etwas verkorkste Technik sogar hilfreich sein, etwa bei flachen Schlägen unter Bäumen oder wenn verhindert werden soll, dass der Schlägerkopf die Hände überholt. Allerdings: In der Regel überwiegen die Schwierigkeiten, wenn der linke Ellbogen nach dem Ballkontakt abknickt. Es ist zum einen belastens auf die Dauer und zum anderen hindert es Sie daran, richtig durchzuschwingen. Oft entstehen dadurch starke Slice-Flugkurven, tiefe Divots oder getoppte Bälle.
Wo das Hauptproblem für den „Chicken Wing“ liegt
Die Ursachen liegen für Hawtrey allerdings selten nur im Ellenbogen. Der „Chicken Wing“ ist meist Symptom, nicht aber Hauptproblem. Häufig entsteht er aus einer steilen, von außen kommenden Schwungbahn oder aus einer zu frühen Streckung der Handgelenke. Auch eine zu lange Gewichtsverlagerung der rechten Seite begünstigt die Fehlbewegung. Dann bleibt dem Spieler nichts anderes übrig, als den vorderen Arm heranzuziehen, um den Schlägerkopf überhaupt nach vorn zu bringen. Ein weiterer Faktor ist der Griff. Wenn der nicht passt, versucht der Körper zu kompensieren. „Der Griff muss stimmen“, betont Hawtrey. Greifen die Hände zu fest oder liegt der Schläger zu sehr in der Handfläche, müssen Golfer löffeln, um die Schlagfläche zu schließen – und geraten automatisch in fehlerhafte Bewegungsmuster.
So wird der Schwung endlich technisch sauber
Die Lösung, so erklärt es Hawtrey, liebt in einer sauberen Bewegung des Unterkörpers und einem technisch versierten Abschwung. Drei Elemente sind dafür wichtig: frühzeitige Gewichtsverlagerung nach links, Druck in den Boden und ein Senken der Arme zu Beginn des Abschwungs. „Wenn du es schaffen kannst, beim Abschwung nicht mit Schultern und Händen zu beginnen, sondern mit einem leichten Verlagern zum Ziel, dann wirst du automatisch etwas merken“, sagt Hawtrey. Ein wichtiges Kontrollmerkmal: die Höhe der Hände nach dem Treffmoment. Sind die Hände hoch und die Ellenbogen nah beieinander, stimmt die Bewegung. Bleibt der Bauch im Treffmoment dagegen zum Ball ausgerichtet, ist der Körper zu passiv – dann ist der „Chicken Wing“ nahezu unvermeidbar.
Hawtreys Drill-Tipp
Im Video (s.o.) zeigt Hawtrey zwei einfache Übungen. Erstens: Schläge nur mit der rechten Hand. Das Gewicht des Schlägers zwingt den Spieler automatisch in besseren Winkel und verhindert das aktive Ziehen mit dem linken Arm. Zweitens: Der linke Arm wird leicht am Körper fixiert, es werden nur kleine Schwünge ausgeführt. So lernen Spieler, dass die Schlagfläche sich selbst schließt und der Schläger die Hände überholt.









