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Der Titel geht nach Berlin-Wannsee
Der Titel geht nach Berlin-Wannsee | © DGV/Eibl

Berlin-Wannsee gelingt der große Coup

Am Morgen waren die Emotionen der Frauen vom GC Berlin-Wannsee über die gesamte Anlage des GC München-Riedhof zu hören. In einer dramatischen Halbfinalbegegnung im Rennen um den Titel beim Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf setzten sich die Wannseerinnen im Stechen gegen den GC St. Leon-Rot durch. Der Coup über den Titelverteidiger löste bereits am Sonntagmorgen große Jubelszenen aus.

 

„Die Gefühlslage ist im Moment natürlich euphorisch, aber nicht überdreht. Wir haben gar nicht so viel Zeit, uns zu freuen”, sagte Berlins Trainer Mario Hansch im Anschluss. Die Kunst bestand nun darin, die spürbare Euphorie über den Triumph im wegen des Gewitterabbruchs am Samstagnachmittag vertagten Match wieder etwas beiseite zu schieben und den Fokus auf das Finale gegen den Hamburger GC zu richten. Dabei geht es um die richtige Mitte, wie der der dienstälteste Coach in der Deutschen Golf Liga betonte; die Balance zwischen Aufregung und Coolness.

Auch Hamburg mit Rückenwind ins Finale

Auch die Frauen des Hamburger GC waren mit Rückenwind in das Finale gestartet. Angetrieben durch die große Fangemeinde vor Ort hatten sich die Final-Four-Gewinner von 2024 mit 5&4 gegen Stuttgarter GC Solitude durch.

 

Wenig überraschend entwickelte sich auch im Finale ein spannender Schlagabtausch in den Vierern, die aufgrund des Abbruchs am Vortag über neun statt 18 Löcher angesetzt waren. Am Ende eines langen und intensiven Vormittags standen jeweils ein knapper Sieg auf beiden Seiten zu Buche sowie ein Remis. Spielstand: 1,5 zu 1,5.

In den Einzeln erwischten dann die Berlinerinnen den besseren Start. Und früh gelang Camille Peltier im zweiten Match das erste große Highlight. Auf dem zweiten Loch, einem knapp 142 Meter langen Par 3, lochte die 15-Jährige vom Abschlag aus mit dem Eisen 6 zum Ass. Der Lohn für den Traumschlag auf die kurz nach dem Wasser gesteckte Fahne: Der Lochgewinn sowie ein Cart von DGL-Partner Vredestein.

Berliner Traumstart mit Ass

Es war der erste Moment eines Berliner Traumnachmittags. Als die ersten Begegnungen in die heiße Phase gingen, lag das Team aus dem Südwesten der Hauptstadt in den ersten fünf von sechs Matches in Führung.

 

Susanna Brenske, die nach 13 Löchern mit 1 auf gegen Chiara-Maria Wippert führte, konnte die grüne Wand auf dem Leaderboard zunächst unterbrechen. Für die 21-Jährige war die lange Wartezeit auf dem Par 5 an der 14 war eine gute Gelegenheit, mit den Teammitgliedern zu kommunizieren, einmal durchzuatmen und sich neu zu fokussieren, wie sie im Magenta-Interview während der Runde erklärte. Doch auch die formstarke Hamburgerin musste in der Folge anerkennen, dass das Momentum auf des Gegners Seite lag.

 

Für den ersten Berliner Punkt in den Einzeln sorgte Rosalie Stadler, die ihre Partie gegen Leonie Wulfers auf Loch 17 mit 2&1 für sich entschied. „Ich habe mir gesagt: ruhig bleiben”, erklärte die Nationalspielerin. „Die letzten Löcher habe ich nicht so gut gespielt, da war es wichtig, nicht so viel nach rechts und links zu schauen, sondern bei mir zu bleiben. Es war ein langer Tag – aber zum Feiern hätten wir noch genug Kraft.“

Lohoff macht den Titel perfekt

Noch sprach die Berlinerin im Konjunktiv, doch im weiteren Verlauf wurde immer deutlicher, dass an diesem Sonntag kein Weg an einem Berliner Titelgewinn vorbei gehen würde. Vor allem, nachdem Ass-Schützin Peltier und Emily Krause, die am Sonntag ihren 23. Geburtstag feierte, innerhalb nur weniger Minuten weitere Punkte ins Ziel brachten.

 

Der Titel rückte immer näher. Der entscheidende Putt war am Ende Catharina Lohoff vorbehalten, die sich auf dem 17. Loch mit 3&1 gegen Sophia Matthiessen durchsetzen konnte und den Traum zur Wirklichkeit werden ließ. „Ich freue mich einfach unglaublich”, erklärte sie. “Ich bin kurz vor den Tränen, wir sind unendlich glücklich. Wir kennen uns schon ewig, kommen gemeinsam aus der Jugendmannschaft – deshalb ist dieses Team einfach perfekt.“

 

Ähnlich sah es auch der Trainer: “Es war eine unglaubliche Saison”, kommentierte Hansch nach dem Titel überglücklich. “Bereits nach dem ersten Spieltag war klar, dass uns das halbe Team fehlt und wir auf die Jugend setzen müssen. Wir haben gehofft, dass wir vielleicht dennoch eine einigermaßen gute Saison spielen können und jetzt haben wir weit mehr als nur eine gute Saison gespielt. Es war der richtige Moment für einen Wechsel. Die Mädels haben diese Chance angenommen und genutzt. Auch die Unterstützung der erfahrenen Spielerinnen war sensationell. Das Unfassbare ist, wie sehr sie an sich geglaubt haben. Ich habe immer gesagt, die Teilnahme am Final Four wäre Wahnsinn. Wir waren heute irgendwie dran. Jetzt wird gefeiert.”

Die Ergebnisse im Überblick

Hamburg – Berlin-Wannsee: 3,5 zu 5,5

 

Einzel

 

  • Leonie Wulfers – Rosalie Stadler 2&1
  • Leonie Breutigam – Camille Peltier 2&1
  • Sophia Matthiessen – Catharina Lohoff 3&1
  • Mia Lena Hoffmann – Emily Krause 4&3
  • Susanna Brenske – Chiara-Maria Wippert Gegeben
  • Victoria Schuldt – Sophie Bingel Gegeben

 

Vierer

 

  • Leonie Breutigam/Sophia Matthiessen – Chiara-Maria Wippert/Charlotte Görsch 1 auf
  • Susanna Brenske/Theresa Quasdorf – Emily Krause/Catharina Lohoff AS
  • Victoria Schuldt/Mia Lena Hoffmann – Sophie Bingel/Camille Peltier 2&1

 

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St. Leon-Rot siegt im kleinen Finale

Einen deutlichen Sieg verbuchte der Titelverteidiger aus St. Leon-Rot im Kleinen Finale gegen den Stuttgarter GC Solitude. Der Titelverteidiger holte zunächst drei deutliche Punkte in den Vierern, ehe sich die Dominanz der Kurpfälzer auch in den Einzeln bestätigte. 7 zu 2 stand es am Ende für das Team um Coach Sebastian Buhl.

 

 „Sportlich sind wir klar hinter unserem Ziel zurückgeblieben, den Titel zu verteidigen”, erklärte der St. Leon-Roter Coach. „Natürlich hätten wir uns das Ergebnis anders gewünscht. Trotzdem nehmen wir aus dem Turnier wichtige Erkenntnisse mit, die uns helfen werden, das Team weiterzuentwickeln und in Zukunft noch besser auf solche Situationen vorbereitet zu sein. An dieser Stelle möchten wir auch dem neuen Meister Berlin herzlich zum Titel gratulieren – eine starke Leistung und absolut verdient!”

 

 „St. Leon-Rot war einfach besser, das muss man neidlos anerkennen – gar keine Frage.", analysierte Stuttgarts Trainer Heiko Burkhardt das kleine Finale.  „Nach ihrer Niederlage war das für sie natürlich ein Pflichtsieg. Ich hoffe, sie können heute Abend trotzdem ein bisschen feiern. Die Schwaben haben die besondere Atmosphäre beim Final Four dennoch genossen. „Es ist ein tolles Event hier und top vorbereitet. Wenn man einmal hier dabei war und das miterlebt hat, will man immer wieder zurückkommen. Das macht irgendwie süchtig und genau das macht die Deutsche Golf Liga aus. Darauf hat man Bock.“

 

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Das Final Four zieht ins Rheinland

DGV-Präsident Claus Kobold, der den Berlinerinnen auf dem 17. Grün den Pokal überreichte, bedankte sich beim gastgebenden Club und verriet den Austragungsort für 2027: „Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Team des GC München-Riedhof um Clubpräsident Dr. Christian Walther und Geschäftsführer Kariem Baraka. Wie schon in den vergangenen Jahren haben alle Beteiligten erneut eine beeindruckende Kulisse für das DGL-Saisonhighlight 2026 geschaffen. Ein Turnier dieser Qualität und Dimension gelingt nur durch engagierte Verantwortliche, einsatzbereite Mitarbeiter und Volunteers sowie ein herausragendes Greenkeeper-Team.“

 

„Nach drei ereignisreichen Jahren, die uns viele unvergessliche Momente beschert haben, verabschieden wir uns nun vorerst aus dem Süden der Republik und ziehen weiter ins Rheinland: Der Golfclub Schloss Myllendonk wird 2027 Gastgeber des Final Four sein und damit erstmals in seiner Geschichte diese besondere Bühne für den deutschen Mannschaftsgolf-Sport bieten. Wir freuen uns schon jetzt sehr darauf, gemeinsam mit unseren Teams, Partnern und Fans dort ein neues Kapitel aufzuschlagen!“

 

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